
Inhalt
Nachdem ein armer Schneider 7 Fliegen auf seinem Marmeladebrot erschlagen hatte, stickte er „Sieben auf einen Streich“ auf seinen Gürtel. Abenteuerlustig begab er sich auf Wanderschaft. Nach geraumer Zeit musste er einige Prüfungen bestehen, um die Königstochter zur Frau und das halbe Königreich zu eigen zu bekommen. Er sollte zwei Riesen töten. Das macht er in Morkies Erzählung nicht. Er gewinnt die beiden zu loyalen Freunden. Das Einhorn, das er einfangen sollte, zähmt er, sodass es ihn freiwillig begleitet. Das gefährliche Wildschwein bändigt er nicht, indem er es einsperrt, sondern dafür sorgt, dass es ein eigenes Wildnisgebiet bekommt, wo es ungestört von Menschen leben kann. Er löst mit Witz und Verstand statt mit Gewalt, Mord und Totschlag seine Aufgaben. Darüber hinaus hält er andere von ihrer Gewalt ab.
Wissenswertes
Märchentypen und -verzeichnisnummer
ATU 1640 (Das tapfere Schneiderlein), ATU 1060 (Wasser aus dem Stein pressen), ATU 1062 (Steinwerf-Wettkampf), ATU 1052 (Baumtrag-Wettbewerb), ATU 1051 (Das Biegen des Baumes), ATU 1115 (Versuch, den Helden im Bett zu töten), KHM 20
Entwicklungsgeschichte des Märchens
„Das Tapfere Schneiderlein“ zählt mit der Nummer KHM 20 zu den Klassikern der deutschen Kinder- und Hausmärchen. Die Brüder Grimm haben es nicht geschrieben, sondern es als typisches deutsches Volksmärchen in ihre Sammlung aufgenommen. Es ist ein sehr altes Literaturmärchen. Der Vorläufer ist ein Schwank von Martin Montanus aus dem 16. Jahrhundert.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Schneider: Er entspricht dem Trickster. Er ist klein, schwach, in niederer sozialer Stellung und arm. Seine scheinbaren Mängel in einer gewalttätigen, am Reichtum orientierten Welt gleicht er mit Witz und Verstand aus. Er ist auch ein Hochstapler. Er wusste genau, dass alle, denen er begegnen würde, bei den 7, die er angeblich erschlagen hatte, nicht an Fliegen denken würden.
König: Er ist opportunistisch, ausbeuterisch, betrügerisch, ein dünkelhafter Despot.
Prinzessin: Die Prinzessin ist zunächst ein passives Objekt. Sie ist für ihren Vater der Preis für die Heldentaten des Schneiders. Für den Schneider ist sie das Mittel zum Zweck, sozial aufzusteigen. Sie ist hochmütig und hat genau wie ihr Vater Standesdünkel.
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Einhorn: Es steht für Reinheit und unbändige, wilde Natur. Der Schneider besiegt es durch List. Es ist ein Sieg des Verstandes über die Naturkraft.
7 Fliegen: Sie sind lästiges Ungeziefer. Dass sie in den Fantasiewelten der Gegenüber des Schneiders zu Monstern, Riesen oder gefährlichen Wegelagerern werden, zeigt den Übergang von der Realität zum Märchen. Gerade die 7, die heilige Zahl der Vollkommenheit und universellen (göttlichen) Macht, mit ihnen in Verbindung zu bringen, führt vor, dass aus etwas Ekelhaftem etwas Großartiges werden kann.
Gürtel: Mit dem Gürtel erfindet sich der Schneider neu. Er erschafft sich seine frei erfundene Identität, in der er sich als stark und mutig inszeniert. Die Macht der Schriftlichkeit zeichnet ein Bild von ihm, dem seine natürliche Gestalt eindeutig widerspricht.
Kapelle: Der Schneider sperrt das Wildschwein in eine Kapelle. Sie steht für die Ordnung und die Zivilgesellschaft. Beide sollen das Wilde (individuelle Wildheit und natürliche Wildnis) bezwingen können.
Riesen: Sie sind nicht bewältigbare, übermächtig erscheinende Bedrohungen. Durch die Taktik des „Teile und Herrsche“ gelingt es dem Schneider, dass die Feinde einander gegenseitig umbringen. Die Riesen stehen auch für die rohe menschliche Gewalt, die Einfalt und die Selbstüberschätzung.
Wildschwein: Wie in vielen Märchen verkörpert es den Wald und eine rohe, zerstörerische Gewalt darin. Der Wald selbst steht sowohl für alles Unbekannte als auch für das Unbewusste des eigenen Wesens.
Moderne Interpretationen: Film, Fernsehen
„The Brave Little Tailor“, 1938, Disney; Mickey Maus verkörpert den Schneider.
„Sechs auf einen Streich“, 2008, ARD
„Märchenperlen“, ZDF, Serie
Neugestaltungen des Klassikers auf der Bühne
2023, Raoul Biltgen, Dschungel Wien
Comic-Theater, Salzburg
2023, Burgfestspiele Reichenau
Literatur und Retellings
„Lehrbuch der Lebenskunst“, Éric Chevillard, Roman für Erwachsene
Sie können in den E-Books der Rubrik „Bibel Erleben“ die der Bibel wörtlich entnommenen Textpassagen ausführlich nachlesen. Zu den biblischen Ereignissen gibt es zahlreiche Interpretationen und Hintergrundinformationen.
Spiele, Quizfragen, Wettbewerbe, Entscheidungsbäume u. v. m. in den spielifizierten E-Books ermuntern die Kinder dazu, sich intensiver in die Bibel zu vertiefen.
Ab der Bestellung von 2 Vorstellungen eines Programms an einem Tag gibt es gratis ein E-Book zu dem ausgewählten Programm zur Vor- und Nachbearbeitung dazu.
Während der/die Erzähler/in wörtlich Bibelverse zitiert oder Kinder aus der Bibel vorlesen, schlüpfen diejenigen, die es gern möchten, in verschiedene Rollen. Sie spielen Elemente, Pflanzen, Tiere, Menschen, …


Die Kinder stellen Jesus, die Apostel und Johannes, den Täufer, dar. Sie bewegen die Wellen des Jordan, wo Johannes Jesus tauft, und den Heiligen Geist, der leicht wie eine Taube über Jesus kommt.
Der ehrliche und tiefe Glaube des Hauptmanns, den ein Kind spielt, bewirkt die Heilung seines Dieners. Kinder lassen den Gelähmten durch das Dach des Hauses hinab. Jesus vergibt ihm seine Sünden.


Der/die Erzähler/in spricht mit Gottes Stimme, dass er den Menschen eine Lebenszeit von 120 Jahren auf der Erde gewähren werde. Vor der Sintflut rettet der HERR Noah, seine Familie und viele Tiere. Die Kinder bauen die Arche.
Die gemeinsame Suche nach Problemlösungen in Gesprächen und das Miteinander im Erspielen der Situationen regen mehr zum Nachdenken an als passives Zuhören. Die Freude am Spiel in den Vorstellungen macht auf die spielifizierten E-Books neugierig. Damit schlagen wir zwar nicht sieben, aber drei Fliegen mit einer Klappe – die Kinder lernen bereits aktiv in den Vorstellungen / der/die Erzähler/in spricht ihre Neugier und Kreativität gezielt an / der Einsatz beliebter Medien (Smartphone, Tablet, Laptop) führt die Kinder durch das Lesen in die reichen Welten ihrer eigenen Fantasien.
Morkie-Märchen decken mit direkten oder Metabotschaften zahlreiche Inhalte der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige ab. Sie finden Themenbereiche von A–Z:
Achtsamkeit, Ängste, Arbeit, Astronomie, Bewegung, Beziehungen, Chemie, Deutschkenntnisse, Durchhaltevermögen, Elemente, Erlebnisse, Ernährung, Fähigkeiten, Farben, Fremderleben, Freundschaft, Frustration und ihre Bewältigung, Gefühle, Gemüse, Geografie, Gesundheit, Getränke, Handel, Hilfsbereitschaft, Hygiene, Instrumente, Jahreszeiten, Kommunikation, Konflikt(e) und ‑lösungen, Lehr‑ und Lernmethoden, Leichtsinn, Mitgefühl, Mut, Nachbarschaft, Nahrungsmittel, Not, Obst, Ozeane, Pflanzen, Physik, Quellen, Rechnen, Religion, Rücksichtnahme, Selbstbewusstsein, Spracherwerb, Sprechübungen, Tauschen, Tiere, Tod, Tradition, Trauer, Träume, Umwelt, Ungehorsam, Volksbräuche, Wahl des richtigen Ja oder Nein, Wissen, Wünsche, Xmas, Yoga, Zählen, Zähneputzen, Zeichnen, Ziele, Zusammenhalt
Sie finden unter „Gut zu wissen“ in den einzelnen Morkie-Märchen-Beschreibungen jeweils einige der Themen. Viele der Morkie-Märchen lassen sich individuell an die in Ihrer Gruppe gerade aktuellen Schwerpunkte anpassen. Morkie und Morkini erfüllen Ihre Wünsche sehr gern. Fragen Sie uns einfach!
Vertiefen Sie die Lern- und Erfahrungsinhalte Ihrer Gruppe mit unseren spielifizierten E-Books.
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Die eine oder andere Lebensgeschichte der hier ausgewählten Heiligen ist frei erfunden oder es sind die Erlebnisse mehrerer Personen zur Biografie einer einzigen verschmolzen. Es kommt auch vor, dass Dichtung und historisch belegte Wahrheit vermischt werden. Die dritte Gruppe heiliger Frauen und Männer ist ganz klar historisch nachgewiesen.
Die Zusatzinformationen zu den Biografien informieren darüber, zu welcher der drei Gruppen ein/e Heilige/r gehört. Schaut, ob ihr wisst, ob die erzählten Ereignisse, z. B. von Nikolaus, Barbara oder Leopold, Dichtung oder Wahrheit sind.


