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cleveres kerlchen, das tapfere schneiderlein

EIN SCHNEIDER Aß FROHEN MUTS
SEIN BROT MIT BUTTER UND MUS.

SIEBEN FLIEGEN SAßEN DARAUF,
KURZENTSCHLOSSEN HAUTE ER D’RAUF.

ER STICKTE LAUNIG AUF ’NEN GÜRTEL SOGLEICH
ICH ERLEGTE FLOTT: „SIEBEN AUF EINEN STREICH“

DOCH STOLZ UND HOCHMUT SOLLTEN FOLGEN HABEN!

WELCHE, DAS WIRD EUCH MORKIE GERN VERRATEN.

Inhalt

Nachdem ein armer Schneider 7 Fliegen auf seinem Marmeladebrot erschlagen hatte, stickte er „Sieben auf einen Streich“ auf seinen Gürtel. Abenteuerlustig begab er sich auf Wanderschaft. Nach geraumer Zeit musste er einige Prüfungen bestehen, um die Königstochter zur Frau und das halbe Königreich zu eigen zu bekommen. Er sollte zwei Riesen töten. Das macht er in Morkies Erzählung nicht. Er gewinnt die beiden zu loyalen Freunden. Das Einhorn, das er einfangen sollte, zähmt er, sodass es ihn freiwillig begleitet. Das gefährliche Wildschwein bändigt er nicht, indem er es einsperrt, sondern dafür sorgt, dass es ein eigenes Wildnisgebiet bekommt, wo es ungestört von Menschen leben kann. Er löst mit Witz und Verstand statt mit Gewalt, Mord und Totschlag seine Aufgaben. Darüber hinaus hält er andere von ihrer Gewalt ab.

Wissenswertes

Märchentypen und -verzeichnisnummer

ATU 1640 (Das tapfere Schneiderlein), ATU 1060 (Wasser aus dem Stein pressen), ATU 1062 (Steinwerf-Wettkampf), ATU 1052 (Baumtrag-Wettbewerb), ATU 1051 (Das Biegen des Baumes), ATU 1115 (Versuch, den Helden im Bett zu töten), KHM 20

Entwicklungsgeschichte des Märchens

„Das Tapfere Schneiderlein“ zählt mit der Nummer KHM 20 zu den Klassikern der deutschen Kinder- und Hausmärchen. Die Brüder Grimm haben es nicht geschrieben, sondern es als typisches deutsches Volksmärchen in ihre Sammlung aufgenommen. Es ist ein sehr altes Literaturmärchen. Der Vorläufer ist ein Schwank von Martin Montanus aus dem 16. Jahrhundert.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Schneider: Er entspricht dem Trickster. Er ist klein, schwach, in niederer sozialer Stellung und arm. Seine scheinbaren Mängel in einer gewalttätigen, am Reichtum orientierten Welt gleicht er mit Witz und Verstand aus. Er ist auch ein Hochstapler. Er wusste genau, dass alle, denen er begegnen würde, bei den 7, die er angeblich erschlagen hatte, nicht an Fliegen denken würden.
König: Er ist opportunistisch, ausbeuterisch, betrügerisch, ein dünkelhafter Despot.
Prinzessin: Die Prinzessin ist zunächst ein passives Objekt. Sie ist für ihren Vater der Preis für die Heldentaten des Schneiders. Für den Schneider ist sie das Mittel zum Zweck, sozial aufzusteigen. Sie ist hochmütig und hat genau wie ihr Vater Standesdünkel.

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Einhorn: Es steht für Reinheit und unbändige, wilde Natur. Der Schneider besiegt es durch List. Es ist ein Sieg des Verstandes über die Naturkraft.
7 Fliegen: Sie sind lästiges Ungeziefer. Dass sie in den Fantasiewelten der Gegenüber des Schneiders zu Monstern, Riesen oder gefährlichen Wegelagerern werden, zeigt den Übergang von der Realität zum Märchen. Gerade die 7, die heilige Zahl der Vollkommenheit und universellen (göttlichen) Macht, mit ihnen in Verbindung zu bringen, führt vor, dass aus etwas Ekelhaftem etwas Großartiges werden kann.
Gürtel: Mit dem Gürtel erfindet sich der Schneider neu. Er erschafft sich seine frei erfundene Identität, in der er sich als stark und mutig inszeniert. Die Macht der Schriftlichkeit zeichnet ein Bild von ihm, dem seine natürliche Gestalt eindeutig widerspricht.
Kapelle: Der Schneider sperrt das Wildschwein in eine Kapelle. Sie steht für die Ordnung und die Zivilgesellschaft. Beide sollen das Wilde (individuelle Wildheit und natürliche Wildnis) bezwingen können.
Riesen: Sie sind nicht bewältigbare, übermächtig erscheinende Bedrohungen. Durch die Taktik des „Teile und Herrsche“ gelingt es dem Schneider, dass die Feinde einander gegenseitig umbringen. Die Riesen stehen auch für die rohe menschliche Gewalt, die Einfalt und die Selbstüberschätzung.
Wildschwein: Wie in vielen Märchen verkörpert es den Wald und eine rohe, zerstörerische Gewalt darin. Der Wald selbst steht sowohl für alles Unbekannte als auch für das Unbewusste des eigenen Wesens.

Moderne Interpretationen: Film, Fernsehen

„The Brave Little Tailor“, 1938, Disney; Mickey Maus verkörpert den Schneider.
„Sechs auf einen Streich“, 2008, ARD
„Märchenperlen“, ZDF, Serie

Neugestaltungen des Klassikers auf der Bühne

2023, Raoul Biltgen, Dschungel Wien
Comic-Theater, Salzburg
2023, Burgfestspiele Reichenau

Literatur und Retellings

„Lehrbuch der Lebenskunst“, Éric Chevillard, Roman für Erwachsene

Sie können in den E-Books der Rubrik „Bibel Erleben“ die der Bibel wörtlich entnommenen Textpassagen ausführlich nachlesen. Zu den biblischen Ereignissen gibt es zahlreiche Interpretationen und Hintergrundinformationen.
Spiele, Quizfragen, Wettbewerbe, Entscheidungsbäume u. v. m. in den spielifizierten E-Books ermuntern die Kinder dazu, sich intensiver in die Bibel zu vertiefen.
Ab der Bestellung von 2 Vorstellungen eines Programms an einem Tag gibt es gratis ein E-Book zu dem ausgewählten Programm zur Vor- und Nachbearbeitung dazu.

Während der/die Erzähler/in wörtlich Bibelverse zitiert oder Kinder aus der Bibel vorlesen, schlüpfen diejenigen, die es gern möchten, in verschiedene Rollen. Sie spielen Elemente, Pflanzen, Tiere, Menschen, …

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Die Kinder stellen Jesus, die Apostel und Johannes, den Täufer, dar. Sie bewegen die Wellen des Jordan, wo Johannes Jesus tauft, und den Heiligen Geist, der leicht wie eine Taube über Jesus kommt.

Der ehrliche und tiefe Glaube des Hauptmanns, den ein Kind spielt, bewirkt die Heilung seines Dieners. Kinder lassen den Gelähmten durch das Dach des Hauses hinab. Jesus vergibt ihm seine Sünden.

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Der/die Erzähler/in spricht mit Gottes Stimme, dass er den Menschen eine Lebenszeit von 120 Jahren auf der Erde gewähren werde. Vor der Sintflut rettet der HERR Noah, seine Familie und viele Tiere. Die Kinder bauen die Arche.

Die gemeinsame Suche nach Problemlösungen in Gesprächen und das Miteinander im Erspielen der Situationen regen mehr zum Nachdenken an als passives Zuhören. Die Freude am Spiel in den Vorstellungen macht auf die spielifizierten E-Books neugierig. Damit schlagen wir zwar nicht sieben, aber drei Fliegen mit einer Klappe – die Kinder lernen bereits aktiv in den Vorstellungen / der/die Erzähler/in spricht ihre Neugier und Kreativität gezielt an / der Einsatz beliebter Medien (Smartphone, Tablet, Laptop) führt die Kinder durch das Lesen in die reichen Welten ihrer eigenen Fantasien.

Morkie-Märchen decken mit direkten oder Metabotschaften zahlreiche Inhalte der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige ab. Sie finden Themenbereiche von A–Z:
Achtsamkeit, Ängste, Arbeit, Astronomie, Bewegung, Beziehungen, Chemie, Deutschkenntnisse, Durchhaltevermögen, Elemente, Erlebnisse, Ernährung, Fähigkeiten, Farben, Fremderleben, Freundschaft, Frustration und ihre Bewältigung, Gefühle, Gemüse, Geografie, Gesundheit, Getränke, Handel, Hilfsbereitschaft, Hygiene, Instrumente, Jahreszeiten, Kommunikation, Konflikt(e) und ‑lösungen, Lehr‑ und Lernmethoden, Leichtsinn, Mitgefühl, Mut, Nachbarschaft, Nahrungsmittel, Not, Obst, Ozeane, Pflanzen, Physik, Quellen, Rechnen, Religion, Rücksichtnahme, Selbstbewusstsein, Spracherwerb, Sprechübungen, Tauschen, Tiere, Tod, Tradition, Trauer, Träume, Umwelt, Ungehorsam, Volksbräuche, Wahl des richtigen Ja oder Nein, Wissen, Wünsche, Xmas, Yoga, Zählen, Zähneputzen, Zeichnen, Ziele, Zusammenhalt

Sie finden unter „Gut zu wissen“ in den einzelnen Morkie-Märchen-Beschreibungen jeweils einige der Themen. Viele der Morkie-Märchen lassen sich individuell an die in Ihrer Gruppe gerade aktuellen Schwerpunkte anpassen. Morkie und Morkini erfüllen Ihre Wünsche sehr gern. Fragen Sie uns einfach!

Vertiefen Sie die Lern- und Erfahrungsinhalte Ihrer Gruppe mit unseren spielifizierten E-Books.

Ab der Bestellung von 2 Vorstellungen eines Programms an einem Tag gibt es gratis ein E-Book zu dem ausgewählten Programm zur Vor- und Nachbearbeitung dazu.

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Die eine oder andere Lebensgeschichte der hier ausgewählten Heiligen ist frei erfunden oder es sind die Erlebnisse mehrerer Personen zur Biografie einer einzigen verschmolzen. Es kommt auch vor, dass Dichtung und historisch belegte Wahrheit vermischt werden. Die dritte Gruppe heiliger Frauen und Männer ist ganz klar historisch nachgewiesen.

Die Zusatzinformationen zu den Biografien informieren darüber, zu welcher der drei Gruppen ein/e Heilige/r gehört. Schaut, ob ihr wisst, ob die erzählten Ereignisse, z. B. von Nikolaus, Barbara oder Leopold, Dichtung oder Wahrheit sind.

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h 2 alle nach jahreszeiten sortiert

Die bewundernswerten Menschen sind des Weiteren nach den Jahreszeiten in Herbst-, Winter-, Frühling- und Sommerheilige eingeteilt, abhängig davon, wann wir in Österreich ihre Gedenktage feiern. Wisst ihr, wann wir uns an die meisten der 10 Heiligen besonders erinnern?

Wer noch genauere Informationen bekommen möchte oder Spiele, Quizfragen, Wettbewerbe, das Sammeln von Punkten und Bonuspunkten sowie kleine Belohnungen in die Vor- und Nachbearbeitungen seiner Vorstellungen einbauen möchte, findet in unseren spielifizierten E-Books sehr viel spannendes Material.
Ab der Bestellung von 2 Vorstellungen eines Programms an einem Tag gibt es gratis ein E-Book zu dem ausgewählten Programm zur Vor- und Nachbearbeitung dazu.

Gerade für diese Rubrik der Vorstellungen des morkie Kinder- & Erzähltheaters sind die spielifizierten E-Books zur Vor- und Nachbearbeitung der Vorstellungen besonders geeignet. Es gibt darin ausführliche Hintergrundinformationen zu den Entstehungsgeschichten der Märchen, zu ihrer reichen Symbolik und zu den Veränderungen in ihren Darbietungen im 21. Jahrhundert.
Ab der Bestellung von 2 Vorstellungen eines Programms an einem Tag gibt es gratis ein E-Book zu dem ausgewählten Programm zur Vor- und Nachbearbeitung dazu.

Morkie hat die verbale und physische Gewalt dieser Märchen entschärft, soweit es machbar gewesen ist, ohne die Märchen ihres Kerns zu berauben. Dennoch sind sie erst ab dem Volksschulalter zu empfehlen. Sie haben zwar alle ein Happy End, doch spielen einige Szenen in düsterer Atmosphäre. Die Kinder sollten bereits in der Lage sein, Aufgaben – wie gefährliche Feinde zu bezwingen oder erschreckende Situationen zu bewältigen – mit Angst-Lustgefühlen genießen zu können.

Die Märchen sind durch dazu erfundene Szenen, neu erdachte Figuren, Verknüpfung mehrerer Varianten eines Märchens oder neue Lesarten an heutige Situationen und Fragen der Kinder angepasst.

Die mächtige Zauberin Ruwina ist keine böse Hexe. Sie gibt Prinz Iwein die Chance, Rapunzel wiederzufinden. Dafür muss er drei Aufgaben bewältigen. Rapunzel kann zaubern, widersetzt sich der Zauberin und ist durch magische Gedankensteine mit dem Prinzen in Fernverbindung. Mittels dieser beiden Märchen-Smartphones unterstützt sie Iwein mit klugen Ratschlägen.

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Der böse Wolf ist eine alleinerziehende Mutter von 3 Welpen. Sie erwischt ihre Jungen beim vergnügten Spiel mit Rotkäppchen und verscheucht sie in die Wolfshöhle. Dort sollen sie auf Mama Wolf warten. Zuletzt ertrinkt die Wölfin nicht im Brunnen, weil der Jäger, Rotkäppchen und die Großmutter mit ihr und den Welpen Mitleid haben und sie aus dem Brunnen ziehen.

Aschenputtel ist in den morkie-Vorstellungen sehr selbständig. Sie kann reiten und Bogen schießen, wie in der tschechischen Variante „Aschenbrödel und die drei Haselnüsse“. Die gläsernen Schuhe und die Glaskutsche kommen in Walt Disneys „Cinderella“ vor. Die Täubchen helfen „Aschenputtel“ in der deutschen Fassung. Zehen und Fersen beider Stiefschwestern bleiben aber dran.

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BIBEL ERLEBEN

Morkie zitiert wörtlich oder die Kinder lesen aus den Bibelberichten vor.

Diese Textpassagen und zahlreiche Interpretationen sind in den E-Books ausführlich nachzulesen. Spiele, Quizfragen, Wettbewerbe, Entscheidungsbäume u. v. m. ermuntern die Kinder in den spielifizierten E-Books dazu, sich intensiver mit der Bibel auseinanderzusetzen. Ab der Bestellung von 2 Vorstellungen eines Programms an einem Tag gibt es gratis ein E-Book zu dem ausgewählten Programm zur Vor- und Nachbearbeitung dazu.

Die Kinder spielen Jesus, die Apostel, Johannes, den Täufer und Johannes, den Evangelisten.

Sie lassen den Gelähmten, den Jesus heilt, durch das Dach des Hauses herab. Erwachsene aus dem Publikum unterstützen sie dabei.

Die Kinder sind der Fluss Jordan, in dem Johannes Jesus tauft, und der Heilige Geist, der über ihn, genauso wie über Maria kommt.

Sie bauen als Noah und seine Familie die Arche und spielen die Tiere, die die Arche betreten, …

Durch das Erleben der Bibel, bleiben die Ereignisse viel eindrücklicher im Gedächtnis.

Die Frage, wie steht denn das genau in der Bibel, was wir da gespielt haben, macht auf das Lesen oder Anhören der Bibel neugierig.

feuertaufe

EIN BRAUSEN STRÖMT DURCH WEITEN RAUM,
ERFÜLLT WIRD DER PROPHETEN TRAUM.

WIE FEUERZUNGEN HELL UND REIN,

KEHRT GOTTES GEIST IN HERZEN EIN.

VOM HEILIGEN GEIST VOLLKOMMEN DURCHDRUNGEN,

SPRECHEN DIE ZWÖLF APOSTEL NUN IN ZUNGEN.

Inhalt

12 Kinder spielen die Apostel, die im Haus sind. Jesus verspricht ihnen die Taufe mit dem Heiligen Geist.

Nach dieser Szene vergeht die Zeit bis Pfingsten. Es sind wieder 12 Apostel zusammen und auch viele andere Frauen und Männer, Jünger Christi. Einige Kinder spielen diese Christinnen. Alle Personen im Publikum sind der brausende, tosende Sturm. Während der Sturm tobt, kommen 6 Kinder auf die Spielfläche und legen die Feuerzungen auf die 12 Apostel. Lasst euch überraschen, wie ihr die Feuerzungen darstellen werdet. 6 Kinder gehen wieder auf ihre Plätze. Die Kinder kommen unter den Feuerzungen hervor. Der/die Erzähler/in räumt die Feuerzungen von der Spielfläche weg. Der Sturm lässt nach, alle außer den 12 Aposteln gehen auf ihre Plätze und setzen sich. Die Apostel reden in Zungen.

Der Sturm verwandelt sich in die Menschen der Nationen. Sie sprechen im Chor: „Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören? Einige sagen zueinander: „Was hat das zu bedeuten?“ „Sie sind vom süßen Wein betrunken.“

Alle Kinder lassen ihre Requisiten und Kostüme auf der Spielfläche. Sie setzen sich zu den anderen ins Publikum.

1 Kind kommt auf die Spielfläche und spielt Petrus. Es spricht: „Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde am Morgen.“

Wissenswertes

Im 2. Kapitel der Apostelgeschichte beschrieb der Evangelist Lukas das Pfingstereignis

Apg 2,7–8; 12–13; „Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? / Wieso kann sie jeder von uns in
seiner Muttersprache hören: / Was hat das zu bedeuten? / „Sie sind vom süßen Wein betrunken.“
Petrus aber sprach zu ihnen:
Apg 2,33 „Zur Rechten Gottes erhöht, hat er vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen und ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.“

Der Evangelist Johannes schrieb

Joh 15,26 „Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.“
Joh 16,13 „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.“

Symbole und Wesen des Heiligen Geistes

Als universelles Symbol des Heiligen Geistes erkennen alle christlichen Religionen die Taube an. In der Ikonographie zeigen Feuerzungen die Begeisterung und Reinigung. Der Wind oder Atem, von dem oft in der Bibel die Rede ist, steht für die lebensspendende Kraft Gottes im Heiligen Geist. Einigkeit herrscht darüber, dass der Heilige Geist die Gegenwart Gottes in den Gläubigen ist und die Verbindung dieser Menschen zur Braut Christi.

Er ist der Geist der Wahrheit, der Begleiter der Menschen und leitet sie zum Guten und Richtigen an. Schwierigkeiten bereitet es vielen, den Geist der Wahrheit vom Irrtum oder dem Geist der Welt zu unterscheiden.

zauselig krauselig wuselig

ES TREIBT SCHABERNACK,
SPIELT MANCHEN STREICH
IST AN FANTASIE SEHR REICH.

ES WÜNSCHT SICH FREUNDE
VON GANZEM HERZEN,
BEREITET VIELEN GROßE SCHMERZEN.

DER WEG IST WEIT, DAS ZIEL IST FERN.
DOCH ENDLICH HABEN ES ALLE GERN.

Inhalt

Zauselig Krauselig Wuselig ist ein sehr fremdartig aussehendes Kind, mit seinen bunten Wuschelhaaren und dem bunten Tuch, das es immer um sein linkes Knie trägt. Es ist sehr viel allein und dann langweilt es sich. Es spielt Streiche, um auf sich aufmerksam zu machen. Es glaubt, auf diese Art Freunde finden zu können. Es ist zu schüchtern, um zu fragen, ob es mit den anderen Kindern mitspielen darf. Alle Kinder zeigen Zauselig immer wieder, dass es andere Möglichkeiten gibt, als Leute zu verärgern. Doch Zauselig ist nie da, wenn sie extra für ihn etwas spielen. Zuletzt können die Kinder ihm aber doch zeigen, dass sie es gern haben und es zu ihnen gehört.

Gut zu wissen

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Beziehungen
  • Fremderleben
  • Freundschaft
  • Frustration und ihre Bewältigung
  • Gefühle, Gemeinschaft
  • Kommunikation
  • Miteinander statt Gegeneinander

weihnachten in aller welt

ES WEIHNACHTET IN ALLER WELT.
JEDE/R MACHT DAS, WAS IHR/M GEFÄLLT.

KENIA, SPANIEN, USA,
WEIHNACHTEN IST FÜR ALLE DA.

LASST UNS FLIEGEN ÜBER DIE WELT,
DASS WIR SEHEN, WAS UNS GEFÄLLT.

Inhalt

Alle feiern in unterschiedlichen Ländern Weihnachten.

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Sie können sich aussuchen, welche zeitgenössischen Weihnachtsfeste Sie interessieren.
Allerdings spielen Morkie und Morkini nicht alle Gabenbringer Varianten. Wir feiern z. B. nicht mit Väterchen Frost. Der Grund: Morozko war ein extrem mächtiger, sehr ambivalenter Naturgeist. Er brachte Eis und Schnee, belohnte die Fleißigen und bestrafte die Faulen. Er ist das russische Pendant zu Frau Holle. Erst in den 1930-er Jahren wurde er in der UDSSR als absolut unreligiöse Alternative zum Weihnachtsmann etabliert. Es wird auch zum Jahreswechsel nicht am 24., 25. Dezember oder 6. Jänner gefeiert.
Gern spielen wir aber das Weihnachtsfest der russisch-orthodoxen Kirche.
Sochelnik ist Heiligabend nach dem julianischen Kalender am 6. Jänner. Traditionell wird an diesem Tag streng gefastet, bis der erste Abendstern am Himmel zu sehen ist. Weihnachten ist ein rein religiöses Familienfest.
Meistens feiern Morkie und Morkini mit euch in Wien, Spanien, USA und Kenia.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Religion
  • Erlebnisse
  • Wünsche
  • Familie
  • Danke sagen
  • Volksbräuche
  • Fremderleben
weihnacht im alten wien

WAS GAB ES ZUR WEIHNACHT?
WER HAT ES GEBRACHT?

„STILLE NACHT, HEIL’GE NACHT“
WER HAT DAS LIED GEMACHT?

WEIHNACHT IN WIEN VOR LANGER ZEIT,
WIE MACHTEN SICH KINDER BEREIT?

Inhalt

Der/die Erzähler/in reist mit den Kindern durch die Zeit. Sie landen in Wien vor ca. 120 Jahren. Es ist Advent. Die Stadt und der Wiener Wald sind tief verschneit. Alle bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor. Was sind der Lüttenbaum oder das Adventfenster? Wie sah damals der Christkindlmarkt Am Hof aus?

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Alle können bei allen Aktionen mitmachen.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Jahreszeiten: Schnee im Herbst in Wien
  • Religion: Geburt Jesu Christi
  • Nachbarschaft: Kommunikation, treffen, plaudern, singen beim Adventfenster
  • Volksbräuche: Weihnachtskrippe, Christkindlmarkt, Kekse backen, Adventkranz
  • Fürsorge: um Tiere kümmern, Winterfütterung – Lüttenbaum – das Wort ist Plattdeutsch, der Brauch, einen kleinen Weihnachtsbaum im Wald für die Tiere zu schmücken, war auch in Wien und Umgebung beliebt.

omi ditas früchtchen

JEDEN SONNTAG, IMMER WIEDER SONNTAG
LENKT PAPI ZU OMI DITA DIE FAHRT.

DIE GROßEN PLAUDERN BEI KAFFE UND KUCHEN,
DIE KINDER IM GARTEN NACH FRÜCHTEN SUCHEN.

Inhalt

Jeden Sonntag fahren Roberts Eltern mit ihm zur Omama in den Schrebergarten. Ihm ist dort immer fad. Omi Dita hat eines Tages die Idee, ihm einen Bereich des Gartens zu überlassen. Robert darf dort anbauen, was er gern möchte. Er hat keine Ahnung, was es überhaupt für Pflanzen gibt, wie man sie anbaut und pflegt. Seine Omi erklärt und zeigt es ihm. Nach und nach freut es Robert immer mehr, mit Omama im Garten zu arbeiten. Als er sieht, wie alles wächst, gedeiht und blüht, will er immer gern zur Oma in den Garten kommen. Nach einigen Jahren beschließt er, Gärtner werden zu wollen.

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Alle Kinder stellen unterschiedlichste Pflanzen, Blumen, Sträucher, Bäume, Früchte und Wurzelgemüse, Salatköpfe und Kräuter dar. Sie sind dafür mit Riesenköpfen verkleidet. Sie gehorchen den Kommandos von Robert.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Jahreszeiten
  • Chemie: Pflanzenschutz und -düngung
  • Erlebnisse
  • Fertigkeiten: Pflanzen setzen und pflegen
  • Wissen: Nutzgärten und Schmuckgärten
  • Ziele: Berufspläne
  • Umwelt: Natur- und Kulturlandschaft

kugelbunt und kunterrund

KUNTERRUND! KUNTERRUND!
WAS MACHST DU FÜR ’NEN SCHUND?
DIE FABRIK AUF DIESEM GRUND?
DAS DARF, DAS KANN NICHT SEIN!
’NE SCHULE WÄRE FEIN.

KUGELBUNT! KUGELBUNT!
DIE FABRIK IST GESUND!
SIE MUSS HER, AUF DIESEN GRUND.
’NE SCHULE IST ZU KLEIN.
DAS SIEHST DU DOCH SICHER EIN.

Inhalt

Der Augustclown Kugelbunt ist der Freund des Waldes. Gern kommt er zu den Bäumen und spricht mit ihnen. Der Weißclown Kunterrund ist Geschäftsmann und Bauherr. Er will in dem Wald, in dem Kugelbunt jede freie Minute verbringt, eine Fabrik bauen. Er hat schon seine Arbeiter geschickt, die Bäume gefällt und die Stämme aufgeschichtet haben.
Kugelbunt ist verzweifelt, als er das sieht. Er geht zu Kunterrund und spricht mit ihm, dass im Wald keine Fabrik errichtet werden solle, weil sie soviel zerstören würde. Doch Kunterrund will ihm nicht einmal zuhören. Kugelbunt berät mit den Kindern, was sie unternehmen könnten.
Sie beschließen, eine friedliche Demonstration zu veranstalten. Alle Kinder wandern vor Kunterrunds Haus. Doch er ignoriert sie. Kugelbunt macht einen letzten Versuch und trägt Kunterrund die Vorschläge der Kinder vor. Was kann man statt der Fabrik bauen, das doch gutes Geld bringen, aber weniger Schaden anrichten wird?

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Es wird sehr viel pantomimisch dargestellt, der Wald, das Holzfällen, das Ausheben der Baugrube. Der Protest, die Demonstration ist laut, aber sehr friedlich. Werdet ihr eine Waldschule errichten, oder doch etwas ganz Neues?

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährig

  • Vorstellungskraft
  • Körperbeherrschung
  • Nonverbale Darstellung
  • Legitime Mittel des Protestes
  • Wissen: vom Aussterben bedrohte Tierarten, die Ursachen der Bedrohung
  • Fähigkeiten: Zeichnen und Schreiben

in meiner traumspieldose

IN DER TRAUMSPIELDOSE
BIN ICH EINE GROßE.

[BIN ICH EIN GANZ GROßER].

TRÄUMEN, SPIELEN, LACHEN,
ALLES KANN ICH MACHEN.

LADE MEINE MONSTER,
GERN ALLE ZU MIR EIN!

KOMMT HEREIN, KOMMT HEREIN!

Inhalt

Ein Kind, will nie schlafen gehen. Es hat Angst vor den Monstern unter seinem Bett. Dort lauern das Aufräummonster, das Zahnputzmonster und das Albtraummonster.
Der/die Erzähler/in zeigt ihm nicht, dass es sich die Monster nur einbildet, dass da gar niemand unter dem Bett ist, sondern bringt ihm zusammen mit den Kindern im Publikum bei, die Monster gut und freundlich zu behandeln. Das Kind lädt sie zu sich ein, räumt mit ihnen auf, lernt von ihnen, die Zähne zu putzen, und spielt mit ihnen HU-HU. Es tanzt mit jedem Monster und bewältigt so seine Angst vor ihnen.

Gut zu wissen

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Hygiene: Zähneputzen
  • Chaos: Aufräumen, Ordnung halten
  • Schlafenszeit
  • Angstträume
  • Freundschaft schließen
  • Ernstnehmen: negative Gefühle bewältigen helfen, nicht ausreden
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IAA WOLLTE UII GERN FRESSEN,
DOCH WURDEN SIE FREUNDE STATTDESSEN.