Die bewundernswerten Menschen sind des Weiteren nach den Jahreszeiten in Herbst-, Winter-, Frühling- und Sommerheilige eingeteilt, abhängig davon, wann wir in Österreich ihre Gedenktage feiern. Wisst ihr, wann wir uns an die meisten der 10 Heiligen besonders erinnern?
Wer noch genauere Informationen bekommen möchte oder Spiele, Quizfragen, Wettbewerbe, das Sammeln von Punkten und Bonuspunkten sowie kleine Belohnungen in die Vor- und Nachbearbeitungen seiner Vorstellungen einbauen möchte, findet in unseren spielifizierten E-Books sehr viel spannendes Material.
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Gerade für diese Rubrik der Vorstellungen des morkie Kinder- & Erzähltheaters sind die spielifizierten E-Books zur Vor- und Nachbearbeitung der Vorstellungen besonders geeignet. Es gibt darin ausführliche Hintergrundinformationen zu den Entstehungsgeschichten der Märchen, zu ihrer reichen Symbolik und zu den Veränderungen in ihren Darbietungen im 21. Jahrhundert.
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Morkie hat die verbale und physische Gewalt dieser Märchen entschärft, soweit es machbar gewesen ist, ohne die Märchen ihres Kerns zu berauben. Dennoch sind sie erst ab dem Volksschulalter zu empfehlen. Sie haben zwar alle ein Happy End, doch spielen einige Szenen in düsterer Atmosphäre. Die Kinder sollten bereits in der Lage sein, Aufgaben – wie gefährliche Feinde zu bezwingen oder erschreckende Situationen zu bewältigen – mit Angst-Lustgefühlen genießen zu können.
Die Märchen sind durch dazu erfundene Szenen, neu erdachte Figuren, Verknüpfung mehrerer Varianten eines Märchens oder neue Lesarten an heutige Situationen und Fragen der Kinder angepasst.
Die mächtige Zauberin Ruwina ist keine böse Hexe. Sie gibt Prinz Iwein die Chance, Rapunzel wiederzufinden. Dafür muss er drei Aufgaben bewältigen. Rapunzel kann zaubern, widersetzt sich der Zauberin und ist durch magische Gedankensteine mit dem Prinzen in Fernverbindung. Mittels dieser beiden Märchen-Smartphones unterstützt sie Iwein mit klugen Ratschlägen.


Der böse Wolf ist eine alleinerziehende Mutter von 3 Welpen. Sie erwischt ihre Jungen beim vergnügten Spiel mit Rotkäppchen und verscheucht sie in die Wolfshöhle. Dort sollen sie auf Mama Wolf warten. Zuletzt ertrinkt die Wölfin nicht im Brunnen, weil der Jäger, Rotkäppchen und die Großmutter mit ihr und den Welpen Mitleid haben und sie aus dem Brunnen ziehen.
Aschenputtel ist in den morkie-Vorstellungen sehr selbständig. Sie kann reiten und Bogen schießen, wie in der tschechischen Variante „Aschenbrödel und die drei Haselnüsse“. Die gläsernen Schuhe und die Glaskutsche kommen in Walt Disneys „Cinderella“ vor. Die Täubchen helfen „Aschenputtel“ in der deutschen Fassung. Zehen und Fersen beider Stiefschwestern bleiben aber dran.



Inhalt
Zauselig Krauselig Wuselig ist ein sehr fremdartig aussehendes Kind, mit seinen bunten Wuschelhaaren und dem bunten Tuch, das es immer um sein linkes Knie trägt. Es ist sehr viel allein und dann langweilt es sich. Es spielt Streiche, um auf sich aufmerksam zu machen. Es glaubt, auf diese Art Freunde finden zu können. Es ist zu schüchtern, um zu fragen, ob es mit den anderen Kindern mitspielen darf. Alle Kinder zeigen Zauselig immer wieder, dass es andere Möglichkeiten gibt, als Leute zu verärgern. Doch Zauselig ist nie da, wenn sie extra für ihn etwas spielen. Zuletzt können die Kinder ihm aber doch zeigen, dass sie es gern haben und es zu ihnen gehört.
Gut zu wissen
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Alle feiern in unterschiedlichen Ländern Weihnachten.
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Sie können sich aussuchen, welche zeitgenössischen Weihnachtsfeste Sie interessieren.
Allerdings spielen Morkie und Morkini nicht alle Gabenbringer Varianten. Wir feiern z. B. nicht mit Väterchen Frost. Der Grund: Morozko war ein extrem mächtiger, sehr ambivalenter Naturgeist. Er brachte Eis und Schnee, belohnte die Fleißigen und bestrafte die Faulen. Er ist das russische Pendant zu Frau Holle. Erst in den 1930-er Jahren wurde er in der UDSSR als absolut unreligiöse Alternative zum Weihnachtsmann etabliert. Es wird auch zum Jahreswechsel nicht am 24., 25. Dezember oder 6. Jänner gefeiert.
Gern spielen wir aber das Weihnachtsfest der russisch-orthodoxen Kirche.
Sochelnik ist Heiligabend nach dem julianischen Kalender am 6. Jänner. Traditionell wird an diesem Tag streng gefastet, bis der erste Abendstern am Himmel zu sehen ist. Weihnachten ist ein rein religiöses Familienfest.
Meistens feiern Morkie und Morkini mit euch in Wien, Spanien, USA und Kenia.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Der/die Erzähler/in reist mit den Kindern durch die Zeit. Sie landen in Wien vor ca. 120 Jahren. Es ist Advent. Die Stadt und der Wiener Wald sind tief verschneit. Alle bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor. Was sind der Lüttenbaum oder das Adventfenster? Wie sah damals der Christkindlmarkt Am Hof aus?
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Alle können bei allen Aktionen mitmachen.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Jeden Sonntag fahren Roberts Eltern mit ihm zur Omama in den Schrebergarten. Ihm ist dort immer fad. Omi Dita hat eines Tages die Idee, ihm einen Bereich des Gartens zu überlassen. Robert darf dort anbauen, was er gern möchte. Er hat keine Ahnung, was es überhaupt für Pflanzen gibt, wie man sie anbaut und pflegt. Seine Omi erklärt und zeigt es ihm. Nach und nach freut es Robert immer mehr, mit Omama im Garten zu arbeiten. Als er sieht, wie alles wächst, gedeiht und blüht, will er immer gern zur Oma in den Garten kommen. Nach einigen Jahren beschließt er, Gärtner werden zu wollen.
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Alle Kinder stellen unterschiedlichste Pflanzen, Blumen, Sträucher, Bäume, Früchte und Wurzelgemüse, Salatköpfe und Kräuter dar. Sie sind dafür mit Riesenköpfen verkleidet. Sie gehorchen den Kommandos von Robert.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Der Augustclown Kugelbunt ist der Freund des Waldes. Gern kommt er zu den Bäumen und spricht mit ihnen. Der Weißclown Kunterrund ist Geschäftsmann und Bauherr. Er will in dem Wald, in dem Kugelbunt jede freie Minute verbringt, eine Fabrik bauen. Er hat schon seine Arbeiter geschickt, die Bäume gefällt und die Stämme aufgeschichtet haben.
Kugelbunt ist verzweifelt, als er das sieht. Er geht zu Kunterrund und spricht mit ihm, dass im Wald keine Fabrik errichtet werden solle, weil sie soviel zerstören würde. Doch Kunterrund will ihm nicht einmal zuhören. Kugelbunt berät mit den Kindern, was sie unternehmen könnten.
Sie beschließen, eine friedliche Demonstration zu veranstalten. Alle Kinder wandern vor Kunterrunds Haus. Doch er ignoriert sie. Kugelbunt macht einen letzten Versuch und trägt Kunterrund die Vorschläge der Kinder vor. Was kann man statt der Fabrik bauen, das doch gutes Geld bringen, aber weniger Schaden anrichten wird?
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Es wird sehr viel pantomimisch dargestellt, der Wald, das Holzfällen, das Ausheben der Baugrube. Der Protest, die Demonstration ist laut, aber sehr friedlich. Werdet ihr eine Waldschule errichten, oder doch etwas ganz Neues?
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährig

Inhalt
Ein Kind, will nie schlafen gehen. Es hat Angst vor den Monstern unter seinem Bett. Dort lauern das Aufräummonster, das Zahnputzmonster und das Albtraummonster.
Der/die Erzähler/in zeigt ihm nicht, dass es sich die Monster nur einbildet, dass da gar niemand unter dem Bett ist, sondern bringt ihm zusammen mit den Kindern im Publikum bei, die Monster gut und freundlich zu behandeln. Das Kind lädt sie zu sich ein, räumt mit ihnen auf, lernt von ihnen, die Zähne zu putzen, und spielt mit ihnen HU-HU. Es tanzt mit jedem Monster und bewältigt so seine Angst vor ihnen.
Gut zu wissen
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Der Esel IAA lebte auf einer schönen Wiese. Er hatte einen Baum, der ihn vor dem Regen schützte und ihm Schatten spendete, einen Bach, in dem frisches, sauberes Wasser floss, und genug Gras und gute Kräuter, dass er immer satt wurde. Eines Tages sprach ihn das sehr junge Kraut UII an und bat ihn, es nicht zu fressen. Der Esel versprach es ihm. Die beiden wurden Freunde, plauderten miteinander, trieben Morgengymnastik und lebten in Ruhe und Frieden.
Nach einiger Zeit brach eine große Dürre über das Land herein. Die Wiese und der Baum vertrockneten, der Bach führte keinen Tropfen Wasser mehr.
Um seinen Freund IAA zu retten, brachte UII ein großes Opfer. Zunächst trennte es die beiden Freunde voneinander. Hat UII mit Hilfe von Sonne und Mond dafür gesorgt, dass sie doch wieder zusammen kamen? Wer weiß? Findet es in der Vorstellung heraus!
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Der/die Erzähler/in spielt IAA und UII. Die Kinder sind Blumen, Kräuter, der Baum, der Bach. Sie spielen die Sonne, die heiß herunter brennt. Sie verwandeln sich in der großen Dürre.
Der Bach wird immer schmaler, der Baum immer kahler, das Gras immer fahler.
Dann kommt der starke Regen. Die Rückverwandlung setzt ein. Bald sieht alles aus wie zu Beginn des Sommers. Aber es fehlt UII und IAA ist sehr traurig. Er hat den Unterschied zwischen allein und einsam kennengelernt.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalte
Hundert bunte Schmetterlinge leben im Reich der Fee Eintracht. Sie sorgt gut für ihre Schmetterlinge. Sie hat eine Zwillingsschwester, die Fee Zwietracht. Sie hat schon vor einigen 100 Jahren für einen großen Krieg zwischen den sonst friedlichen Schmetterlingen gesorgt. Damit das nie wieder geschehen soll, hat Eintracht sie im Düsterwald, unter der Aufsicht des Kobolds namens Muss nicht sein, eingesperrt. Eines Tages kann sie entkommen. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Wie sie sich entwickeln, entscheiden die Kinder.
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Alle Kinder sind Schmetterlinge, grüne, blaue, gelbe und rote. Sie bekommen zu Beginn der Vorstellung entsprechende Abzeichen. Sie agieren in diesen vier Gruppen, zunächst gemeinsam, beim großen Chorgesang, beim Tanz und beim Spiel. Sie entfernen sich unter dem Einfluss von Fee Zwietracht immer mehr voneinander, bis es erneut zum Kampf kommt. Welche Lösung werdet ihr finden?
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Der Märchenfinder Higgledy-Piggledy ist davon überzeugt, dass Märchen nicht er-, sondern gefunden werden. Man muss nur gut aufpassen und genau hinschauen. Deswegen hat er viele Dinge gesammelt, sie gut sortiert und in schönen Kistchen aufbewahrt. Alle haben ihm Geschichten erzählt. Er sucht und findet in den Wäldern und auf den Wiesen; früher, als er noch in der Stadt gelebt hat, auch dort. Higgledy traut sich schon lang nicht mehr in die Stadt. Sie ist zu laut, zu schmutzig und die Menschen sind zu garstig geworden.
Eines Tages begegnet er auf einer Wiese Mohnblume. Sie werden mit der Zeit Freunde. Higgledy trifft Mohnblume immer auf der Wiese. Er lädt sie eines Tages zu sich in seine Hütte im Wald ein. Dort zeigt er ihr, seine Schätze.
Eines Tages kam Mohnblume nicht. Das war sehr ungewöhnlich. Higgledy nahm seinen ganzen Mut zusammen und ging nach vielen Jahren wieder in die Stadt. Warum und wozu erfahrt ihr in der Vorstellung.
Gut zu wissen
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Die Lebensgeschichte der Wassermannfrau ist eine Trilogie. Die Vorstellung bringt eine Kurzfassung, eine Auswahl der 13 Episoden. Die Mädchenjahre verbringt die Wassermannfrau im Teich und im Wald bei den Tieren des Wassers und des Landes. Die junge Frau kehrt in das Wasser zurück und bleibt dort bis zur Lebensmitte. Sie bewegt sich in fließenden Gewässern, reißenden Strömen, im Meer bis in die Tiefsee. Dann kommt sie zu den Wesen der Luft. Die alte Wassermannfrau, geht ihren Weg zurück ins Meer, durch den Strom, in einen kleinen Bach. Sie findet dort, was sie wirklich gesucht hat und macht ihren Frieden mit der Welt. Sie setzt den Weg trotzdem bis zur Quelle fort, um dort in die Erde einzusteigen und zum Erdkern zu gelangen. Darin wird sie aufgehen und ewig leben. Sie bringt der Macht des Feuers, das Gefühl des Wassers.
Wir kennen sie alle. Sie ist der kleine, blaue Punkt am Grunde jeder Kerzenflamme.
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Es gibt zu dieser Vorstellung drei spielifizierte E-Books. Sie bringen alle Episoden. Jede/r Erzähler/in kann sich daraus seine Vorstellung beliebig zusammenstellen. Es ist gemeinsam mit „Der Kleine Fliegenpilz“ das verkleidungsreichste Morkie-Märchen. Die von Morkie gewählte Zusammenfassung führt zum Höhepunkt der Begegnung der Wassermannfrau mit dem Fisch mit grauem Haar. Er bringt ihr die Liebe. Das war es, was sie wirklich gesucht hat. Das war es, was ihr lebenslang in unterschiedlichsten Formen begegnet ist. Sie hat es nicht erkannt. Sie suchte ein anderes Gesicht der Liebe. Das des Fisches mit dem grauen Haar. Keine Fragen, keine Bedingungen, kein Machtgefälle, kein Wenn und Aber. Einfach Sein und Sein Lassen. Miteinander – Füreinander – Zwei doch Eins.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Die Blumenelfen kümmern sich um alle Pflanzen. Sie sind friedlich, freundlich und gehen sorgsam mit ihren Schützlingen um.
Die Tierelfen, die Fli-Lau-Bas, sind für die Tiere verantwortlich. Sie spielen gern Streiche und machen viel Unsinn.
Die außergewöhnlichsten und seltensten sind die Überraschungselfen. Sie sind sehr scheu und leben tief verborgen im Wald. Sie bringen gute Nachrichten, frohe, manchmal auch traurige Botschaften, und oft Geschenke. Sie tauchen immer überraschend auf. Sie müssen sehr plötzlich erscheinen können. Deswegen können sie am schnellsten von allen Elfen fliegen und sind sehr leicht und wendig. Dafür halten sie einen speziellen Ernährungsplan ein.
Eines Tages bekommen sie einen neuen Koch, einen Fli-Lau-Ba. Er beachtet den Ernährungsplan nicht. Das endet böse für die Elfen. Wissen die Kinder Rat?
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Die Kinder spielen alle Elfen. Die Fli-Lau-Bas erfinden sie selbst. Sie bestehen immer aus drei Tieren und können, fliegen, laufen und schwimmen. Manche sagen zum Schwimmen auch Baden, daher heißen die Tierelfen Fli-Lau-Bas. Wenn das fliegende Tier, z. B. ein Papagei ist, das schwimmende ein Fisch und das laufende ein Hund, dann heißt der Fli-Lau-Ba „Pa-Fi-Hu“. Die Kinder verwenden den Ernährungskreis und die Ernährungsampel, um den Überraschungselfen beizubringen, wie sie sich selbst um vernünftige Mahlzeiten kümmern können. Außerdem sind einige von ihnen auch Trainer, die den Elfen helfen, wieder fliegen zu lernen.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Rudolph, das Leitrentier des Weihnachtsmanns, ist zu krank, um mit dem Weihnachtsmann zu fliegen. Der Weihnachtsmann und seine anderen Rentiere müssen nun mit Hilfe von Rudolphs Weltkarte allein die Geschenke vom Nordpol zu den Kindern in Nordamerika bringen.
Keiner von ihnen kann die Karte lesen. Alle haben sich immer blind auf Rudolph verlassen. Sie müssen es dieses Jahr aber ohne ihn schaffen. Wird es ihnen gelingen?
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Die Kinder treffen als ganz verschiedene Tiere aufeinander. Wie werden sie miteinander umgehen? Wohin wird der Weihnachtsmann mit den Rentieren kommen? Können sie alle Geschenke rechtzeitig bringen? Wer hilft ihnen. Gibt es vielleicht sogar jemanden, der ihnen gar nicht hilft? Das alles entscheidet ihr in der Vorstellung.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
3 Fliegenpilze leben schon lang gemeinsam im Wald. Eines Tages kommt ein 4. dazu. Er ist sehr jung und hat tausend Fragen. Meister Murmel, der Hase von Welt, beantwortet sie ihm. …
Doch eine Menschenfamilie kommt in den Wald. Die Ruhe des Waldes ist dahin. Die Menschen sind sehr laut und werfen ihren Müll überall in der Gegend herum. Alle Tiere des Waldes fliehen erschrocken und verstecken sich.
Die Fliegenpilze warnen den Kleinen Fliegenpilz. Doch neugierig, wie er ist, schaut er dem Treiben der Menschen aufmerksam zu. Plötzlich trifft etwas achtlos Weggeworfenes seinen Kopf. Er ist schwer verletzt. Können ihn Meister Murmel und der Waldfaun retten?
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Sowohl Kinder als auch Erwachsene aus dem Publikum spielen alle Rollen. Zuletzt entscheiden die Kinder, ob sie zu den Umweltverschmutzern oder Umweltbewahrern gehören wollen.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Arme Kinder träumen jede Nacht, dass sie sich Sterne vom Himmel wünschen. Nacht für Nacht werden es mehr Kinder, die diesen Wunsch teilen. Zuletzt dringen ihre Stimmen bis zum Christkind im Himmel vor. Es schickt die Sterne zu den Kindern.
Sobald die Sonne untergeht, wird es stockdunkel auf der Erde.
Das Christkind sucht Hilfe bei Mutter Hou. Diese erschafft die Weihnachtssterne. Sie blühen jedes Jahr fast überall. Sie haben gelbe Blüten und weiße, rote oder rosa Hochblätter. Fast jede/r kennt sie.
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Der/die Erzähler/in spielt das Christkind und Mutter Hou. Alle anderen Rollen, die der träumenden Kinder, Sonne, Mond und Sterne, die Sternbringer und die Weihnachtssterntauscher spielen die Kinder. Zuletzt hat jede/r im Publikum einmal einen Weihnachtsstern gehalten und weitergegeben.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Bamgaga, ein Kind im Volksschulalter, möchte allen beweisen, dass es vor gar nichts Angst hat. Deshalb bringt es sicher immer wieder in Gefahr. Seine größte Angst ist, dass es irgendjemand für feig halten könnte. Was zuletzt dabei herauskommt, entscheiden die Kinder.
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Der/die Märchenerzähler/in läuft laut schreiend mit einem als Handpuppe geführten, wilden Tier in den Vorstellungsraum. Er/sie rennt hin und her, bis es kein Weiterkommen mehr gibt. Dort wirft er/sie das wilde Tier auf den Boden und tritt darauf herum.
Dann zieht er/sie das Märchenerzähler/inkostüm an und erzählt, was Bamgaga gerade wieder angestellt hat. Die Gefahren, in die sich Bamgaga beim Picknick am Teich, auf dem Spielplatz und beim Faschingsfest im Kindergarten begibt, und die Rettungs- und Problemlösungsversuche spielen immer die Kinder. Sie sagen Bamgaga, dass es mutig sein und zu gefährlichen Dingen Nein sagen solle. Welche Lösungen werden wohl allen gemeinsam beim Faschingsfest einfallen?
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Thomas darf zu seinem 5. Geburtstag zum 1. Mal in den Zirkus gehen. Am allermeisten begeistern ihn die Clowns, weil sie das Publikum zum Lachen bringen. Er beschließt, selbst ein großer Clown zu werden, um den Menschen das Lachen zu schenken. Er übt jeden Tag alles, was ein Clown können muss.
Als er schon fast erwachsen ist, gibt er in einem Park seine 1. Vorstellung. Doch niemand lacht über ihn. Thomas geht traurig nach Hause. Er klagt seinem besten Freund, einer Vogelscheuche, sein Leid. Sein Freund sagt ihm, dass er alles richtig gemacht hätte, aber er könne nun einmal seine traurigen Augen nicht verbergen. Dagegen ist nichts zu machen. Thomas sieht ein, dass er kein Clown werden kann.
Er wird ein sehr tüchtiger EDV-Mitarbeiter in einem großen Büro. Er hält aber sein Leben lang heimlich an seinem Traum, ein Clown zu werden, fest. Jeden Tag übt er nach der Arbeit bei sich zu Hause.
Zu seinem 50. Geburtstag schenken ihm seine Kollegen, die keine Ahnung von seinem Traum haben, eine Zirkuskarte. Er geht in den Zirkus, weil er niemand kränken will.
Was er dort erlebt, und ob Thomas doch noch ein Clown wird, erfahrt ihr in der Vorstellung.
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Der/die Erzähler/in spielt den Zirkusdirektor, Dompteure und einen Clown. Die Kinder sind Elefanten, Raubkatzen und Assistenten des Clowns. Alle Kinder üben, was Clowns können müssen – mit Tüchern jonglieren, auf Tröten und Tuten spielen, auf Stelzen gehen etc. Nachdem die Kunststücke von Thomas, den immer der/die Erzähler/in spielt, nicht ankommen und niemand über ihn lacht, spielen die Kinder seine Bürokollegen.
Lasst euch überraschen, wie die 3. Zirkusvorstellung an Thomas 50. Geburtstag endet.
Entscheidet, was ihr selbst bei der großen Abschlussparade sein wollt.
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