DIE GROßE DÜRRE ZERSTÖRTE DAS LAND.
NIMMERMEHR GINGEN SIE HAND IN HAND.

DES MONDES LICHT, DER SONNE STRAHLEN
FÜHRTEN SIE WOHLWOLLEND ZUSAMMEN.

SO BLIEB ES EINE LANGE GUTE ZEIT,
VIELLEICHT SOGAR IN ALLE EWIGKEIT.

Inhalt

Der Esel IAA lebte auf einer schönen Wiese. Er hatte einen Baum, der ihn vor dem Regen schützte und ihm Schatten spendete, einen Bach, in dem frisches, sauberes Wasser floss, und genug Gras und gute Kräuter, dass er immer satt wurde. Eines Tages sprach ihn das sehr junge Kraut UII an und bat ihn, es nicht zu fressen. Der Esel versprach es ihm. Die beiden wurden Freunde, plauderten miteinander, trieben Morgengymnastik und lebten in Ruhe und Frieden.
Nach einiger Zeit brach eine große Dürre über das Land herein. Die Wiese und der Baum vertrockneten, der Bach führte keinen Tropfen Wasser mehr.
Um seinen Freund IAA zu retten, brachte UII ein großes Opfer. Zunächst trennte es die beiden Freunde voneinander. Hat UII mit Hilfe von Sonne und Mond dafür gesorgt, dass sie doch wieder zusammen kamen? Wer weiß? Findet es in der Vorstellung heraus!

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Der/die Erzähler/in spielt IAA und UII. Die Kinder sind Blumen, Kräuter, der Baum, der Bach. Sie spielen die Sonne, die heiß herunter brennt. Sie verwandeln sich in der großen Dürre.
Der Bach wird immer schmaler, der Baum immer kahler, das Gras immer fahler.
Dann kommt der starke Regen. Die Rückverwandlung setzt ein. Bald sieht alles aus wie zu Beginn des Sommers. Aber es fehlt UII und IAA ist sehr traurig. Er hat den Unterschied zwischen allein und einsam kennengelernt.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Kreisläufe des Lebens
  • Natur, Elemente, Wasser
  • Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst
  • Freundschaft
  • Tod, Trauer
  • Einsamkeit
  • Ewigkeit

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IN FRIEDEN UND FREUNDSCHAFT,
MIT VIEL LIEBE UND KRAFT
LENKT FEE EINTRACHT IHR LAND.


FEE ZWIETRACHT TRENNT DAS BAND
DER SCHMETTERLINGE SCHAR.
ES KOMMT ZUM KAMPF SOGAR.


WER GELANGT AN DIE MACHT
NACH DÜSTER-DUNKLER NACHT?

Inhalte

Hundert bunte Schmetterlinge leben im Reich der Fee Eintracht. Sie sorgt gut für ihre Schmetterlinge. Sie hat eine Zwillingsschwester, die Fee Zwietracht. Sie hat schon vor einigen 100 Jahren für einen großen Krieg zwischen den sonst friedlichen Schmetterlingen gesorgt. Damit das nie wieder geschehen soll, hat Eintracht sie im Düsterwald, unter der Aufsicht des Kobolds namens Muss nicht sein, eingesperrt. Eines Tages kann sie entkommen. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Wie sie sich entwickeln, entscheiden die Kinder.

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Alle Kinder sind Schmetterlinge, grüne, blaue, gelbe und rote. Sie bekommen zu Beginn der Vorstellung entsprechende Abzeichen. Sie agieren in diesen vier Gruppen, zunächst gemeinsam, beim großen Chorgesang, beim Tanz und beim Spiel. Sie entfernen sich unter dem Einfluss von Fee Zwietracht immer mehr voneinander, bis es erneut zum Kampf kommt. Welche Lösung werdet ihr finden?

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Kenntnisse: Farbwissen
  • Fähigkeiten: Farben erkennen, zuordnen und sich merken
  • Yoga: Fünf Tibeter, der Morgengruß
  • Frustration: Eifersucht
  • Konflikte: Intrigen, Lügen, Machtkämpfe, einsam statt gemeinsam
  • Konfliktlösungen: Strafe, Gnade, Reintegration, Zusammenhalt

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„HIGGLEDY-PIGGLEDY, POP UND PUH
FAHREN ÜBER DIE SEE IN ’NEM GOLDENEN SCHUH.“

HIGGLEDY MACHT SICH AUF UND DAVON.
SCHNELL KOMMT ER AUF EINE WIESE – DA IST ER SCHON.

BLUMENELFEN SPIELEN FRÖHLICH HIER.
HIGGLEDY VERSTECKT SICH VOR ELF, MENSCH UND GETIER.

WAS LOCKT IHN HERAUS AUS SEINEM HAUS?
WIE KOMMT ER DOCH IN DIE STADT, WER KENNT SICH NOCH AUS?

Inhalt

Der Märchenfinder Higgledy-Piggledy ist davon überzeugt, dass Märchen nicht er-, sondern gefunden werden. Man muss nur gut aufpassen und genau hinschauen. Deswegen hat er viele Dinge gesammelt, sie gut sortiert und in schönen Kistchen aufbewahrt. Alle haben ihm Geschichten erzählt. Er sucht und findet in den Wäldern und auf den Wiesen; früher, als er noch in der Stadt gelebt hat, auch dort. Higgledy traut sich schon lang nicht mehr in die Stadt. Sie ist zu laut, zu schmutzig und die Menschen sind zu garstig geworden.
Eines Tages begegnet er auf einer Wiese Mohnblume. Sie werden mit der Zeit Freunde. Higgledy trifft Mohnblume immer auf der Wiese. Er lädt sie eines Tages zu sich in seine Hütte im Wald ein. Dort zeigt er ihr, seine Schätze.
Eines Tages kam Mohnblume nicht. Das war sehr ungewöhnlich. Higgledy nahm seinen ganzen Mut zusammen und ging nach vielen Jahren wieder in die Stadt. Warum und wozu erfahrt ihr in der Vorstellung.

Gut zu wissen

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Vorsicht, Angst, Mut, Überwindung
  • Freundschaft
  • Fürsorge
  • Arbeit: Finden – Auffinden, Befinden, Erfinden, Herausfinden, Vorfinden, …
  • Nachbarschaft
die wassermannfrau

MITTEN IM WALD VERSTECKT LIEGT EIN TEICH.
ER
IST DES WASSERMANNMÄDCHENS REICH.

IMMER ALLEIN, MÖCHTE ES FORT,
VON DEM DUNKLEN, EINSAMEN ORT.

ES ERKUNDET DIE WEITE WELT.
WIRD ES VIELLEICHT SOGAR EIN HELD?

Inhalt

Die Lebensgeschichte der Wassermannfrau ist eine Trilogie. Die Vorstellung bringt eine Kurzfassung, eine Auswahl der 13 Episoden. Die Mädchenjahre verbringt die Wassermannfrau im Teich und im Wald bei den Tieren des Wassers und des Landes. Die junge Frau kehrt in das Wasser zurück und bleibt dort bis zur Lebensmitte. Sie bewegt sich in fließenden Gewässern, reißenden Strömen, im Meer bis in die Tiefsee. Dann kommt sie zu den Wesen der Luft. Die alte Wassermannfrau, geht ihren Weg zurück ins Meer, durch den Strom, in einen kleinen Bach. Sie findet dort, was sie wirklich gesucht hat und macht ihren Frieden mit der Welt. Sie setzt den Weg trotzdem bis zur Quelle fort, um dort in die Erde einzusteigen und zum Erdkern zu gelangen. Darin wird sie aufgehen und ewig leben. Sie bringt der Macht des Feuers, das Gefühl des Wassers.
Wir kennen sie alle. Sie ist der kleine, blaue Punkt am Grunde jeder Kerzenflamme.

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Es gibt zu dieser Vorstellung drei spielifizierte E-Books. Sie bringen alle Episoden. Jede/r Erzähler/in kann sich daraus seine Vorstellung beliebig zusammenstellen. Es ist gemeinsam mit „Der Kleine Fliegenpilz“ das verkleidungsreichste Morkie-Märchen. Die von Morkie gewählte Zusammenfassung führt zum Höhepunkt der Begegnung der Wassermannfrau mit dem Fisch mit grauem Haar. Er bringt ihr die Liebe. Das war es, was sie wirklich gesucht hat. Das war es, was ihr lebenslang in unterschiedlichsten Formen begegnet ist. Sie hat es nicht erkannt. Sie suchte ein anderes Gesicht der Liebe. Das des Fisches mit dem grauen Haar. Keine Fragen, keine Bedingungen, kein Machtgefälle, kein Wenn und Aber. Einfach Sein und Sein Lassen. Miteinander – Füreinander – Zwei doch Eins.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Elemente: Wasser, Erde, Luft und Feuer mit ihren symbolischen Bedeutungen
  • Frustration und ihre Bewältigung
  • Freundschaft und Liebe, die lange Reise zu sich selbst und zu anderen
  • Kommunikation – Mit allen sprechen können?
  • Konflikte und deren Lösungen, Gewalt und Schutz
  • Quellen: Gewässer, Feuer, Wissen

die Überraschungselfen

RANK UND SCHLANK, FIT UND FLINK, FROH UND FREI,
BRINGEN ELFEN GESCHENKE HERBEI.

DOCH WAS IST MIT IHNEN GESCHEHEN?
SIE SIND GANZ ANDERS ANZUSEHEN.

DEN ERNÄHRUNGSKREIS UND SEHR VIEL SPORT
ZEIGEN DIE KINDER IHNEN SOFORT.

Inhalt

Die Blumenelfen kümmern sich um alle Pflanzen. Sie sind friedlich, freundlich und gehen sorgsam mit ihren Schützlingen um.
Die Tierelfen, die Fli-Lau-Bas, sind für die Tiere verantwortlich. Sie spielen gern Streiche und machen viel Unsinn.
Die außergewöhnlichsten und seltensten sind die Überraschungselfen. Sie sind sehr scheu und leben tief verborgen im Wald. Sie bringen gute Nachrichten, frohe, manchmal auch traurige Botschaften, und oft Geschenke. Sie tauchen immer überraschend auf. Sie müssen sehr plötzlich erscheinen können. Deswegen können sie am schnellsten von allen Elfen fliegen und sind sehr leicht und wendig. Dafür halten sie einen speziellen Ernährungsplan ein.
Eines Tages bekommen sie einen neuen Koch, einen Fli-Lau-Ba. Er beachtet den Ernährungsplan nicht. Das endet böse für die Elfen. Wissen die Kinder Rat?

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Die Kinder spielen alle Elfen. Die Fli-Lau-Bas erfinden sie selbst. Sie bestehen immer aus drei Tieren und können, fliegen, laufen und schwimmen. Manche sagen zum Schwimmen auch Baden, daher heißen die Tierelfen Fli-Lau-Bas. Wenn das fliegende Tier, z. B. ein Papagei ist, das schwimmende ein Fisch und das laufende ein Hund, dann heißt der Fli-Lau-Ba „Pa-Fi-Hu“. Die Kinder verwenden den Ernährungskreis und die Ernährungsampel, um den Überraschungselfen beizubringen, wie sie sich selbst um vernünftige Mahlzeiten kümmern können. Außerdem sind einige von ihnen auch Trainer, die den Elfen helfen, wieder fliegen zu lernen.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Bewegung: Gehen, Gymnastik, Sport, Fliegen
  • Ernährung: Ernährungskreis, Ernährungsampel – rote, gelbe, grüne Lebensmittel
  • Nahrungsmittel: Gemüse, Obst, Getränke, Süßigkeiten, Milch- und ­‑produkte etc.
  • Gesundheit: zu dick, zu dünn, kein Bodyshaming, sondern medizinisch notwendige Normen
  • Wissen: Chemie – Nahrungsmittelinhaltsstoffe
  • Fähigkeiten: Deutschkenntnisse – Spracherwerb, Sprechübungen, Tierelfen erfinden

der verflogene weihnachtsmann

PLÖTZLICH IST RUDOLPH SCHWER ERKRANKT.
RÖCHELND LIEGT ER AUF DER BETTBANK.

DIE WELTKARTE ZEIGT GAR KEIN ZIEL.
DEM WEIHNACHTSMANN IST DAS ZU VIEL.

SCHNELL MUSS ER GESCHENKE BRINGEN.
WEIHNACHTSGLÖCKCHEN HELL ERKLINGEN.

Inhalt

Rudolph, das Leitrentier des Weihnachtsmanns, ist zu krank, um mit dem Weihnachtsmann zu fliegen. Der Weihnachtsmann und seine anderen Rentiere müssen nun mit Hilfe von Rudolphs Weltkarte allein die Geschenke vom Nordpol zu den Kindern in Nordamerika bringen.
Keiner von ihnen kann die Karte lesen. Alle haben sich immer blind auf Rudolph verlassen. Sie müssen es dieses Jahr aber ohne ihn schaffen. Wird es ihnen gelingen?

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Die Kinder treffen als ganz verschiedene Tiere aufeinander. Wie werden sie miteinander umgehen? Wohin wird der Weihnachtsmann mit den Rentieren kommen? Können sie alle Geschenke rechtzeitig bringen? Wer hilft ihnen. Gibt es vielleicht sogar jemanden, der ihnen gar nicht hilft? Das alles entscheidet ihr in der Vorstellung.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Wissen: Kontinente, Geografie, Weltkarte, Sternenkarte, Tiere und ihr natürliches Vorkommen; Kamele, Rentiere, Wildpferde, Kängurus, Elefanten
  • Fremderleben: auf einander einlassen, voneinander lernen
  • Beziehungen, Freundschaften, sich auf jemanden verlassen können
  • Gesundheit: Rudolph hat Grippe
  • Schenken: Geben und Nehmen, Gaben verteilen
  • Volksbräuche: Der Weihnachtsmann und seine Rentiere, Weihnachtsgeschenke
der kleine fliegenpilz

KLEINER FLIEGENPILZ – HALLO,
DASS DU HIER BIST, MACHT UNS FROH.

AUF ABENTEUER BIST DU AUS,

BLEIBST NICHT GERN ALLEIN IM HAUS.

DAS WIRD DIR SEHR BALD ZUM VERHÄNGNIS.
WER RETTET DICH AUS DER BEDRÄNGNIS?