Inhalt
Ein/e Märchenerzähler/in möchte sich auf eine lange Reise begeben. Er/sie will zum Grimmstern fliegen. Dort wird er/sie die Grimm-Märchen treffen und sie nach ihren Lebensgeschichten fragen. Dadurch wird er/sie herausfinden, ob die Gebrüder Grimm die Märchen auf der Erde richtig erzählt haben. Der/die Märchenforscher/in hat alle Kinder in seine/ihre Wohnung zu einer Abschiedsparty eingeladen und völlig darauf vergessen. Die Kinder wollen die Wohnung nicht verlassen, sondern unbedingt auf die Reise mitkommen. Da es gar nicht anders geht, weil man ja schließlich Kinder nicht einfach allein in seiner Wohnung lassen kann, nimmt der/die Erzähler/in sie mit.
Das wird sehr abenteuerlich.
In der Grimmstadt angekommen, werden alle Kinder zu Märchenforschungs-Assistent(inn)en. Sie bilden Teams und suchen sich aus, welches Grimm-Märchen sie erforschen möchten. Wenn sie den/die Märchenerzähler/in kommendes Jahr wieder treffen werden, wird er/sie die Kinder fragen, was sie von den Märchen erfahren haben.
Gut zu wissen
Ablauf und Mitmachen
Es ist eine sehr bewegungsintensive Erzählung. Alle – maximal 50 Kinder und natürlich auch alle Erwachsenen (deren Zahl keiner Beschränkung unterliegt) – spielen gemeinsam verschiedene Formen des Reisens:
Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige











Inhalt
Der böse Wolf ist in Morkies „Rotkäppchen“ eine alleinerziehende Mutter von 3 Welpen. Sie erwischt ihre Jungen beim vergnügten Spiel mit Rotkäppchen und verscheucht sie in die Wolfshöhle, da Wölfe nicht mit Menschen befreundet sein sollen. Sie werden sie schließlich später fressen (müssen). Die Kleinen sollen in der Höhle auf Mama Wolf warten. Rotkäppchen kommt zur Großmutter, die der Wolf schon gefressen hat, er frisst dann auch das Mädchen. Der vorbeikommende Jäger schneidet beide unverletzt und unverdaut aus dem Bauch des Wolfes, füllt diesen mit Steinen und näht ihn zu. Zuletzt ertrinkt die Wölfin im morkie nicht im Brunnen, weil der Jäger, Rotkäppchen und die Großmutter mit ihr und den Welpen Mitleid haben und sie aus dem Brunnen ziehen.
Wissenswertes
Märchentypus und -verzeichnisnummer
ATU 333 (Rotkäppchen / Little Red Riding Hood), KHM 26
Entwicklungsgeschichte des Märchens
Es ist eine archetypische Warn- und Initiationserzählung. Sie thematisiert Gefahren der Begegnung der kindlichen Unversehrtheit mit der sexuellen Triebwelt.
Ältere Versionen des Themas sind „Le Petit Chaperon Rouge“, 1697, Charles Perrault. Sein Kunstmärchen endet tragisch mit dem Tod des Mädchens als moralische Warnung vor lüsternen Männern. „Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens“, 1800, Ludwig Tieck, seine Tragödie beruht auf Perrault. Er ironisierte die Geschichte und führte den Jäger ein, der den Wolf tötet. Die Brüder Grimm (1812) übernahmen die glückliche Rettung durch den Jäger. Die Letztveröffentlichung der Brüder Grimm aus dem Jahr 1857 stellt die beiden Frauen selbständiger dar. Sie überlisten den Wolf gemeinsam ohne männliche Hilfestellung.
Die obige Inhaltsangabe vermischt Grimms Originalversion aus 1812 mit Morkies auf die unterschiedlichen sozialen Beziehungsbedingungen für Kinder und Erwachsene fokussierte Sichtweise.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Rotkäppchen: naiv, neugierig, unschuldig, sie befindet sich in der Pubertät und lässt sich leicht von äußerer Schönheit (Blumen) blenden.
Jäger: Über-Ich, schützende, ordnungshütende väterliche Instanz der Zivilisation
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Kuchen/Wein: Abendmahlsymbole, Stärkung der alten Menschen durch die jungen
Rote Kappe: Sie lässt Rotkäppchen auffallend erscheinen, symbolisiert das sexuelle Interesse des Mädchens und die Sünde im Generellen.
Wald: Unbewusstes, Wildes, Ungezügeltes
Weg abkommen: Sündenfall
Wolf: das Es, die Triebhaftigkeit, Verführung, sexuelle Gefahr und Täuschung
Steine im Bauch: Last der Schuld, Endgültigkeit des Todes
Moderne Interpretationen: Film
„Red Riding Hood“, 2011, düsterer Werwolf-Thriller mit Fokus auf jugendliche Romantik
Neugestaltungen des Klassikers: Bühne
„Was wird aus Rotkäppchen – Wird was aus Rotkäppchen?“, 1980er Jahre, Jörg Maria Berg, Franz Strohmer, Theaterring Wieselburg, Mobiles Schultheater
Postmoderne Experimente, Literatur und Retellings
„Revolting Rhymes“, Roald Dahl, Rotkäppchen erschießt den Wolf, weil sie einen Pelzmantel möchte.

Inhalt
Das Märchen ist eine Sozialutopie über Solidarität, Alter und Selbstermächtigung.
Esel, Hund, Katze und Hahn sind alt und wegen ihrer mangelnden Arbeitskraft nutzlos geworden. Sie retten sich durch die gemeinsame Flucht vor dem Verhungern oder der Schlachtung. Auf dem Weg nach Bremen entdecken sie in der Nacht im Wald ein Räuberhaus mit sehr vielen Vorräten. Sie schlagen die Räuber in die Flucht und besetzen das Haus, wo sie auf Dauer bleiben. Bremen erreichen sie nicht.
Wissenswertes
Märchentypus und -verzeichnisnummer
ATU 130 (Die Tiere im Nachtquartier), KHM 27
Entwicklungsgeschichte des Märchens
Es handelt sich um ein weit verbreitetes europäisches Motiv, wobei oft auch andere Tiere, Schafe oder Schweine, die Rollen übernehmen. Die Familie von Haxthausen übermittelte den Brüdern Grimm die Erzählung.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Räuber: Sie sind die parasitäre Schicht, die unverdienten Reichtum anhäuft, aber feige flieht, sobald das Unbekannte droht.
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Räuberhaus: Umverteilung von Besitz, Enteignung von Kriminellen zur eigenen Altersversorgung, da in Eigenermächtigung, eine ebenfalls kriminelle Handlung
Tiere: Sie sind das ausgemusterte Proletariat oder alte, mittellose, marginalisierte Menschen, dennoch mit Lebenswillen und -mut, mit Würde, Erfahrung und dem Rest an Kraft, um sich doch noch erfolgreich zur Wehr und durchzusetzen. Synergetisch und solidarisch können sie gemeinsam, obwohl einzeln schwach und ausgeliefert, die optisch-akustische Illusion eines unbesiegbaren Riesen erschaffen.
Bremen: Wurde mit der Freiheit, der Gleichheit vor dem Gesetz und dem Fehlen des feudalen Zwangs verbunden, weil sie im 19. Jhdt. eine freie Bürgerstadt war.
Moderne Interpretationen
Das Märchen ist in seiner Gesamtheit ein politisches Symbol. Es gilt als Ur-Gleichnis für gewerkschaftliche Organisation und solidarisches Handeln nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“.
1953, Gerhard Marcks, Bronzestatue, sie steht links vom alten Rathaus und wurde zum weltberühmten Wahrzeichen der Stadt. Das Berühren der Vorderbeine des Esels soll Glück bringen.

Inhalt
Aschenputtel ist in den morkie-Vorstellungen sehr selbständig. Sie kann reiten und Bogen schießen, wie in der tschechischen Variante „Aschenbrödel und die drei Haselnüsse“. Die gläsernen Schuhe kommen in Walt Disneys „Cinderella“ vor. Die Täubchen helfen „Aschenputtel“ in der deutschen Fassung. Zehen und Fersen beider Stiefschwestern bleiben aber dran.
Aschenputtel wächst zunächst in behüteten, reichen Verhältnissen auf. Als ihre Mutter stirbt, heiratet ihr Vater eine Witwe mit 2 Töchtern. Aschenputtel wird zur Küchenmagd. Sie pflanzt einen Haselnusszweig auf das Grab der Mutter. Ihre Tränen lassen einen Baum wachsen. Darin nisten bald 2 weiße Tauben. Sie spenden ihr Trost und werden ihre Freunde.
Zu den drei Ballabenden, die der König für den Prinzen gibt, damit er sich eine Frau aussuchen solle, lässt die Stiefmutter Aschenputtel nicht gehen. Mit Hilfe der Haselnüsse, oder der Tauben oder einer Fee, die ihr eine Kutsche herbeizaubert, kommt Aschenputtel doch zu den Ballveranstaltungen. Der Prinz erwählt sie sich, begibt sich nach den Festen auf die Suche, findet sie mit Hilfe des Schuhs und heiratet sie.
Wissenswertes
Märchentypen und -verzeichnisnummer
ATU 510A (Aschenputtel / Cinderella), ATU 510 (Die verfolgte Heldin / The Persecuted Heroine), ATU 480 (Die gute und die schlechte Schwester / The Kind and the Unkind Girls), KHM 21
Entwicklungsgeschichte des Märchens
Es ist das universelle Märchen über Trauerprozesse. Aschenputtel besitzt innere Reinheit, Selbstbewusstsein und eine enge spirituelle Verbindung zu ihrer verstorbenen Mutter. Diese Konstellation ermöglicht ihr den sozialen Aufstieg, trotz Demütigungen und struktureller Unterdrückung.
Der Plot existiert schon seit der Antike, z. B. in der Erzählung „Rhodopis“, 1. Jhdt. v. Chr., Ägypten.
Ebenfalls schon sehr alte Vorläufer sind die Erzählungen „Cenerentola“, 1634, Giambattista Basile und „Cendrillon ou la petite pantoufle de verre“, 1697, Charles Perrault. Er erfand die gute Fee mit ihrem Zauberstab, die Glasschuhe, den Kürbis und seine Verwandlung in die Glaskutsche, die Ratte, die zum Kutscher wird, 6 Lakaien, die vorher Eidechsen gewesen waren, und die in Pferde verwandelten 6 Mäuse. „Aschenputtel“, 1812/1857, Grimm.
Sie wählten die deutlich blutigere Version mit Natur- und Grabmagie sowie abgetrennten Körperteilen.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Aschenputtel: Sie ist in allen Versionen sehr resilient. Sie nimmt ihr Schicksal trotz aller Widrigkeiten und Widerstände der Stiefschwestern und der Stiefmutter selbst in die Hand.
Stiefmutter & -schwestern: Sie sind narzisstische, sadistische und neidige Emporkömmlinge. Sie tun alles, zahlen sogar den Preis der Selbstverstümmelung, für einen höheren sozialen Status, mehr Macht und mehr Geld.
Vater: schwach, selbstsüchtig, unloyal zu seiner leiblichen Tochter, verräterisch
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Asche: Trauer, Reinigung, Tod und Wertlosigkeit; wer in der Asche sitzt, ist sozial tot, regeneriert sich aber spirituell.
Grabbaum: Verkörperung der Seele der verstorbenen Mutter
Linsen sortieren: Unterscheidungskraft, Gut von Böse/Schlecht trennen
Schuh: passgenaue Identität, Würde und sexuelle Reife; Gold und Glas stehen für das Königliche.
Tauben: Göttliche Vorsehung, Naturmächte
Moderne Interpretationen Filme, Psychologie
„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, 1973, CSSR und DDR
„Cinderella“, 1950, Disney, Zeichentrick, Übernahme und Adaptierung der Elemente von Perrault, 4 der Mäuse, darunter Cinderellas namentlich bekannte Freunde Jaq und Bus (Karli), werden zu 4 prächtigen Schimmeln. Sie ziehen die Kürbiskutsche. Cinderellas „echtes“ Pferd Major, das im Stall steht und davon träumt, ein edles Ross zu sein, wird statt der Ratte zum stolzen Kutscher. In den Diener verwandelt die Fee Cinderellas Hund Bruno und bekleidet ihn mit einem roten Frack.
„Cinderella“, 2015, Disney, Realfilm
„Aschenputtel-Komplex“, Colette Dowling, ist die unbewusste Angst von Frauen vor der Unabhängigkeit. Sie möchten gerettet werden.