Inhalt

3 Fliegenpilze leben schon lang gemeinsam im Wald. Eines Tages kommt ein 4. dazu. Er ist sehr jung und hat tausend Fragen. Meister Murmel, der Hase von Welt, beantwortet sie ihm. …
Doch eine Menschenfamilie kommt in den Wald. Die Ruhe des Waldes ist dahin. Die Menschen sind sehr laut und werfen ihren Müll überall in der Gegend herum. Alle Tiere des Waldes fliehen erschrocken und verstecken sich.
Die Fliegenpilze warnen den Kleinen Fliegenpilz. Doch neugierig, wie er ist, schaut er dem Treiben der Menschen aufmerksam zu. Plötzlich trifft etwas achtlos Weggeworfenes seinen Kopf. Er ist schwer verletzt. Können ihn Meister Murmel und der Waldfaun retten?

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Sowohl Kinder als auch Erwachsene aus dem Publikum spielen alle Rollen. Zuletzt entscheiden die Kinder, ob sie zu den Umweltverschmutzern oder Umweltbewahrern gehören wollen.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Achtsamkeit, Rücksichtnahme
  • Umwelt: Umweltverschmutzung, unnötige Lärmerzeugung
  • Wissbegierde, Fragen stellen
  • Naturgeister, Waldfaun

der blühende weiihnachtsstern

ARME KINDER WÜNSCHTEN SIE SICH SEHR,
DIE HELLSTEN STERNE VOM HIMMEL HER.

DAS CHRISTKIND SCHICKTE SIE ALLE HINAB,
ZUR FREUDE DER KINDER BEI TAG UND NACHT.

DER HIMMEL BLIEB DUNKEL, KEIN STERN HIELT WACHT.
MUTTER HOU HAT WEIHNACHTSTERNE GEBRACHT.
SIE BLÜHEN PRÄCHTIG ZUR HEILIGEN NACHT.

BIS HEUTE VERKÜNDEN SIE JEDES JAHR
EINE BOTSCHAFT: FREUNDLICH, HELL, KLAR UND WAHR.

Inhalt

Arme Kinder träumen jede Nacht, dass sie sich Sterne vom Himmel wünschen. Nacht für Nacht werden es mehr Kinder, die diesen Wunsch teilen. Zuletzt dringen ihre Stimmen bis zum Christkind im Himmel vor. Es schickt die Sterne zu den Kindern.
Sobald die Sonne untergeht, wird es stockdunkel auf der Erde.
Das Christkind sucht Hilfe bei Mutter Hou. Diese erschafft die Weihnachtssterne. Sie blühen jedes Jahr fast überall. Sie haben gelbe Blüten und weiße, rote oder rosa Hochblätter. Fast jede/r kennt sie.

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Der/die Erzähler/in spielt das Christkind und Mutter Hou. Alle anderen Rollen, die der träumenden Kinder, Sonne, Mond und Sterne, die Sternbringer und die Weihnachtssterntauscher spielen die Kinder. Zuletzt hat jede/r im Publikum einmal einen Weihnachtsstern gehalten und weitergegeben.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Armut, Not, alle haben auch in größter Armut, sehr viel zu geben
  • Mitgefühl, Hilfsbereitschaft
  • Sonne, Mond und Sterne, Pflanzen, Umwelt, Wechsel von Tag und Nacht
  • Wünsche
  • Weihnachten und seine Botschaft
  • Religion – Jesu Geburtstag
bamgaga

BAMGAGA, EIN GAR FÜRWITZIG KIND,
IST FÜR JEDE GEFAHR VÖLLIG BLIND.

DAS ABENTEUER REIZT ES SO SEHR
UND GEHORCHEN IST DOCH ÖFTERS SCHWER.

ES WIRD AUCH MANCHESMAL GEFÄHRLICH,
SAGEN IHM SEINE FREUNDE EHRLICH.

Inhalt

Bamgaga, ein Kind im Volksschulalter, möchte allen beweisen, dass es vor gar nichts Angst hat. Deshalb bringt es sicher immer wieder in Gefahr. Seine größte Angst ist, dass es irgendjemand für feig halten könnte. Was zuletzt dabei herauskommt, entscheiden die Kinder.

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Der/die Märchenerzähler/in läuft laut schreiend mit einem als Handpuppe geführten, wilden Tier in den Vorstellungsraum. Er/sie rennt hin und her, bis es kein Weiterkommen mehr gibt. Dort wirft er/sie das wilde Tier auf den Boden und tritt darauf herum.
Dann zieht er/sie das Märchenerzähler/inkostüm an und erzählt, was Bamgaga gerade wieder angestellt hat. Die Gefahren, in die sich Bamgaga beim Picknick am Teich, auf dem Spielplatz und beim Faschingsfest im Kindergarten begibt, und die Rettungs- und Problemlösungsversuche spielen immer die Kinder. Sie sagen Bamgaga, dass es mutig sein und zu gefährlichen Dingen Nein sagen solle. Welche Lösungen werden wohl allen gemeinsam beim Faschingsfest einfallen?

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Ängste und Mut
  • Erlebnisse
  • Leichtsinn, Gehorsam und Ungehorsam
  • Selbstbewusstsein
  • Wahl des richtigen Ja oder Nein
  • Tiere im Zoo und der Umgang mit ihnen
  • Zusammenhalt
april ein clown

ICH WERDE APRIL, DER CLOWN!
GERN KÖNNT IHR AUF MICH SCHAUEN.

FLEIßIG WILL ICH ÜBEN.

NICHTS WIRD MICH BETRÜBEN.

LANG KANN ES DAUERN, DAS SPIEL,

ICH KOMME GEWISS AN’S ZIEL.

IN EINEM JAHR ODER NEUN,

WERDE ICH MICH SEHR FREUEN!

Inhalt

Thomas darf zu seinem 5. Geburtstag zum 1. Mal in den Zirkus gehen. Am allermeisten begeistern ihn die Clowns, weil sie das Publikum zum Lachen bringen. Er beschließt, selbst ein großer Clown zu werden, um den Menschen das Lachen zu schenken. Er übt jeden Tag alles, was ein Clown können muss.
Als er schon fast erwachsen ist, gibt er in einem Park seine 1. Vorstellung. Doch niemand lacht über ihn. Thomas geht traurig nach Hause. Er klagt seinem besten Freund, einer Vogelscheuche, sein Leid. Sein Freund sagt ihm, dass er alles richtig gemacht hätte, aber er könne nun einmal seine traurigen Augen nicht verbergen. Dagegen ist nichts zu machen. Thomas sieht ein, dass er kein Clown werden kann.
Er wird ein sehr tüchtiger EDV-Mitarbeiter in einem großen Büro. Er hält aber sein Leben lang heimlich an seinem Traum, ein Clown zu werden, fest. Jeden Tag übt er nach der Arbeit bei sich zu Hause.
Zu seinem 50. Geburtstag schenken ihm seine Kollegen, die keine Ahnung von seinem Traum haben, eine Zirkuskarte. Er geht in den Zirkus, weil er niemand kränken will.
Was er dort erlebt, und ob Thomas doch noch ein Clown wird, erfahrt ihr in der Vorstellung.

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Der/die Erzähler/in spielt den Zirkusdirektor, Dompteure und einen Clown. Die Kinder sind Elefanten, Raubkatzen und Assistenten des Clowns. Alle Kinder üben, was Clowns können müssen – mit Tüchern jonglieren, auf Tröten und Tuten spielen, auf Stelzen gehen etc. Nachdem die Kunststücke von Thomas, den immer der/die Erzähler/in spielt, nicht ankommen und niemand über ihn lacht, spielen die Kinder seine Bürokollegen.
Lasst euch überraschen, wie die 3. Zirkusvorstellung an Thomas 50. Geburtstag endet.
Entscheidet, was ihr selbst bei der großen Abschlussparade sein wollt.

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Arbeit
  • Durchhaltevermögen
  • Freundschaft
  • Gefühle: traurig sein und Trost
  • Instrumente: Flöten, Tröten, Mundharmonika, Maultrommel, Pfeiferln
  • Lehr‑ und Lernmethoden: Üben und Wiederholen
  • Tiere
  • Träume, Wünsche, Ziele

abenteuerflug1

DER GRIMMSTERN IST WEIT, BIST DU GESCHEIT!

WER GEHT ZU FUß, WEIT ÜBER DEN FLUSS?

WER DARF MIT, AUF DEN RAKETENRITT?

WER FLIEGT DAVON, IM BALLON?

Inhalt

Ein/e Märchenerzähler/in möchte sich auf eine lange Reise begeben. Er/sie will zum Grimmstern fliegen. Dort wird er/sie die Grimm-Märchen treffen und sie nach ihren Lebensgeschichten fragen. Dadurch wird er/sie herausfinden, ob die Gebrüder Grimm die Märchen auf der Erde richtig erzählt haben. Der/die Märchenforscher/in hat alle Kinder in seine/ihre Wohnung zu einer Abschiedsparty eingeladen und völlig darauf vergessen. Die Kinder wollen die Wohnung nicht verlassen, sondern unbedingt auf die Reise mitkommen. Da es gar nicht anders geht, weil man ja schließlich Kinder nicht einfach allein in seiner Wohnung lassen kann, nimmt der/die Erzähler/in sie mit.
Das wird sehr abenteuerlich.
In der Grimmstadt angekommen, werden alle Kinder zu Märchenforschungs-Assistent(inn)en. Sie bilden Teams und suchen sich aus, welches Grimm-Märchen sie erforschen möchten. Wenn sie den/die Märchenerzähler/in kommendes Jahr wieder treffen werden, wird er/sie die Kinder fragen, was sie von den Märchen erfahren haben.

Gut zu wissen

Ablauf und Mitmachen

Es ist eine sehr bewegungsintensive Erzählung. Alle – maximal 50 Kinder und natürlich auch alle Erwachsenen (deren Zahl keiner Beschränkung unterliegt) – spielen gemeinsam verschiedene Formen des Reisens:

  • zu Fuß Gehen, Laufen und Nordic Walken
  • im Bus, Zug und Ballon Fahren
  • auf dem Floß das Meer Überqueren
  • in der Rakete durch den Weltraum Fliegen

Ausgewählte Themenbereiche der Lehrpläne für 3- bis 10-Jährige

  • Gesundheit: Alltagsbewegung und Sport als Spiele
  • Handel: Tauschen statt Bezahlen, Arbeit gegen Fahrkarten
  • Fähigkeiten: Zählen, Rechnen
  • Wissen: Astronomie – Namen und Symbolgehalt der Planeten, Fortbewegungsmöglichkeiten und ­‑mittel, Titel und Inhalte von Grimm-Märchen, Ozeane, Dschungel und Lebewesen darin

sebastian 1

SANKT SEBASTIAN, AM PFAHL STEHT FEST,
BEWAHRT UNS VOR DER SCHWARZEN PEST.

DIE PFEILE TRAFEN IHN MIT MACHT,
ER HAT SEIN ZEUGNIS STOLZ ERBRACHT.

Inhalt

Zusatzinfo

Winterheiliger: Gedenktag 20. Januar

Sebastian war Römer und lebte im 3. Jahrhundert. Er hat eine hervorragende Laufbahn als Soldat gemacht und war Hauptmann der Prätorianergarde am Hof Kaiser Diokletians. Einige Zeit konnte er seine Brüder und Schwestern im Glauben, Christinnen, die verfolgt worden sind, im Gefängnis beschützen. Er wurde aber verraten und zum Tod verurteilt.

Um seinen Tod rankt sich eine Legende.

Diokletian ließ ihn von numidischen Bogenschützen erschießen. Dies überlebte er schwer verletzt. Die christliche Witwe Irene pflegte ihn gesund. Danach ging er zum Kaiser und klagte ihn wegen seines Christenhasses an. Er wurde erneut zum Tod verurteilt und im Zirkus mit Keulen erschlagen. Er erhielt kein Begräbnis. Büttel warfen ihn in die Cloaca Maxima, den Abwasserkanal von Rom. Das war etwa 288 n. Chr.

nikolaus

SEIN HERZ IST FROH, DIE HÄND’ WEIT OFFEN,
SCHENKT ER KINDERN STILLES HOFFEN.

IM BISCHOFSMANTEL, MILD UND GUT,
MACHT ER DEN KLEINSTEN GROßEN MUT.

Inhalt

Zusatzinfo

Herbstheiliger: Gedenktag – 06. Dezember

martin

MARTIN GAB ALLES, DAS ER BESAß.
EINE HÄLFTE SEINES MANTELS WAR’S.

DAS VOLK LIEBTE IHN DAFÜR SO SEHR,
DASS BISCHOF MARTIN, WAR SEIN BEGEHR.

DOCH MARTIN, BESCHEIDEN, REIN UND WAHR,
VERSTECKTE SICH BEI DER GÄNSESCHAR.

DIESE ERSCHRAK VOR DEM FROMMEN MANN,
IHR GESCHNATTER VERRIET IHN SODANN.

Inhalt

Martin war Soldat, Priester, Missionar und Bischof. Sein Geschenk des halben Mantels machte ihn weltberühmt. Kinder sollen durch ihn zu teilen lernen. Das ist auch gut so. Doch die Wahrheit ist, Martin teilte nicht, er gab alles, was er besaß. Nur die Hälfte des Mantels, den er trug, gehörte ihm. Alles andere, das er bei sich hatte, war im Besitz des Kaisers.
Ihr erfahrt auch, was es mit den Gänsen auf sich hatte.

Zusatzinfo

Herbstheiliger: Gedenktag – 11. November, Faschingsanfang um 11.00 Uhr.

maria

SIE WAR EIN KLEINES LICHT IN ISAAKS LAND.

STILL WUCHS SIE HERAN, IN GOTTES SCHUTZ UND HAND.

VON ANFANG AN WAR SIE GEWEIHT,
FÜR GOTTES PLAN WAR SIE BEREIT.

Inhalt

Wir spielen Marias Geburt, die Verlobung mit Josef und ihre Aufgaben als Mutter und Begleiterin Jesu.

Zusatzinfo

Herbstheilige: Gedenktag – 08. Dezember – Mariae Empfängnis. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass an diesem Tag Maria vom Heiligen Geist mit Jesus schwanger geworden wäre. Es geht aber um Marias Zeugung durch ihre Eltern Anna und Joachim.

leopld

SANKT LEOPOLD, DEM LANDE TREU,
SCHUF KLOSTERNEUBURG STOLZ UND NEU.

’NEN SCHLEIER FAND ER IM GEBÜSCH,
HEUT FEIERT MAN BEI WEIN UND FISCH.

Inhalt

Zusatzinfo

Herbstheiliger: Gedenktag 15. November

johannes, der wegbereiter jesu

JOHANNES TAUFTE IM FLUSS JORDAN,
ER REICHTE JEDEM BÜßER DIE HAND,
ALS BOTE, DER DEN WEG BEREITET,
HAT ER SIE ZUM KÖNIG GELEITET.

Inhalt

Zusatzinfo

Sommerheiliger: Gedenktag – 24.06.

georg

DER RITTER GEORG, HOCH ZU ROSS,
BEZWINGT DEN DRACHEN VOR DEM SCHLOSS.

ER SCHÜTZT DAS VIEH UND BRINGT DAS GRÜN,
LÄSST FELD UND WIESEN NEU ERBLÜH’N.

Inhalt

Zusatzinfo

Frühlingsheiliger: Gedenktag – 23. April

franz

FRANZ, EINES SEHR REICHEN MANNES SOHN,
LEBTE VOR MEHR ALS ACHTHUNDERT JAHR
ALS RITTTER GIOVANNI BERNADONE SCHON.

ER LIEBTE DIE TIERE SO SEHR,
DASS IHNEN ZU HELFEN, WAR SEIN BEGEHR.

ER HEILTE TIER UND MENSCH GLEICHERMAßEN,
WESHALB SIE IHN NIE VERGAßEN.

Inhalt

Franz war Ritter, Gefangener, Eremit, Visionär, Kirchenretter und Ordensgründer. Er hat viele wunderbare Aphorismen, Gedichte und begnadete Texte geschrieben. Wir spielen zusammen einige Stationen seines Lebens.

Zusatzinfo

Herbstheiliger: Gedenktag – 04. Oktober, Welttierschutztag

don bosco

DON BOSCO ÖFFNET HERZ UND TÜR,
DIE JUGEND DANKT IHM SEHR DAFÜR.

MIT SPIEL UND ARBEIT, HAND IN HAND,
BRINGT ER DAS LICHT IN JEDES LAND.   

Inhalt

Zusatzinfo

Winterheiliger: Gedenktag – 31. Januar

barbara

BARBARA, GOTTES TREUE JUNGFER WAR.
IHREM PAPÁ, KAISERS SOLDAT, WAR KLAR,
IHR GLAUBE ZORN UND UNFRIEDEN GEBAR.
IHR  MÄRTYRERTOD BANNTE DIE GEFAHR.

Inhalt

Barbara hielt trotz aller Widerstände treu an ihrem Glauben fest. Deshalb hat sie ihr eigener Vater, Dioscuros, der öffentlichen Schande preisgegeben und geköpft.

Zusatzinfo

Herbstheilige: Gedenktag – 08. Dezember

Barbaras Geschichte ist so wenig historisch belegt, dass sie sogar aus dem Heiligenkalender der Katholischen Kirche ausgetragen worden ist. Sie ist als eine der 4 vorzüglichen heiligen Jungfrauen (Virgines Capitales) der katholischen Kirche und abendländischen Ikonographie (Barbara, Dorothea, Katharina, Margareta) bekannt. Barbara ist bei den Gläubigen so beliebt gewesen, dass sich auf deren heftigen Protest, die Kirche entschlossen hat, sie wieder aufzunehmen. Alle 4 Frauen waren Märtyrinnen des frühen Christentums.

Sie sind nicht zu verwechseln mit den prophetischen Jungfrauen.

Laut Apostelgeschichte 21,8–9 hatte, der Apostel Philippus vier unverheiratete Töchter, die Prophetinnen waren. Sie sollen ein gottgeweihtes, asketisches Leben als Jungfrauen geführt haben. Die Bibel nennt sie nicht namentlich, doch erhielten sie in der kirchlichen Tradition die Namen Hermione, Irais, Chariline und Euchidia. 

wege und abwege

EIN MÄDCHEN, HÜBSCH, FREUNDLICH UND FEIN
MIT SEINEM ROTEN KÄPPELEIN.


VON ALLEN ROTKÄPPCHEN GENANNT,
WAR IN DEN DUNKLEN WALD GERANNT.

DIE GROSSMUTTER WOLLT
’ ES BESUCHEN,
MIT WEIN UND EINEM GUTEN KUCHEN.


DREI KLEINE WÖLFE HATTEN ES GERNE.
MUTTER WOLF KNURRT BÖSE AUS DER FERNE.

Inhalt

Der böse Wolf ist in Morkies „Rotkäppchen“ eine alleinerziehende Mutter von 3 Welpen. Sie erwischt ihre Jungen beim vergnügten Spiel mit Rotkäppchen und verscheucht sie in die Wolfshöhle, da Wölfe nicht mit Menschen befreundet sein sollen. Sie werden sie schließlich später fressen (müssen). Die Kleinen sollen in der Höhle auf Mama Wolf warten. Rotkäppchen kommt zur Großmutter, die der Wolf schon gefressen hat, er frisst dann auch das Mädchen. Der vorbeikommende Jäger schneidet beide unverletzt und unverdaut aus dem Bauch des Wolfes, füllt diesen mit Steinen und näht ihn zu. Zuletzt ertrinkt die Wölfin im morkie nicht im Brunnen, weil der Jäger, Rotkäppchen und die Großmutter mit ihr und den Welpen Mitleid haben und sie aus dem Brunnen ziehen.

Wissenswertes

Märchentypus und -verzeichnisnummer

ATU 333 (Rotkäppchen / Little Red Riding Hood), KHM 26

Entwicklungsgeschichte des Märchens

Es ist eine archetypische Warn- und Initiationserzählung. Sie thematisiert Gefahren der Begegnung der kindlichen Unversehrtheit mit der sexuellen Triebwelt.
Ältere Versionen des Themas sind „Le Petit Chaperon Rouge“, 1697, Charles Perrault. Sein Kunstmärchen endet tragisch mit dem Tod des Mädchens als moralische Warnung vor lüsternen Männern. „Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens“, 1800, Ludwig Tieck, seine Tragödie beruht auf Perrault. Er ironisierte die Geschichte und führte den Jäger ein, der den Wolf tötet. Die Brüder Grimm (1812) übernahmen die glückliche Rettung durch den Jäger. Die Letztveröffentlichung der Brüder Grimm aus dem Jahr 1857 stellt die beiden Frauen selbständiger dar. Sie überlisten den Wolf gemeinsam ohne männliche Hilfestellung.
Die obige Inhaltsangabe vermischt Grimms Originalversion aus 1812 mit Morkies auf die unterschiedlichen sozialen Beziehungsbedingungen für Kinder und Erwachsene fokussierte Sichtweise.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Rotkäppchen: naiv, neugierig, unschuldig, sie befindet sich in der Pubertät und lässt sich leicht von äußerer Schönheit (Blumen) blenden.
Jäger: Über-Ich, schützende, ordnungshütende väterliche Instanz der Zivilisation

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Kuchen/Wein: Abendmahlsymbole, Stärkung der alten Menschen durch die jungen
Rote Kappe: Sie lässt Rotkäppchen auffallend erscheinen, symbolisiert das sexuelle Interesse des Mädchens und die Sünde im Generellen.
Wald: Unbewusstes, Wildes, Ungezügeltes
Weg abkommen: Sündenfall
Wolf: das Es, die Triebhaftigkeit, Verführung, sexuelle Gefahr und Täuschung
Steine im Bauch: Last der Schuld, Endgültigkeit des Todes

Moderne Interpretationen: Film

„Red Riding Hood“, 2011, düsterer Werwolf-Thriller mit Fokus auf jugendliche Romantik

Neugestaltungen des Klassikers: Bühne

„Was wird aus Rotkäppchen – Wird was aus Rotkäppchen?“, 1980er Jahre, Jörg Maria Berg, Franz Strohmer, Theaterring Wieselburg, Mobiles Schultheater

Postmoderne Experimente, Literatur und Retellings

„Revolting Rhymes“, Roald Dahl, Rotkäppchen erschießt den Wolf, weil sie einen Pelzmantel möchte.

vier freunde machen musik

IN BREMEN WAR’S VOR VIELEN JAHREN,
ALS VIER GEFÄHRTEN MÜDE WAREN.

DOCH STATT SICH EINFACH AUFZUGEBEN,
BESCHLOSSEN SIE: „WIR WOLLEN LEBEN!“

ZWAR ALT UND SCHWACH, DOCH VOLLER MUT,
WURDE AM ENDE ALLES GUT.

Inhalt

Das Märchen ist eine Sozialutopie über Solidarität, Alter und Selbstermächtigung.
Esel, Hund, Katze und Hahn sind alt und wegen ihrer mangelnden Arbeitskraft nutzlos geworden. Sie retten sich durch die gemeinsame Flucht vor dem Verhungern oder der Schlachtung. Auf dem Weg nach Bremen entdecken sie in der Nacht im Wald ein Räuberhaus mit sehr vielen Vorräten. Sie schlagen die Räuber in die Flucht und besetzen das Haus, wo sie auf Dauer bleiben. Bremen erreichen sie nicht.

Wissenswertes

Märchentypus und -verzeichnisnummer

ATU 130 (Die Tiere im Nachtquartier), KHM 27

Entwicklungsgeschichte des Märchens

Es handelt sich um ein weit verbreitetes europäisches Motiv, wobei oft auch andere Tiere, Schafe oder Schweine, die Rollen übernehmen. Die Familie von Haxthausen übermittelte den Brüdern Grimm die Erzählung.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Räuber: Sie sind die parasitäre Schicht, die unverdienten Reichtum anhäuft, aber feige flieht, sobald das Unbekannte droht.

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Räuberhaus: Umverteilung von Besitz, Enteignung von Kriminellen zur eigenen Altersversorgung, da in Eigenermächtigung, eine ebenfalls kriminelle Handlung
Tiere: Sie sind das ausgemusterte Proletariat oder alte, mittellose, marginalisierte Menschen, dennoch mit Lebenswillen und -mut, mit Würde, Erfahrung und dem Rest an Kraft, um sich doch noch erfolgreich zur Wehr und durchzusetzen. Synergetisch und solidarisch können sie gemeinsam, obwohl einzeln schwach und ausgeliefert, die optisch-akustische Illusion eines unbesiegbaren Riesen erschaffen.
Bremen: Wurde mit der Freiheit, der Gleichheit vor dem Gesetz und dem Fehlen des feudalen Zwangs verbunden, weil sie im 19. Jhdt. eine freie Bürgerstadt war.

Moderne Interpretationen

Das Märchen ist in seiner Gesamtheit ein politisches Symbol. Es gilt als Ur-Gleichnis für gewerkschaftliche Organisation und solidarisches Handeln nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“.
1953, Gerhard Marcks, Bronzestatue, sie steht links vom alten Rathaus und wurde zum weltberühmten Wahrzeichen der Stadt. Das Berühren der Vorderbeine des Esels soll Glück bringen.

trillionen linsen

ASCHENBRÖDEL REITET GESCHWIND,
SCHNELL WIE DER WIND, DER RAUNT GELIND.

DER KÜRBIS BLÄST SICH AUF,
WIRD EINE KUTSCHE D’RAUS?

Inhalt

Aschenputtel ist in den morkie-Vorstellungen sehr selbständig. Sie kann reiten und Bogen schießen, wie in der tschechischen Variante „Aschenbrödel und die drei Haselnüsse“. Die gläsernen Schuhe kommen in Walt Disneys „Cinderella“ vor. Die Täubchen helfen „Aschenputtel“ in der deutschen Fassung. Zehen und Fersen beider Stiefschwestern bleiben aber dran.
Aschenputtel wächst zunächst in behüteten, reichen Verhältnissen auf. Als ihre Mutter stirbt, heiratet ihr Vater eine Witwe mit 2 Töchtern. Aschenputtel wird zur Küchenmagd. Sie pflanzt einen Haselnusszweig auf das Grab der Mutter. Ihre Tränen lassen einen Baum wachsen. Darin nisten bald 2 weiße Tauben. Sie spenden ihr Trost und werden ihre Freunde.
Zu den drei Ballabenden, die der König für den Prinzen gibt, damit er sich eine Frau aussuchen solle, lässt die Stiefmutter Aschenputtel nicht gehen. Mit Hilfe der Haselnüsse, oder der Tauben oder einer Fee, die ihr eine Kutsche herbeizaubert, kommt Aschenputtel doch zu den Ballveranstaltungen. Der Prinz erwählt sie sich, begibt sich nach den Festen auf die Suche, findet sie mit Hilfe des Schuhs und heiratet sie.

Wissenswertes

Märchentypen und -verzeichnisnummer

ATU 510A (Aschenputtel / Cinderella), ATU 510 (Die verfolgte Heldin / The Persecuted Heroine), ATU 480 (Die gute und die schlechte Schwester / The Kind and the Unkind Girls), KHM 21

Entwicklungsgeschichte des Märchens

Es ist das universelle Märchen über Trauerprozesse. Aschenputtel besitzt innere Reinheit, Selbstbewusstsein und eine enge spirituelle Verbindung zu ihrer verstorbenen Mutter. Diese Konstellation ermöglicht ihr den sozialen Aufstieg, trotz Demütigungen und struktureller Unterdrückung.
Der Plot existiert schon seit der Antike, z. B. in der Erzählung „Rhodopis“, 1. Jhdt. v. Chr., Ägypten.
Ebenfalls schon sehr alte Vorläufer sind die Erzählungen „Cenerentola“, 1634, Giambattista Basile und „Cendrillon ou la petite pantoufle de verre“, 1697, Charles Perrault. Er erfand die gute Fee mit ihrem Zauberstab, die Glasschuhe, den Kürbis und seine Verwandlung in die Glaskutsche, die Ratte, die zum Kutscher wird, 6 Lakaien, die vorher Eidechsen gewesen waren, und die in Pferde verwandelten 6 Mäuse. „Aschenputtel“, 1812/1857, Grimm.
Sie wählten die deutlich blutigere Version mit Natur- und Grabmagie sowie abgetrennten Körperteilen.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Aschenputtel: Sie ist in allen Versionen sehr resilient. Sie nimmt ihr Schicksal trotz aller Widrigkeiten und Widerstände der Stiefschwestern und der Stiefmutter selbst in die Hand.
Stiefmutter & -schwestern: Sie sind narzisstische, sadistische und neidige Emporkömmlinge. Sie tun alles, zahlen sogar den Preis der Selbstverstümmelung, für einen höheren sozialen Status, mehr Macht und mehr Geld.
Vater: schwach, selbstsüchtig, unloyal zu seiner leiblichen Tochter, verräterisch

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Asche: Trauer, Reinigung, Tod und Wertlosigkeit; wer in der Asche sitzt, ist sozial tot, regeneriert sich aber spirituell.
Grabbaum: Verkörperung der Seele der verstorbenen Mutter
Linsen sortieren: Unterscheidungskraft, Gut von Böse/Schlecht trennen
Schuh: passgenaue Identität, Würde und sexuelle Reife; Gold und Glas stehen für das Königliche.
Tauben: Göttliche Vorsehung, Naturmächte

Moderne Interpretationen Filme, Psychologie

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, 1973, CSSR und DDR
„Cinderella“, 1950, Disney, Zeichentrick, Übernahme und Adaptierung der Elemente von Perrault, 4 der Mäuse, darunter Cinderellas namentlich bekannte Freunde Jaq und Bus (Karli), werden zu 4 prächtigen Schimmeln. Sie ziehen die Kürbiskutsche. Cinderellas „echtes“ Pferd Major, das im Stall steht und davon träumt, ein edles Ross zu sein, wird statt der Ratte zum stolzen Kutscher. In den Diener verwandelt die Fee Cinderellas Hund Bruno und bekleidet ihn mit einem roten Frack.
„Cinderella“, 2015, Disney, Realfilm
„Aschenputtel-Komplex“, Colette Dowling, ist die unbewusste Angst von Frauen vor der Unabhängigkeit. Sie möchten gerettet werden.

schnee! endlich wieder schnee! nach frau holle

PECHMARIE UND GOLDMARIE,
ZWEI HÜBSCHE SCHWESTERN SIND SIE.