Inhalt
Das Märchen „Frau Holle“ ist eine Gerechtigkeits- und Initiationserzählung auf Basis des Leistungsprinzips, die durch den kontrastierenden Vergleich zweier Schwestern zeigt, dass Altruismus und Fleiß metaphysisch belohnt werden, während Faulheit und Egoismus zur Selbstbestrafung führen.
Eine Witwe bevorzugt ihre hässliche und faule leibliche Tochter und lässt ihre schöne und fleißige Stieftochter alle Arbeiten verrichten. Beim Spinnen sticht sich die Fleißige, die Spule fällt in den Brunnen. Auf Befehl der Stiefmutter springt sie hinterher und erwacht auf einer himmlischen Wiese. Von dort beginnt sie eine Wanderung. Auf dem Weg rettet sie Brote und Äpfel. Dann gelangt sie zu Frau Holle. Ihr hilft sie ein Jahr lang im Haushalt. Zum Abschied wird sie mit einem Goldregen überschüttet. Ihre Schwester, die sich ebenso viel Gold wünscht, macht sich auf den gleichen abenteuerlichen Weg. Sie verweigert den Broten und dem Apfelbaum die Hilfe und Frau Holle die Arbeit. Zur Strafe wird sie mit Pech überschüttet, das lebenslang an ihr kleben bleibt.
Wissenswertes
Märchentypus und -verzeichnisnummer
ATU 480 (Die beiden Mädchen), KHM 24
Entwicklungsgeschichte des Märchens
„Frau Holle“ ist nach dem Vorbild der altgermanischen Naturgöttin Holda entstanden. Sie hieß auch Frigg oder Perchta und war die Herrscherin über die Seelen ungetaufter Kinder. Sie kontrollierte die Fruchtbarkeit des Landes und das Wetter. Dorothea Viehmann war die wichtigste Quelle für die Zweitauflage von „Frau Holle“ der Brüder Grimm im Jahr 1819.
Es gibt zahlreiche parallele Märchen mit derselben Thematik.
„Les Fées“, „Die Feen“, Charles Perrault, Frankreich; Dem einen Mädchen fallen Perlen, dem anderen kriechen Schlangen aus dem Mund.
Das russische Volksmärchen „Morozko“, „Väterchen Frost“, Volksmärchen, Russland; Der mächtige Herr des Winters fragt Nastenka, die ihr eigener Vater im Wald ausgesetzt hat, damit sie erfrieren solle, ob ihr kalt wäre. Da sie nicht klagt, sondern die Eiseskälte des Naturgeistes tapfer erträgt, beschenkt er sie reich. Ihre Stiefschwester Marfuschka, ausgeschickt, den gleichen Reichtum zu erhalten, beklagt sich bei Morozko bitter über die Kälte. Deshalb muss sie im Wald erfrieren, statt Juwelen zu bekommen.
Die „Eidechse“ oder „Der Eimer“, Italien.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Frau Holle: Sie ist die Chthonische Mutter, eine mütterliche Richter- und Naturgottheit. Irdische Dualität oder Ambivalenz ist ihr fremd. Sie belohnt und bestraft nach absoluten Maßstäben von Gut und Böse, wenn man so will, nach dem kosmischen Prinzip der Gerechtigkeit.
Goldmarie: Sie ist die pflichtbewusste, demütige, empathische, fleißige, freundliche Heldin.
Pechmarie: egoistisch, gleichgültig, faul, gierig, nicht die Gegenspielerin, aber das Gegenteil der Heldin
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Apfelbaum: Symbol der Natur (Ernte), testet die Bereitschaft zur Bewahrung des Lebens
Aufschütteln: makrokosmische Verbindung von Alltagsarbeit mit Naturphänomenen
Brot: Symbol für Kultur (Backen), testet die Bereitschaft zur Bewahrung des Lebens
Brunnen: Tor zum Jenseits, zur Unterwelt und zum kollektiven Unbewussten
Gold / Pech: unvergängliche innere Werte und spirituelles Licht / Schande, Schuld und Dunkelheit
Moderne Interpretationen, Literatur
Ökologische Deutung: Frau Holle ist eine Allegorie auf Mutter Erde. Der rücksichtslose Umgang mit Ressourcen – verkörpert durch Pechmaries Verhalten beim Backofen und Apfelbaum und ihre Sorglosigkeit gegenüber ihrer Verantwortung für das Wetter durch das Nicht-Aufschütteln der Betten – führt zum ökologischen Kollaps.
Pädagogik: Die Verurteilung der Faulheit bei gleichzeitigem Lob der Selbstaufopferung sind der Main-Stream-Pädagogik des 21. Jahrhunderts ein Dorn im Auge.

Inhalt
König Drosselbart möchte die Prinzessin heiraten. Sie weist ihn, genauso wie alle anderen Bewerber um ihre Hand, hochmütig ab und verspottet ihn. Durch die Armut, nachdem sie ihr Vater zornig verstoßen und mit dem Erstbesten verheiratet hat, und die daraus resultierende harte Arbeit (kochen, spinnen, Töpfe auf dem Markt verkaufen, Dienst leisten als Magd im Schloss) an der Seite des als fahrender Spielmann verkleideten Drosselbarts reift sie von einem arroganten, verwöhnten Kind zu einer erwachsenen, vernünftigen Frau heran. Zuletzt gibt sich Drosselbart zu erkennen und sie wird Königin in seinem Land. Es ist die originalgetreueste Grimm-Märchen-Bearbeitung von Morkie. Allerdings unterwirft sich die Prinzessin nicht. Sie entwickelt sich, wird lebenserfahrener und entscheidet sich zuletzt bewusst für ihren Mann.
Wissenswertes
Märchentypus und -verzeichnisnummer
ATU 900 (König Drosselbart / Die widerspenstige Frau, King Thrushbeard / The Shrewish Wife), KHM 52
Entwicklungsgeschichte des Märchens
Das Motiv der Zähmung einer widerspenstigen Frau ist bereits sehr alt, z. B. Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Die Brüder Grimm kombinierten für ihre Version der 1812 erstmals erschienenen Kinder- und Hausmärchen Erzählungen aus dem Kreis um die Familien Haxthausen und Wild.
Figurenkonstellation und Charakteristika
König Drosselbart: Er ist um einiges älter als die Prinzessin, erfahren und geduldig, aber auch gewalttätig und manipulativ. Er wird zunächst zu ihrem Erzieher. Bis zuletzt, zum scheinbaren Happy End der großen Hochzeit in seinem Schloss, ist er ihr kein Partner auf Augenhöhe, da sie sich ihm unterwirft. Um dieses Ziel zu erreichen, spielt er ihr die verschiedensten Rollen (Spielmann, betrunkener Husar) vor.
Prinzessin: Sie ist narzisstisch, oberflächlich, eitel und arrogant, ein verzogenes Gör, das sich durch angeborenen Status und Reichtum definiert. Der vom Vater herbeigeführte soziale Abstieg lehrt sie, sich mit anderen Lebensbedingungen zu arrangieren. Sie gibt auf, und unterwirft sich, wie in patriarchalen Interpretationen, oder sie nimmt die Gelegenheit wahr, selbst persönlichkeitsentwickelnd aktiv zu werden.
Vater / König: Er ist ein schwacher Mann, der in seiner Erziehungsunfähigkeit letztendlich aufgibt und seine Tochter der Macht eines Ehemannes überantworten möchte. Auch darin scheitert er und nutzt seine formelle, absolute Macht als Vater und als König, um den Willen seiner Tochter gewaltsam zu brechen.
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Drosselbarts Kinn: Das schiefe Kinn oder der typische, unkleidsame Bart des Königs stehen für die allen Menschen eigene Fehlerhaftigkeit, mag diese auch noch so geringfügig und unwesentlich sein. Die Unfähigkeit der Prinzessin, diese bei ihm, wie auch bei allen anderen Freiern zu akzeptieren, zeigt ihren mangelnden Realitätssinn.
Küchenarbeit, Spinnen: Sie stellen den Gegensatz zwischen dem Lebensstil der Aristokratie und der realen Lebenswelt der sehr großen Mehrheit der armen Bevölkerung dar.
Zerbrochene Töpfe: Sie zeigen den emotionalen Tiefpunkt der Prinzessin. Sie sieht ihr Leben als Scherbenhaufen vor sich.
Moderne Interpretationen: Fernsehen
2008, ARD-Verfilmung, die moderne, eigenständige Prinzessin wehrt sich gegen die arrangierte Ehe.
Neugestaltungen des Klassikers: Bühne
Moderne Theaterinszenierungen stellen die Prinzessin als Frau dar, die eigenständig agiert, das Spiel durchschaut und sich bewusst für Drosselbart entscheidet.
Postmoderne Literatur
In der feministischen Literatur wird „König Drosselbart“ als Propaganda für reaktionäre Frauenbilder kritisiert. Der angeblich liebende Mann agiert auf vielfältige Weise gewalttätig, um seine Frau zu einem in seinen Augen besseren Menschen zu erziehen. Das bedeutet die Unterwerfung der Frau unter den Willen des Mannes.