EIN STIEFGESCHWISTERPAAR ZWAR,
STELL’N SIE SICH VERSCHIEDEN DAR.

EINE SCHÜTTELT DIE BETTEN,
GOLD UND SILBER SIE BEDECKEN.

DIE AND’RE, FAUL, BÖS
’ UND FRECH,
TRÄGT ZUR HEIMKEHR RUSS UND PECH.

Inhalt

Das Märchen „Frau Holle“ ist eine Gerechtigkeits- und Initiationserzählung auf Basis des Leistungsprinzips, die durch den kontrastierenden Vergleich zweier Schwestern zeigt, dass Altruismus und Fleiß metaphysisch belohnt werden, während Faulheit und Egoismus zur Selbstbestrafung führen.
Eine Witwe bevorzugt ihre hässliche und faule leibliche Tochter und lässt ihre schöne und fleißige Stieftochter alle Arbeiten verrichten. Beim Spinnen sticht sich die Fleißige, die Spule fällt in den Brunnen. Auf Befehl der Stiefmutter springt sie hinterher und erwacht auf einer himmlischen Wiese. Von dort beginnt sie eine Wanderung. Auf dem Weg rettet sie Brote und Äpfel. Dann gelangt sie zu Frau Holle. Ihr hilft sie ein Jahr lang im Haushalt. Zum Abschied wird sie mit einem Goldregen überschüttet. Ihre Schwester, die sich ebenso viel Gold wünscht, macht sich auf den gleichen abenteuerlichen Weg. Sie verweigert den Broten und dem Apfelbaum die Hilfe und Frau Holle die Arbeit. Zur Strafe wird sie mit Pech überschüttet, das lebenslang an ihr kleben bleibt.

Wissenswertes

Märchentypus und -verzeichnisnummer

ATU 480 (Die beiden Mädchen), KHM 24

Entwicklungsgeschichte des Märchens

„Frau Holle“ ist nach dem Vorbild der altgermanischen Naturgöttin Holda entstanden. Sie hieß auch Frigg oder Perchta und war die Herrscherin über die Seelen ungetaufter Kinder. Sie kontrollierte die Fruchtbarkeit des Landes und das Wetter. Dorothea Viehmann war die wichtigste Quelle für die Zweitauflage von „Frau Holle“ der Brüder Grimm im Jahr 1819.
Es gibt zahlreiche parallele Märchen mit derselben Thematik.
„Les Fées“, „Die Feen“, Charles Perrault, Frankreich; Dem einen Mädchen fallen Perlen, dem anderen kriechen Schlangen aus dem Mund.
Das russische Volksmärchen „Morozko“, „Väterchen Frost“, Volksmärchen, Russland; Der mächtige Herr des Winters fragt Nastenka, die ihr eigener Vater im Wald ausgesetzt hat, damit sie erfrieren solle, ob ihr kalt wäre. Da sie nicht klagt, sondern die Eiseskälte des Naturgeistes tapfer erträgt, beschenkt er sie reich. Ihre Stiefschwester Marfuschka, ausgeschickt, den gleichen Reichtum zu erhalten, beklagt sich bei Morozko bitter über die Kälte. Deshalb muss sie im Wald erfrieren, statt Juwelen zu bekommen.
Die „Eidechse“ oder „Der Eimer“, Italien.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Frau Holle: Sie ist die Chthonische Mutter, eine mütterliche Richter- und Naturgottheit. Irdische Dualität oder Ambivalenz ist ihr fremd. Sie belohnt und bestraft nach absoluten Maßstäben von Gut und Böse, wenn man so will, nach dem kosmischen Prinzip der Gerechtigkeit.
Goldmarie: Sie ist die pflichtbewusste, demütige, empathische, fleißige, freundliche Heldin.
Pechmarie: egoistisch, gleichgültig, faul, gierig, nicht die Gegenspielerin, aber das Gegenteil der Heldin

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Apfelbaum: Symbol der Natur (Ernte), testet die Bereitschaft zur Bewahrung des Lebens
Aufschütteln: makrokosmische Verbindung von Alltagsarbeit mit Naturphänomenen
Brot: Symbol für Kultur (Backen), testet die Bereitschaft zur Bewahrung des Lebens
Brunnen: Tor zum Jenseits, zur Unterwelt und zum kollektiven Unbewussten
Gold / Pech: unvergängliche innere Werte und spirituelles Licht / Schande, Schuld und Dunkelheit

Moderne Interpretationen, Literatur

Ökologische Deutung: Frau Holle ist eine Allegorie auf Mutter Erde. Der rücksichtslose Umgang mit Ressourcen – verkörpert durch Pechmaries Verhalten beim Backofen und Apfelbaum und ihre Sorglosigkeit gegenüber ihrer Verantwortung für das Wetter durch das Nicht-Aufschütteln der Betten – führt zum ökologischen Kollaps.
Pädagogik: Die Verurteilung der Faulheit bei gleichzeitigem Lob der Selbstaufopferung sind der Main-Stream-Pädagogik des 21. Jahrhunderts ein Dorn im Auge.

scherben bringen glück , könig drosselbart

STOLZ WAR DAS MÄDCHEN UND LACHTE VOLL SPOTT,
DER KÖNIG GAB ES DEM BETTELMANN FORT.


ES LERNTE BEI ARMUT WAS GÜTE IST,
UND DASS MAN DEN STOLZ AM BESTEN VERGISST.


SCHERBEN BRACHTEN GLÜCK, NOT GERIET ZUM FEST,
DROSSELBART FÜHRTE SEINE BRAUT IN
’S NEST.

Inhalt

König Drosselbart möchte die Prinzessin heiraten. Sie weist ihn, genauso wie alle anderen Bewerber um ihre Hand, hochmütig ab und verspottet ihn. Durch die Armut, nachdem sie ihr Vater zornig verstoßen und mit dem Erstbesten verheiratet hat, und die daraus resultierende harte Arbeit (kochen, spinnen, Töpfe auf dem Markt verkaufen, Dienst leisten als Magd im Schloss) an der Seite des als fahrender Spielmann verkleideten Drosselbarts reift sie von einem arroganten, verwöhnten Kind zu einer erwachsenen, vernünftigen Frau heran. Zuletzt gibt sich Drosselbart zu erkennen und sie wird Königin in seinem Land. Es ist die originalgetreueste Grimm-Märchen-Bearbeitung von Morkie. Allerdings unterwirft sich die Prinzessin nicht. Sie entwickelt sich, wird lebenserfahrener und entscheidet sich zuletzt bewusst für ihren Mann.

Wissenswertes

Märchentypus und -verzeichnisnummer

ATU 900 (König Drosselbart / Die widerspenstige Frau, King Thrushbeard / The Shrewish Wife), KHM 52

Entwicklungsgeschichte des Märchens

Das Motiv der Zähmung einer widerspenstigen Frau ist bereits sehr alt, z. B. Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Die Brüder Grimm kombinierten für ihre Version der 1812 erstmals erschienenen Kinder- und Hausmärchen Erzählungen aus dem Kreis um die Familien Haxthausen und Wild.

Figurenkonstellation und Charakteristika

König Drosselbart: Er ist um einiges älter als die Prinzessin, erfahren und geduldig, aber auch gewalttätig und manipulativ. Er wird zunächst zu ihrem Erzieher. Bis zuletzt, zum scheinbaren Happy End der großen Hochzeit in seinem Schloss, ist er ihr kein Partner auf Augenhöhe, da sie sich ihm unterwirft. Um dieses Ziel zu erreichen, spielt er ihr die verschiedensten Rollen (Spielmann, betrunkener Husar) vor.
Prinzessin: Sie ist narzisstisch, oberflächlich, eitel und arrogant, ein verzogenes Gör, das sich durch angeborenen Status und Reichtum definiert. Der vom Vater herbeigeführte soziale Abstieg lehrt sie, sich mit anderen Lebensbedingungen zu arrangieren. Sie gibt auf, und unterwirft sich, wie in patriarchalen Interpretationen, oder sie nimmt die Gelegenheit wahr, selbst persönlichkeitsentwickelnd aktiv zu werden.
Vater / König: Er ist ein schwacher Mann, der in seiner Erziehungsunfähigkeit letztendlich aufgibt und seine Tochter der Macht eines Ehemannes überantworten möchte. Auch darin scheitert er und nutzt seine formelle, absolute Macht als Vater und als König, um den Willen seiner Tochter gewaltsam zu brechen.

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Drosselbarts Kinn: Das schiefe Kinn oder der typische, unkleidsame Bart des Königs stehen für die allen Menschen eigene Fehlerhaftigkeit, mag diese auch noch so geringfügig und unwesentlich sein. Die Unfähigkeit der Prinzessin, diese bei ihm, wie auch bei allen anderen Freiern zu akzeptieren, zeigt ihren mangelnden Realitätssinn.
Küchenarbeit, Spinnen: Sie stellen den Gegensatz zwischen dem Lebensstil der Aristokratie und der realen Lebenswelt der sehr großen Mehrheit der armen Bevölkerung dar.
Zerbrochene Töpfe: Sie zeigen den emotionalen Tiefpunkt der Prinzessin. Sie sieht ihr Leben als Scherbenhaufen vor sich.

Moderne Interpretationen: Fernsehen

2008, ARD-Verfilmung, die moderne, eigenständige Prinzessin wehrt sich gegen die arrangierte Ehe.

Neugestaltungen des Klassikers: Bühne

Moderne Theaterinszenierungen stellen die Prinzessin als Frau dar, die eigenständig agiert, das Spiel durchschaut und sich bewusst für Drosselbart entscheidet.

Postmoderne Literatur

In der feministischen Literatur wird „König Drosselbart“ als Propaganda für reaktionäre Frauenbilder kritisiert. Der angeblich liebende Mann agiert auf vielfältige Weise gewalttätig, um seine Frau zu einem in seinen Augen besseren Menschen zu erziehen. Das bedeutet die Unterwerfung der Frau unter den Willen des Mannes.

mordversuche

„SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND
WER IST DIE SCHÖNSTE IM GANZEN LAND?“

IST DAS HAAR SO SCHWARZ WIE EBENHOLZ?

IST DIE HAUT SO WEIß WIE NEUER SCHNEE?

IST FEURIG WIE BLUT DER LIPPEN ROUGE?

SO SCHEINHEILIG DIE KÖNIGIN FRUG.

Inhalt

Eine Königin, die bei der Geburt starb, hatte sich eine wunderschöne Tochter gewünscht. Die sehr eitle Stiefmutter, die der König bald darauf geheiratet hatte, frug jeden Tag ihren magischen Spiegel, wer die schönste Frau im Lande wäre. Bis zu Schneewittchens, ihrer Stieftochter, Pubertät, manchmal ist von ihrem 7. Geburtstag die Rede, nannte er ihr die Königin. Als er aber sagte, dass Schneewittchen schöner wäre als sie, wollte sie die Stiefmutter sofort töten lassen. Der mit dem Mord beauftragte Jäger oder Diener hatte mit dem Mädchen Mitleid, ließ es im Wald laufen und erschoss einen Hirsch/ein junges Wildschwein. Dessen Leber und Lunge oder nur das Herz brachte er der Stiefmutter, um Schneewittchens Tod zu beweisen. Die Königin aß die Organe.
Schneewittchen irrte allein im Wald umher, bis es zum Haus der 7 Zwerge kam. Sie nahmen das Mädchen auf. Es führte ihnen den Haushalt und erhielt dafür Unterkunft, Nahrung und Schutz.
Die Königin erfuhr eines Tages vom Spiegel, dass Schneewittchen am Leben wäre. Sie verkleidete sich und versuchte, es mit einem Gürtel, vergifteten Kamm und Apfel zu vergiften. 2 Mal konnten es die Zwerge retten. Nach dem 3. Versuch erwachte Schneewittchen nicht mehr. Die tieftraurigen Zwerge legten es in einen gläsernen Sarg und hielten abwechselnd Totenwache.
Eines Tages kam ein Prinz vorbei. Er verliebte sich in Schneewittchen und wollte es mit zu sich nach Hause nehmen. Beim Transport stolperte ein Sargträger. Dadurch hustete Schneewittchen ein Apfelstück, das ihm im Hals stecken geblieben war, aus und erwachte vom Tod.
Der Prinz brachte es in sein Schloss, heiratete es und verurteilte die Stiefmutter zum Tod.

Wissenswertes

Märchentypen und -verzeichnisnummer

ATU 709 (Schneewittchen / Snow White), ATU 883 Die unschuldige Verleumdete (The Innocent Slandered Maiden), KHM 53

Entwicklungsgeschichte des Märchens

Bereits in der Mythologie der griechischen Antike gibt es mit „Chione“ Parallelen zu „Schneewittchen“.
Im 17. Jahrhundert schrieb Giambattista Basile in seinem „Pentamerone“ die älteste italienische Variante des Märchens. Sie heißt „La schiavottella“ – „Die kleine Sklavin“.
Die Brüder Grimm zeichneten die hessischen, oral tradierten Abwandlungen 1808 auf. Die Erstfassung erschien 1812. Bis 1857, als die Letztfassung veröffentlicht worden ist, haben sie etliche drastische Veränderungen vorgenommen. Die Bearbeitungen des Märchens „Schneewittchen“ zeigen deutlich die Entwicklung des Schaffens der Brüder Grimm. Sie entromantisierten das primäre Märchenfragment und machten ein Kunstmärchen daraus.
Die Erweckung Schneewittchens durch einen Kuss des Prinzen ist keine Erfindung der Brüder Grimm, sondern eine spätere.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Prinz: Er ist nekrophil und erlöst Schneewittchen versehentlich durch einen gewaltsamen Transport.
Schneewittchen: Es ist schön, freundlich und arbeitsam, allerdings auch sehr naiv. Es sucht nach Bestätigung seiner Schönheit und nach Konsum.
Stiefmutter: Sie ist extrem narzisstisch. Ihr gesamter Selbstwert hängt von der Bestätigung des Spiegels ab.

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Apfel: Die rote Seite steht für Verführung und reife Sexualität.
Berge: das Unzugängliche
Farben: Rot – Blut, Leben, Sexualität; Schwarz – Tod, Ebenholz; Weiß – Reinheit, Unschuld
Glassarg: Er umschließt das scheintote, jungfräuliche Schneewittchen. Auf diese Weise wird seine Kindheit in einer Vitrine erhalten und es vom realem Leben ferngehalten.
7: Die Zahl steht für Planeten und Zeiteinheiten, sie symbolisiert hier eine kosmische Ordnung.
Spiegel: Er symbolisiert die patriarchale Umwelt, die Frauen auf ihr Äußeres reduziert.
Zwerge: Sie sind geschlechtslose Arbeitswesen im Bergbau. Sie bieten Überlebenssicherheit und Schutz, sonst nichts.

Moderne Interpretationen: Filme und Popkultur

„Snow White and the Seven Dwarfs“, 1937, Disney, erster abendfüllender Zeichentrickfilm, Prägung des globalen Bildes des Märchens
„Snow White and the Huntsman“, 2012, moderner Realfilm, Transformation Schneewittchens zur Rüstung tragenden Kriegerprinzessin
2001, Jörn Heitmann, Musikvideo für „Sonne“, Rammstein, Popkultur, Zwerge als drogenabhängige Goldgräber, Schneewittchen sadistische, riesige, dominante Herrscherin

lebkuchen und hühnerknochen hänsel und gretel

„HÄNSEL UND GRETEL VERLIEFEN SICH IM WALD.
ES WAR SO FINSTER UND AUCH SO BITTER KALT.“

„SIE KAMEN AN EIN HÄUSCHEN VON PFEFFERKUCHEN FEIN“ …

WIE MAG DAS MÄRCHEN WOHL AUSGEGANGEN SEIN?

HEXE, BÖSE HEXE, KOMM’ ZU UNS HERAUS!
WIR WOLLEN HINEIN IN’S PFEFFERKUCHENHAUS!

Inhalt

Es war durch Missernten und Inflation zu einer großen Hungersnot gekommen. Ein Besenbinder hatte zwei Kinder, die er nicht mehr ernähren konnte. Seine 2. Frau, die Stief/mutter der Kinder, überredete ihn, sie im Wald auszusetzen. Sie sollten schauen, allein durchzukommen. Hänsel belauschte den Plan und sammelte beim 1. Versuch Kieselsteine, beim 2. Brotkrümel, um den Heimweg wiederzufinden. Der 2. Versuch der Eltern gelang, weil Vögel das Brot aufgepickt hatten. Die Geschwister verliefen sich immer tiefer in den Wald, bis sie zu einem Haus, das über und über mit Lebkuchen und Zuckerwerk bedeckt war, kamen. Sie aßen davon. Eine alte Frau, die Besitzerin der Hütte, kam heraus und erwischte sie dabei. Sie war zunächst freundlich und gab den Kindern Suppe. Sie enthielt ein Schlafkraut. Die Hexe zerrte Hänsel in den Hof und sperrte ihn dort in einen Käfig. Sie mästete ihn, um ihn später zu essen. Gretel beutete sie als Hausmagd aus. Sie bekam gerade genug zu essen, um nicht zu verhungern. Als die Hexe Gretel befahl, den Ofen anzuheizen, stieß Gretel sie hinein. Die Hexe verbrannte. Sie war sehr reich gewesen und hatte viele Juwelen und auch Geld in einem Schrank versteckt. Diesen Schatz raubten die Geschwister. Sie kehrten nach Hause zum Vater zurück. Ihre Not hatte ein für allemal ein Ende.
Auch von diesem Märchen gibt es etliche Varianten. Morkie lässt Hänsel und Gretel nicht zu Raubmördern werden. Gretel entwendet nach und nach einen Teil des Schatzes der Hexe, den sie als gerechten Lohn für ihre Arbeit betrachtet. Hänsel versteckt Juwelen und Geld in seinem Gewand. Sobald Gretel genug gesammelt hat und Hänsels Schlachttag nicht mehr weit sein kann, entwendet Gretel die Schlüssel der Hexe, sperrt sie im Haus ein, verriegelt die Fenster, lässt Hänsel aus seinem Käfig heraus und geht mit ihm nach Hause.

Wissenswertes

Märchentypus und -verzeichnisnummer

ATU 327A (Hänsel und Gretel / Das Kinderfresser Haus, Hansel and Gretel / The Ogre´s House), KHM 15

Entwicklungsgeschichte des Märchens

Es basiert auf den realen Erfahrungen von häufigen Hungersnöten in gesamt Europa bis in die Neuzeit. Kinder auszusetzen, war oft die einzige Möglichkeit der Eltern, wenigstens einige von ihnen oder sich selbst zu retten. Dortchen Wild erzählte das Märchen den Brüdern Grimm. Ursprünglich war die leibliche Mutter diejenige, die die Kinder aussetzen wollte. 1840 erfanden die Brüder Grimm die Stiefmutter. In der italienischen Version kommt eine Ente vor, die die Kinder über einen See nach Hause bringt.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Gretel: Sie ist ein kleines, weinendes, hilfloses Mädchen, das plan- und ziellos hinter seinem großen Bruder herläuft. Sie wehrt sich zunächst nicht gegen die Hexe, sondern erfüllt gehorsam, ohne zu klagen, alle Aufgaben. Sie spendet dem eingesperrten Bruder Trost. Im entscheidenden Augenblick schreckt sie nicht vor Mord zurück und rettet damit beide. Auch in Morkies abgeschwächter Version entwickelt sie sich in der Not. Sie wird selbständig und aktiv. Sie ist auch diejenige, die die Informationen über den Schatz besitzt.
Hänsel: Er ist der rationale Planer, der sich mit den verbotenen Mitteln des Belauschens und der Täuschung erfolgreich zur Wehr setzt. Gleichzeitig kümmert er sich um seine kleine Schwester und rettet zunächst auch sie.
Hexe & Stiefmutter: Beide sind verschlingende, vernichtende Mutterfiguren.

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Ente: Sie symbolisiert die helfende Natur bei der Reintegration.
Lebkuchenhaus: Es steht für die Falle der reinen Triebbefriedigung und die Regression in die vollkommene kindliche Versorgung.
Backofen: Er ist immer ein Symbol der Transformation. Das Verbrennen der Hexe befreit die Kinder nach C. G. Jung von der unbewussten Angst vor der alles verschlingenden oder auf andere Weise vernichtenden bösen Natur des Weiblichen. Dies ist aber nur eine Facette des Weiblich-Mütterlichen. Es gibt auch die nährende, fürsorglich-liebende Mutter Imago.
Wasser: Der See ist genauso wie der Wald die Grenze zwischen der unbewussten, magischen und der bewussten, realen Welt.

Moderne Interpretation: Film

„Gretel & Hänsel“, 2020, ist ein feministischer Coming-of-Age-Horrorfilm. Osgood Perkins führte Regie, Sophia Lillis spielte Gretel. Sie lernt von der Hexe magische Praktiken.

Gestaltung des Klassikers auf der Bühne

„Hänsel und Gretel“, 1893, Engelbert Humperdinck, bis heute führt dieses Standardwerk des Musiktheaters Kinder in die Opernwelt ein.

im goldenen käfig, rapunzel

RAPUNZEL UND IWEIN FLIEHEN AUS DEM TURM.
ZAUBERIN RUWINA ENTDECKT SIE IM STURM.

„ICH JAGE EUCH FORT,

VOM HEILIGEN HORT!

PRINZ IWEIN, UM ZU ENTKOMMEN DEM SICHEREN TOD,
ERRETTE EIN TIER AUS GROßER BEDRÄNGNIS UND NOT!

MACH’ ZUM FREUND UND GEFÄHRTEN DIR EINEN GILDENBRUDER VON MIR!


LETZTENDLICH MUSS ES DIR GUT GELINGEN,

EINEM MENSCHEN DAS GLÜCK WIEDERZUBRINGEN!“

Inhalt

Die böse Zauberin Gothel, die das Baby Rapunzel von ihrem Vater als Preis für seinen Diebstahl ihrer Rapunzeln verlangt, ist im morkie ganz anders geartet. Sie ist die mächtige, reiche Zauberin Ruwina, die selbst keine Kinder hat und Rapunzel sehr gut behandelt.
Als Rapunzel ein Teenager wird, sperrt sie sie dennoch zu ihrem Schutz, wie sie meint, in einen Turm. Als die Zauberin Rapunzel und Prinz Iwein, die sich in einander verliebt haben, bei der Flucht aus dem Turm erwischt, stößt sie ihn nicht hinab in die Dornenhecke, sondern lässt ihn durch einen Zauberspruch erblinden. Sie gibt ihm auch die Chance, 3 Aufgaben zu bewältigen, um wieder sehen und Rapunzel finden zu können.
Rapunzel kann zaubern, widersetzt sich der Zauberin und ist durch magische Gedankensteine mit dem Prinzen in Fernverbindung. Mittels dieser beiden Märchen-Smartphones unterstützt sie Iwein mit klugen Ratschlägen. Sie muss aber zur Strafe für ihren Verrat in einer Einöde allein leben. Im Originalmärchen gebiert sie dort die Zwillinge des Prinzen. Die Tränen der Wiedersehensfreude heilen die Augen des Prinzen. Das Happy End im morkie sieht anders aus. Lasst euch überraschen.

Wissenswertes

Märchentypus und -verzeichnisnummer

ATU 310 (Das Mädchen im Turm), KHM 12

Entwicklungsgeschichte des Märchens

Das zentrale Motiv des im Turm eingesperrten Mädchens ist aus der griechischen Mythologie, „Danaë“, und der christlichen Legendenbildung, „Heilige Barbara“, bekannt. Darauf beruhend erschien postum Giambattista Basiles „Petrosinella“, zu Deutsch Petersilie. Es wurde 1634 in Neapel veröffentlicht und ist das älteste Rapunzelmärchen Europas. Sie ist listig und aktiv und entflieht mit Hilfe magischer Eicheln. Der Turm ohne Türe stammt von Charlotte-Rose de Caumont de La Force, 1697, in Frankreich. Die Übersetzung von „Petrosinella“ bzw. „Persinette“ in „Rapunzel“ verdanken wir Friedrich Joachim Christoph Schulz, 1790, Deutschland. Diese Version haben die Brüder Grimm 1812 übernommen.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Hexe, Frau Gothel: Sie steht hier bei den menschlichen Figuren, weil sie keine klassische, böse Märchenhexe ist. Dies zeigt auch ihr Name, Frau Gothel, der eine alte Bezeichnung für die Patin, die spätere Patentante ist. Sie ist eine überbehütende, besitzergreifende Mutterfigur, die typische Glucke, und leidet unter Kontrollverlustangst und Verleugnung ihres Älterwerdens.
Mutter: Sie ist schwanger, nicht krank. Sie ist gierig und unbeherrscht und verlangt ihrem Mann alles ab.
Prinz: Er ist der typische jugendliche, romantische Held. Er reift durch seine Erblindung und die Bewältigung seiner Aufgaben. Dadurch wird er erwachsen und für Rapunzel ein adäquater Partner.
Rapunzel: Sie ist ein Baby, das von den biologischen Eltern einer sozialen Mutter überantwortet wird. Sie wächst heran und wird zu Beginn der Pubertät in einem Turm von der Außenwelt isoliert. Sie ist in kindlicher Abhängigkeit und Gehorsam aus Angst gefangen, wird aber zunächst in der Pubertät und danach durch die Beziehung zum Prinzen immer selbstständiger.
Vater: Er ist der schwächste in dieser Konstellation. Er kann sich weder gegen die unersättlichen Wünsche seiner Frau noch gegen die vermeintliche Macht der Zauberin durchsetzen und opfert sein Kind.

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Schlüsselelemente: eingesperrtes Mädchen, Erblinden, lange Haare
Erblinden: Der Prinz ist für eine Partnerschaft zu unreif, er muss erwachsen werden.
Haare Abschneiden: Es symbolisiert Kastration, Entzug der Macht, Entehrung und Desexualisierung.
Lange Haare: Sie stehen für Lebenskraft, Fruchtbarkeit und Sexualität. Hier sind sie überdies der einzige Weg zu sozialen Kontakten außer dem zur Mutter / Patin / Zauberin.
Rapunzeln: Sie bedeuten unkontrollierbare Gier und Sucht.
Seidentücher: Sie sind Geschenke des Prinzen bei seinen Besuchen. Manche interpretieren sie als Bezahlung für Rapunzels sexuelle Dienste, andere sehen darin ihre Absicht eines selbstbestimmten aktiven Ausbruchs.
Tränen: Sie symbolisieren die emotionale Reinigung, die Reue über den Betrug und die heilende Kraft der Liebe.
Wüste: Prüfung, Entbehrung spirituelle Reifung
Zauberstab: Er kommt nur in Varianten des Märchens vor und steht für künstliche, manipulative Macht. Im Original der Brüder Grimm agiert die Zauberin mit Wortmacht oder Naturmagie.