Inhalt
Eine Königin, die bei der Geburt starb, hatte sich eine wunderschöne Tochter gewünscht. Die sehr eitle Stiefmutter, die der König bald darauf geheiratet hatte, frug jeden Tag ihren magischen Spiegel, wer die schönste Frau im Lande wäre. Bis zu Schneewittchens, ihrer Stieftochter, Pubertät, manchmal ist von ihrem 7. Geburtstag die Rede, nannte er ihr die Königin. Als er aber sagte, dass Schneewittchen schöner wäre als sie, wollte sie die Stiefmutter sofort töten lassen. Der mit dem Mord beauftragte Jäger oder Diener hatte mit dem Mädchen Mitleid, ließ es im Wald laufen und erschoss einen Hirsch/ein junges Wildschwein. Dessen Leber und Lunge oder nur das Herz brachte er der Stiefmutter, um Schneewittchens Tod zu beweisen. Die Königin aß die Organe.
Schneewittchen irrte allein im Wald umher, bis es zum Haus der 7 Zwerge kam. Sie nahmen das Mädchen auf. Es führte ihnen den Haushalt und erhielt dafür Unterkunft, Nahrung und Schutz.
Die Königin erfuhr eines Tages vom Spiegel, dass Schneewittchen am Leben wäre. Sie verkleidete sich und versuchte, es mit einem Gürtel, vergifteten Kamm und Apfel zu vergiften. 2 Mal konnten es die Zwerge retten. Nach dem 3. Versuch erwachte Schneewittchen nicht mehr. Die tieftraurigen Zwerge legten es in einen gläsernen Sarg und hielten abwechselnd Totenwache.
Eines Tages kam ein Prinz vorbei. Er verliebte sich in Schneewittchen und wollte es mit zu sich nach Hause nehmen. Beim Transport stolperte ein Sargträger. Dadurch hustete Schneewittchen ein Apfelstück, das ihm im Hals stecken geblieben war, aus und erwachte vom Tod.
Der Prinz brachte es in sein Schloss, heiratete es und verurteilte die Stiefmutter zum Tod.
Wissenswertes
Märchentypen und -verzeichnisnummer
ATU 709 (Schneewittchen / Snow White), ATU 883 Die unschuldige Verleumdete (The Innocent Slandered Maiden), KHM 53
Entwicklungsgeschichte des Märchens
Bereits in der Mythologie der griechischen Antike gibt es mit „Chione“ Parallelen zu „Schneewittchen“.
Im 17. Jahrhundert schrieb Giambattista Basile in seinem „Pentamerone“ die älteste italienische Variante des Märchens. Sie heißt „La schiavottella“ – „Die kleine Sklavin“.
Die Brüder Grimm zeichneten die hessischen, oral tradierten Abwandlungen 1808 auf. Die Erstfassung erschien 1812. Bis 1857, als die Letztfassung veröffentlicht worden ist, haben sie etliche drastische Veränderungen vorgenommen. Die Bearbeitungen des Märchens „Schneewittchen“ zeigen deutlich die Entwicklung des Schaffens der Brüder Grimm. Sie entromantisierten das primäre Märchenfragment und machten ein Kunstmärchen daraus.
Die Erweckung Schneewittchens durch einen Kuss des Prinzen ist keine Erfindung der Brüder Grimm, sondern eine spätere.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Prinz: Er ist nekrophil und erlöst Schneewittchen versehentlich durch einen gewaltsamen Transport.
Schneewittchen: Es ist schön, freundlich und arbeitsam, allerdings auch sehr naiv. Es sucht nach Bestätigung seiner Schönheit und nach Konsum.
Stiefmutter: Sie ist extrem narzisstisch. Ihr gesamter Selbstwert hängt von der Bestätigung des Spiegels ab.
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Apfel: Die rote Seite steht für Verführung und reife Sexualität.
Berge: das Unzugängliche
Farben: Rot – Blut, Leben, Sexualität; Schwarz – Tod, Ebenholz; Weiß – Reinheit, Unschuld
Glassarg: Er umschließt das scheintote, jungfräuliche Schneewittchen. Auf diese Weise wird seine Kindheit in einer Vitrine erhalten und es vom realem Leben ferngehalten.
7: Die Zahl steht für Planeten und Zeiteinheiten, sie symbolisiert hier eine kosmische Ordnung.
Spiegel: Er symbolisiert die patriarchale Umwelt, die Frauen auf ihr Äußeres reduziert.
Zwerge: Sie sind geschlechtslose Arbeitswesen im Bergbau. Sie bieten Überlebenssicherheit und Schutz, sonst nichts.
Moderne Interpretationen: Filme und Popkultur
„Snow White and the Seven Dwarfs“, 1937, Disney, erster abendfüllender Zeichentrickfilm, Prägung des globalen Bildes des Märchens
„Snow White and the Huntsman“, 2012, moderner Realfilm, Transformation Schneewittchens zur Rüstung tragenden Kriegerprinzessin
2001, Jörn Heitmann, Musikvideo für „Sonne“, Rammstein, Popkultur, Zwerge als drogenabhängige Goldgräber, Schneewittchen sadistische, riesige, dominante Herrscherin

Inhalt
Es war durch Missernten und Inflation zu einer großen Hungersnot gekommen. Ein Besenbinder hatte zwei Kinder, die er nicht mehr ernähren konnte. Seine 2. Frau, die Stief/mutter der Kinder, überredete ihn, sie im Wald auszusetzen. Sie sollten schauen, allein durchzukommen. Hänsel belauschte den Plan und sammelte beim 1. Versuch Kieselsteine, beim 2. Brotkrümel, um den Heimweg wiederzufinden. Der 2. Versuch der Eltern gelang, weil Vögel das Brot aufgepickt hatten. Die Geschwister verliefen sich immer tiefer in den Wald, bis sie zu einem Haus, das über und über mit Lebkuchen und Zuckerwerk bedeckt war, kamen. Sie aßen davon. Eine alte Frau, die Besitzerin der Hütte, kam heraus und erwischte sie dabei. Sie war zunächst freundlich und gab den Kindern Suppe. Sie enthielt ein Schlafkraut. Die Hexe zerrte Hänsel in den Hof und sperrte ihn dort in einen Käfig. Sie mästete ihn, um ihn später zu essen. Gretel beutete sie als Hausmagd aus. Sie bekam gerade genug zu essen, um nicht zu verhungern. Als die Hexe Gretel befahl, den Ofen anzuheizen, stieß Gretel sie hinein. Die Hexe verbrannte. Sie war sehr reich gewesen und hatte viele Juwelen und auch Geld in einem Schrank versteckt. Diesen Schatz raubten die Geschwister. Sie kehrten nach Hause zum Vater zurück. Ihre Not hatte ein für allemal ein Ende.
Auch von diesem Märchen gibt es etliche Varianten. Morkie lässt Hänsel und Gretel nicht zu Raubmördern werden. Gretel entwendet nach und nach einen Teil des Schatzes der Hexe, den sie als gerechten Lohn für ihre Arbeit betrachtet. Hänsel versteckt Juwelen und Geld in seinem Gewand. Sobald Gretel genug gesammelt hat und Hänsels Schlachttag nicht mehr weit sein kann, entwendet Gretel die Schlüssel der Hexe, sperrt sie im Haus ein, verriegelt die Fenster, lässt Hänsel aus seinem Käfig heraus und geht mit ihm nach Hause.
Wissenswertes
Märchentypus und -verzeichnisnummer
ATU 327A (Hänsel und Gretel / Das Kinderfresser Haus, Hansel and Gretel / The Ogre´s House), KHM 15
Entwicklungsgeschichte des Märchens
Es basiert auf den realen Erfahrungen von häufigen Hungersnöten in gesamt Europa bis in die Neuzeit. Kinder auszusetzen, war oft die einzige Möglichkeit der Eltern, wenigstens einige von ihnen oder sich selbst zu retten. Dortchen Wild erzählte das Märchen den Brüdern Grimm. Ursprünglich war die leibliche Mutter diejenige, die die Kinder aussetzen wollte. 1840 erfanden die Brüder Grimm die Stiefmutter. In der italienischen Version kommt eine Ente vor, die die Kinder über einen See nach Hause bringt.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Gretel: Sie ist ein kleines, weinendes, hilfloses Mädchen, das plan- und ziellos hinter seinem großen Bruder herläuft. Sie wehrt sich zunächst nicht gegen die Hexe, sondern erfüllt gehorsam, ohne zu klagen, alle Aufgaben. Sie spendet dem eingesperrten Bruder Trost. Im entscheidenden Augenblick schreckt sie nicht vor Mord zurück und rettet damit beide. Auch in Morkies abgeschwächter Version entwickelt sie sich in der Not. Sie wird selbständig und aktiv. Sie ist auch diejenige, die die Informationen über den Schatz besitzt.
Hänsel: Er ist der rationale Planer, der sich mit den verbotenen Mitteln des Belauschens und der Täuschung erfolgreich zur Wehr setzt. Gleichzeitig kümmert er sich um seine kleine Schwester und rettet zunächst auch sie.
Hexe & Stiefmutter: Beide sind verschlingende, vernichtende Mutterfiguren.
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Ente: Sie symbolisiert die helfende Natur bei der Reintegration.
Lebkuchenhaus: Es steht für die Falle der reinen Triebbefriedigung und die Regression in die vollkommene kindliche Versorgung.
Backofen: Er ist immer ein Symbol der Transformation. Das Verbrennen der Hexe befreit die Kinder nach C. G. Jung von der unbewussten Angst vor der alles verschlingenden oder auf andere Weise vernichtenden bösen Natur des Weiblichen. Dies ist aber nur eine Facette des Weiblich-Mütterlichen. Es gibt auch die nährende, fürsorglich-liebende Mutter Imago.
Wasser: Der See ist genauso wie der Wald die Grenze zwischen der unbewussten, magischen und der bewussten, realen Welt.
Moderne Interpretation: Film
„Gretel & Hänsel“, 2020, ist ein feministischer Coming-of-Age-Horrorfilm. Osgood Perkins führte Regie, Sophia Lillis spielte Gretel. Sie lernt von der Hexe magische Praktiken.
Gestaltung des Klassikers auf der Bühne
„Hänsel und Gretel“, 1893, Engelbert Humperdinck, bis heute führt dieses Standardwerk des Musiktheaters Kinder in die Opernwelt ein.

Inhalt
Die böse Zauberin Gothel, die das Baby Rapunzel von ihrem Vater als Preis für seinen Diebstahl ihrer Rapunzeln verlangt, ist im morkie ganz anders geartet. Sie ist die mächtige, reiche Zauberin Ruwina, die selbst keine Kinder hat und Rapunzel sehr gut behandelt.
Als Rapunzel ein Teenager wird, sperrt sie sie dennoch zu ihrem Schutz, wie sie meint, in einen Turm. Als die Zauberin Rapunzel und Prinz Iwein, die sich in einander verliebt haben, bei der Flucht aus dem Turm erwischt, stößt sie ihn nicht hinab in die Dornenhecke, sondern lässt ihn durch einen Zauberspruch erblinden. Sie gibt ihm auch die Chance, 3 Aufgaben zu bewältigen, um wieder sehen und Rapunzel finden zu können.
Rapunzel kann zaubern, widersetzt sich der Zauberin und ist durch magische Gedankensteine mit dem Prinzen in Fernverbindung. Mittels dieser beiden Märchen-Smartphones unterstützt sie Iwein mit klugen Ratschlägen. Sie muss aber zur Strafe für ihren Verrat in einer Einöde allein leben. Im Originalmärchen gebiert sie dort die Zwillinge des Prinzen. Die Tränen der Wiedersehensfreude heilen die Augen des Prinzen. Das Happy End im morkie sieht anders aus. Lasst euch überraschen.
Wissenswertes
Märchentypus und -verzeichnisnummer
ATU 310 (Das Mädchen im Turm), KHM 12
Entwicklungsgeschichte des Märchens
Das zentrale Motiv des im Turm eingesperrten Mädchens ist aus der griechischen Mythologie, „Danaë“, und der christlichen Legendenbildung, „Heilige Barbara“, bekannt. Darauf beruhend erschien postum Giambattista Basiles „Petrosinella“, zu Deutsch Petersilie. Es wurde 1634 in Neapel veröffentlicht und ist das älteste Rapunzelmärchen Europas. Sie ist listig und aktiv und entflieht mit Hilfe magischer Eicheln. Der Turm ohne Türe stammt von Charlotte-Rose de Caumont de La Force, 1697, in Frankreich. Die Übersetzung von „Petrosinella“ bzw. „Persinette“ in „Rapunzel“ verdanken wir Friedrich Joachim Christoph Schulz, 1790, Deutschland. Diese Version haben die Brüder Grimm 1812 übernommen.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Hexe, Frau Gothel: Sie steht hier bei den menschlichen Figuren, weil sie keine klassische, böse Märchenhexe ist. Dies zeigt auch ihr Name, Frau Gothel, der eine alte Bezeichnung für die Patin, die spätere Patentante ist. Sie ist eine überbehütende, besitzergreifende Mutterfigur, die typische Glucke, und leidet unter Kontrollverlustangst und Verleugnung ihres Älterwerdens.
Mutter: Sie ist schwanger, nicht krank. Sie ist gierig und unbeherrscht und verlangt ihrem Mann alles ab.
Prinz: Er ist der typische jugendliche, romantische Held. Er reift durch seine Erblindung und die Bewältigung seiner Aufgaben. Dadurch wird er erwachsen und für Rapunzel ein adäquater Partner.
Rapunzel: Sie ist ein Baby, das von den biologischen Eltern einer sozialen Mutter überantwortet wird. Sie wächst heran und wird zu Beginn der Pubertät in einem Turm von der Außenwelt isoliert. Sie ist in kindlicher Abhängigkeit und Gehorsam aus Angst gefangen, wird aber zunächst in der Pubertät und danach durch die Beziehung zum Prinzen immer selbstständiger.
Vater: Er ist der schwächste in dieser Konstellation. Er kann sich weder gegen die unersättlichen Wünsche seiner Frau noch gegen die vermeintliche Macht der Zauberin durchsetzen und opfert sein Kind.
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Schlüsselelemente: eingesperrtes Mädchen, Erblinden, lange Haare
Erblinden: Der Prinz ist für eine Partnerschaft zu unreif, er muss erwachsen werden.
Haare Abschneiden: Es symbolisiert Kastration, Entzug der Macht, Entehrung und Desexualisierung.
Lange Haare: Sie stehen für Lebenskraft, Fruchtbarkeit und Sexualität. Hier sind sie überdies der einzige Weg zu sozialen Kontakten außer dem zur Mutter / Patin / Zauberin.
Rapunzeln: Sie bedeuten unkontrollierbare Gier und Sucht.
Seidentücher: Sie sind Geschenke des Prinzen bei seinen Besuchen. Manche interpretieren sie als Bezahlung für Rapunzels sexuelle Dienste, andere sehen darin ihre Absicht eines selbstbestimmten aktiven Ausbruchs.
Tränen: Sie symbolisieren die emotionale Reinigung, die Reue über den Betrug und die heilende Kraft der Liebe.
Wüste: Prüfung, Entbehrung spirituelle Reifung
Zauberstab: Er kommt nur in Varianten des Märchens vor und steht für künstliche, manipulative Macht. Im Original der Brüder Grimm agiert die Zauberin mit Wortmacht oder Naturmagie.
Moderne Interpretationen: Film, Fernsehen, Psychologie
„Barbie als Rapunzel“, 2002
„Rapunzel – Neu verföhnt“, 2010, Disney
„Into the Woods“, 2014, Film und Musical
„Rapunzel-Syndrom“, in der Psychoanalyse, z. B. nach Eugen Drewermann, ist es die Standard-Metapher für die Unfähigkeit von Jugendlichen, sich aus symbiotischen, krankhaften Elternbeziehungen, die durch Kontrollzwang, Angst vor Machtverlust und maternalistische oder paternalistische Ansprüche der Erziehungsberechtigten gekennzeichnet sind, zu lösen.
Postmoderne Experimente: Literatur und Retellings
„Cinder-Chroniken“, Band 3 „Cress“, Marissa Meyer, Science-Fiction-Variante, Rapunzel ist als Hackerin in einem Weltallsatelliten gefangen.
„The Bloody Chamber“, Angela Carter und viele feministische Autor(inn)en thematisieren in Kurzgeschichten mit dem Rapunzelmotiv das Patriarchat, die Auflehnung gegen sexuelle Unterdrückung und das Recht auf Selbstbestimmung.

Inhalt
Der König glaubt dem prahlenden Müller, dass dessen Tochter aus Stroh Gold spinnen könne. Das Mädchen muss nächtens, in eine Kammer eingesperrt, diese Fähigkeit beweisen. Ein Männchen mit Zauberkräften hilft ihm. Das Männchen bekommt nach der ersten Nacht für seine Dienste die Halskette der Müllerstochter, nach der zweiten ihren Ring, nach der dritten hat die Müllerstochter keinen materiellen, für das Männchen wertvollen Besitz mehr. Sie hatte aber ein Eheversprechen des Königs, wenn sie noch einmal eine Nacht lang Gold spinnen würde. In ihrer Verzweiflung geht sie auf das Verlangen des Männchens, ihr erstgeborenes Kind zu bekommen, ein. Nach der Geburt des Königskindes fordert das Männchen seinen Lohn. Es gewährt der Königin drei Tage Zeit, um seinen Namen zu erraten. Gelingt ihr das, darf sie ihr Kind behalten. In der dritten Nacht nennt die Königin den richtigen Namen. Das Rumpelstilzchen zerstört sich aus Wut selbst. In der ersten Version läuft es einfach davon. So ist es auch in Morkies Bearbeitung.
Wissenswertes
Märchentypen und -verzeichnisnummer
ATU 500 (The name of the Helper, Der Name des Unholds), ATU 501 (Die drei alten Spinnerinnen), KHM 55
Entwicklungsgeschichte des Märchens
Es gibt viele Urformen in ganz Europa. Sehr bekannt ist „Tom Tit Tot“ aus England. Die hessischen Variationen, die die Brüder Grimm sammelten, erzählten ihnen Dortchen und Lisette Wild. Anfangs lief das Männchen, nachdem die Königin seinen Namen genannt hatte, einfach davon (1812). Auf diese Version greift Morkie zurück. Die Selbstzerreißung des Männchens führten die Brüder Grimm 1857 ein.
Figurenkonstellation und Charakteristika
Müllerstochter: Sie ist ein passives und gehorsames, sowohl dem Vater als auch dem König und dem magischen Männchen ausgeliefertes, willfähriges Opfer. Nach der Geburt ihres Kindes wird sie zur kämpferischen Löwenmutter.
Müller, König: Beide sind immens gierig, geltungs- und selbstsüchtig. Schamlos benutzen sie ein junges, nach heutigem Verständnis ihrem Schutz befohlenes Mädchen als Ware in ihrem Spiel.
Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen
Rumpelstilzchen: Als Kobold, ein ambivalentes Elementarwesen, rettet und fordert es Leben. Es verkörpert den verdrängten Schatten.
Stroh zu Gold: Es wird aus dem Nichts durch Magie großer Reichtum gewonnen. Dies steht für einen naiven Zauberglauben (Alchemie). Diejenige, die dafür ursprünglich nachts schwer arbeiten sollte, erhält nichts davon. Sie darf am Leben bleiben, das ist alles. Die Nutznießer erbringen null Leistung. Das ist Feudalismus – oder frühe Kapitalismuskritik.
Namenskenntnis: Bis heute gibt es Kulturen, in denen der Glaube herrscht, den wahren Namen von jemandem zu kennen, verleihe Macht über die Person, den Namen zu nennen, könne Dämonen bannen.
Moderne Interpretationen: Fernsehen, Psychologie
„Once Upon a Time“, 2011, Fantasy-Serie
„Rumpelstilzchen-Prinzip“: Kommunikationstheorie – das Benennen hebt die Bedrohung auf.