Moderne Interpretationen: Film, Fernsehen, Psychologie

„Barbie als Rapunzel“, 2002
„Rapunzel – Neu verföhnt“, 2010, Disney
„Into the Woods“, 2014, Film und Musical
„Rapunzel-Syndrom“, in der Psychoanalyse, z. B. nach Eugen Drewermann, ist es die Standard-Metapher für die Unfähigkeit von Jugendlichen, sich aus symbiotischen, krankhaften Elternbeziehungen, die durch Kontrollzwang, Angst vor Machtverlust und maternalistische oder paternalistische Ansprüche der Erziehungsberechtigten gekennzeichnet sind, zu lösen.

Postmoderne Experimente: Literatur und Retellings

„Cinder-Chroniken“, Band 3 „Cress“, Marissa Meyer, Science-Fiction-Variante, Rapunzel ist als Hackerin in einem Weltallsatelliten gefangen.
„The Bloody Chamber“, Angela Carter und viele feministische Autor(inn)en thematisieren in Kurzgeschichten mit dem Rapunzelmotiv das Patriarchat, die Auflehnung gegen sexuelle Unterdrückung und das Recht auf Selbstbestimmung.

feuertanz rumpelstilzchen

ES SPRINGT UM’S FEUER,
SCHREIT VOLL FREUD’:

“ACH WIE GUT, DASS NIEMAND WEIß,
DASS ICH RUMPELSTILZCHEN HEIß’!”

PLÖTZLICH FÄLLT’S IN’S NASSE GRAS.
OH JEMINE, WAS IST DENN DAS?

DES MÜLLERS TOCHTER WEIß BESCHEID,
WIE SEHR TUT DAS DEM KERLCHEN LEID!

Inhalt

Der König glaubt dem prahlenden Müller, dass dessen Tochter aus Stroh Gold spinnen könne. Das Mädchen muss nächtens, in eine Kammer eingesperrt, diese Fähigkeit beweisen. Ein Männchen mit Zauberkräften hilft ihm. Das Männchen bekommt nach der ersten Nacht für seine Dienste die Halskette der Müllerstochter, nach der zweiten ihren Ring, nach der dritten hat die Müllerstochter keinen materiellen, für das Männchen wertvollen Besitz mehr. Sie hatte aber ein Eheversprechen des Königs, wenn sie noch einmal eine Nacht lang Gold spinnen würde. In ihrer Verzweiflung geht sie auf das Verlangen des Männchens, ihr erstgeborenes Kind zu bekommen, ein. Nach der Geburt des Königskindes fordert das Männchen seinen Lohn. Es gewährt der Königin drei Tage Zeit, um seinen Namen zu erraten. Gelingt ihr das, darf sie ihr Kind behalten. In der dritten Nacht nennt die Königin den richtigen Namen. Das Rumpelstilzchen zerstört sich aus Wut selbst. In der ersten Version läuft es einfach davon. So ist es auch in Morkies Bearbeitung.

Wissenswertes

Märchentypen und -verzeichnisnummer

ATU 500 (The name of the Helper, Der Name des Unholds), ATU 501 (Die drei alten Spinnerinnen), KHM 55

Entwicklungsgeschichte des Märchens

Es gibt viele Urformen in ganz Europa. Sehr bekannt ist „Tom Tit Tot“ aus England. Die hessischen Variationen, die die Brüder Grimm sammelten, erzählten ihnen Dortchen und Lisette Wild. Anfangs lief das Männchen, nachdem die Königin seinen Namen genannt hatte, einfach davon (1812). Auf diese Version greift Morkie zurück. Die Selbstzerreißung des Männchens führten die Brüder Grimm 1857 ein.

Figurenkonstellation und Charakteristika

Müllerstochter: Sie ist ein passives und gehorsames, sowohl dem Vater als auch dem König und dem magischen Männchen ausgeliefertes, willfähriges Opfer. Nach der Geburt ihres Kindes wird sie zur kämpferischen Löwenmutter.
Müller, König: Beide sind immens gierig, geltungs- und selbstsüchtig. Schamlos benutzen sie ein junges, nach heutigem Verständnis ihrem Schutz befohlenes Mädchen als Ware in ihrem Spiel.

Symbole und ihre Wirkmacht im Originalmärchen

Rumpelstilzchen: Als Kobold, ein ambivalentes Elementarwesen, rettet und fordert es Leben. Es verkörpert den verdrängten Schatten.
Stroh zu Gold: Es wird aus dem Nichts durch Magie großer Reichtum gewonnen. Dies steht für einen naiven Zauberglauben (Alchemie). Diejenige, die dafür ursprünglich nachts schwer arbeiten sollte, erhält nichts davon. Sie darf am Leben bleiben, das ist alles. Die Nutznießer erbringen null Leistung. Das ist Feudalismus – oder frühe Kapitalismuskritik.
Namenskenntnis: Bis heute gibt es Kulturen, in denen der Glaube herrscht, den wahren Namen von jemandem zu kennen, verleihe Macht über die Person, den Namen zu nennen, könne Dämonen bannen.

Moderne Interpretationen: Fernsehen, Psychologie

„Once Upon a Time“, 2011, Fantasy-Serie
„Rumpelstilzchen-Prinzip“: Kommunikationstheorie – das Benennen hebt die Bedrohung auf.

zwölf und ein apostel

ZWÖLF MÄNNER WÄHLTE JESUS AUS,
ZU FOLGEN IHM IN GOTTES HAUS.

SIE TRUGEN LICHT IN JEDE STADT,

WEIL CHRISTUS SIE GESENDET HAT.

EIN PLATZ WAR LEER DURCH FRÜHEN TOD,

DOCH GOTTES LOS HALF AUS DER NOT.

ES FIEL AUF MATTHIAS, DEN TREUEN,

ER WIRD DEN ALTEN BUND ERNEUEN.

Inhalt

Jesus und die 12 Apostel sind beim Letzten Abendmahl. Die Kinder decken als Apostel den Tisch. Als letzter kommt Jesus. Er setzt sich, danach setzen sich die anderen. Jesus bricht das Brot und trinkt den Wein (dunklen Traubensaft). Der/die Erzähler/in erzählt die Geschichte dazu.

Die Kinder sprechen die wörtlichen Zitate nach. Der/die Erzähler/in kündigt den Verrat an. Die Jünger fragen alle der Reihe nach, ob sie der Verräter seien.

Nach dieser Szene bleiben die Spielhemden der Kinder auf dem Tisch liegen, die nächste Szene, der Gang vom Berg ohne Judas Ischariot, spielen andere Kinder. Die 3. und letzte Szene ist die Wahl des Matthias durch das Werfen des Loses.

Wissenswertes

Die Kinder tragen Hemden mit den hier als ersten geschriebenen Namen der Apostel.

Andreas, Bruder des Petrus
Bartholomäus/Nathanael
Jakobus, Sohn des Alphäus
Jakobus, Sohn des Zebedäus
Johannes, Bruder des Jakobus
Judas/Thaddäus, Sohn des Jakobus

Judas Ischariot, der Verräter
Matthäus/Levi, der Zöllner
Petrus/Simon, der Fels
Philippus aus Bethsaida
Simon, der Zelot
Thomas, der Ungläubige
Matthias, der Treue


Jesus nannte Jakobus und Johannes wegen ihres aufbrausenden Temperaments „Donnersöhne“.

Matthäusevangelium

Mt 26,26–28 „Nehmet, esset; das ist mein Leib.“ / „Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, / das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“

Mt 26,22 „Herr, bin ich’s?“

Dass alle Jünger die Frage stellen, ist nicht bibelgetreu, doch hat es wesentliche Bedeutung für die Vermittlung, dass jeder es hätte sein können.

Lukasevangelium

Lk 22,19 „Solches tut zu meinem Gedächtnis.“ 

Das Abendmahl in der Apostelgeschichte

Ein zentrales Zitat zur Lebensweise der ersten Christen lautet:
Apg 2,42 „Sie hielten aber fest an der Lehre der Apostel und an der Gemeinschaft und am Brotbrechen und am Gebet.“

Nachwahl

Matthias ersetzte Judas Iskariot. (Apg 1,26)

Kurzbiografien der Apostel

Andreas

Fischer in Kafarnaum, sein Sohn war Jonas aus Betsaida, sein Bruder Simon/ Petrus
Missionsgebiete: Donauländer, Trakien, Griechenland
†: ca. 60, Patras, Kreuzigung, Märtyrer
Katholischer Feiertag: 30. November
Berühmt ist das Verkehrsschild „Andreaskreuz“, es ist dem Kreuz, an das Andreas gebunden oder genagelt worden ist, nachempfunden.

Bartholomäus/Nathanael/Apostel des Orients

Schinder/Abdecker in Kana in Galiläa, Freund von Philippus
Missionsgebiete: Arabien, Mesopotamien, Ägypten
†: Syrien, Enthauptung, Märtyrer
Katholischer Feiertag: 24. August
Darstellung mit Buch, Schindmesser und Fahne
Im Johannesevangelium Nathanael genannt
Verehrung seiner Grabstätte in Syrien

Jakobus der Sohn des Zebedäus/Jakobus Zebedäi/Jakobus der Älteste/Jakobus der Ältere

Fischer am See Genezareth, Sohn der Salome, auch Maria Salome genannt, wahrscheinlich eine Schwester Marias, der Mutter Jesu, Bruder des Johannes, des Evangelisten
†: 44, Hinrichtung, Märtyrer
Katholischer Feiertag: 25. Juli
Darstellung als Pilger mit Muschel
So wie Johannes war er ein „Donnersohn“. Jesus nannte die beiden Brüder wegen ihres aufbrausenden Temperaments so.

Jakobus, der Sohn des Alphäus/Jakobus der Jüngere

Eltern: Maria und Alphäus
Katholischer Feiertag: 3. Mai
Darstellung mit Walkerstange (Keule) und Kranz in den Händen
Keine Überlieferungen

Johannes Evangelista, der Sohn des Zebedäus/Bruder Jakobus des Älteren

Fischer am See Genezareth, Sohn des Zebedäus und der Salome
†: 100, natürlicher Tod
Katholischer Feiertag: 27. Dezember
Darstellung mit Adler, Palme und/oder Weinbecher
Manche nennen ihn den Lieblingsjünger Jesu. Allerdings wird diese Zuschreibung häufig abgelehnt, weil Jesus angeblich niemand bevorzugt hätte. Ev. Verfasser des Johannesevangeliums, Kaiser Domitian verbannte ihn auf die Insel Patmos.

Judas, der Sohn oder Bruder des Jakobus/Thaddäus

Missionsgebiet: Vorderasien
†: Zeitpunkt unbekannt, Märtyrer
Katholischer Feiertag: 28. Oktober
Wenig Gesichertes bekannt, Historizität umstritten, verstärkte Verehrung seit 1800, auf sein Gewand kann man eine Landschaft Vorderasiens zeichnen, die Landschaft sieht seit etwa 3500 Jahren sehr ähnlich aus, Sandwüsten, Meeresküstengebiete, Flüsse, Gebirge und weite Steppen 

Judas Iskariot

Schatzmeister der Apostel
†: kurz nach Jesu Kreuzestod, Blutacker, Selbstmord
Der Beiname Iskariot bedeutet sowohl Mann aus Kariot als auch Sikarier = Messerkämpfer. Sie waren Mitglieder einer Unabhängigkeitsbewegung.
Verräter Jesu
Jesus nannte ihn „Teufel“ und „Sohn des Verderbens“.

Matthäus/Levi

Zöllner
Katholischer Feiertag: 21. September
Vermuteter Verfasser des Matthäusevangeliums
Es wird manchmal behauptet, dass keiner der 4 biblischen Evangelisten Jesus persönlich begegnet wäre.
Es ist wenig über ihn bekannt. Verehrung seiner Gebeine in Salerno

Matthias, der Treue

Missionsgebiet: Äthiopien
Katholischer Feiertag: 14. Mai
Darstellung mit Buch und Schriftrolle, Schwert, Beil, Lanze, Steinen
Er war der 13. Apostel und folgte durch Gottes Los Judas Ischariot nach.
Nach Gottes Wort sollten es immer 12 Apostel sein.
Schutzpatron u. a. der Zuckerbäcker

Petrus/Kephas/Simon

Er stammte aus Bethsaida, lebte als Fischer in Kafarnaum, am See Genezareth, war der Partner von Johannes und Jakobus, Sohn des Jona, Bruder des Andreas
†: ca. 60, Märtyrer
Katholischer Feiertag: 29. Juni
Darstellung mit einem Schlüssel oder Schlüsselbund
Petrus Festtag ist gemeinsam mit Paulus, dem 14. Apostel, der durch ein Gotteserlebnis mit Jesus nach dessen Himmelfahrt direkt bestimmt worden ist. Petrus hieß Simon, Jesus sprach ihn als Kephas, was auf Latein Petrus und auf Deutsch Stein heißt, an. Er war nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt die Säule, der Fels, das Fundament der Urgemeinde, der erste Apostel und der erste Papst. Bis heute sitzt der Papst im Vatikan auf dem sogenannten Stuhl Petri. Im Volksglauben ist Petrus der Pförtner des Himmels.

Philippus

Er stammte aus Betsaida in Galiläa.
Missionsgebiet: Phrygien
Bestattet in Rom
Katholischer Feiertag: 3. Mai
Darstellung mit Kreuz, Buch und Geißel
Er war auch ein Jünger von Johannes dem Täufer, der ihn zu Jesus geschickt hat.

Simon Kananäus/Simon, der Zelot/Simon Zelotes

Er gehörte der Partei der Zeloten an. Zelotes bedeutet Eiferer. Sie waren Mitglieder einer jüdischen Unabhängigkeitsbewegung im Kampf gegen die Römer. Sie waren gewaltbereite Pharisäer, die ihren Gott mit dem Speer in der Hand verteidigten.
†: Armenien, mit Judas/Thaddäus, Märtyrer
Katholischer Feiertag: 28. Oktober
Darstellung mit Säge, Lanze, Knüppel oder Schwert
Seine Begegnung mit Jesus ließ ihn vom Kampf ablassen.

Thomas

Missionsgebiet: Indien und andere
†: Hingerichtet in Indien, Märtyrer
Katholischer Feiertag: 3. Juli
Einige indische Christen heißen nach ihm Thomas-Christen.
Er ist als der ungläubige Thomas bekannt. Obwohl er Jesus als Auferstandenen gesehen hatte, glaubte er vorerst nicht an seine Auferstehung.

Unterschiedliche Namen derselben Apostel

Nicht alle Evangelisten, die über die Apostel schrieben, nennen dieselben Namen des angeblich engsten Kreises von 12 Männern, die Jesus selbst als seine Gesandten ausgewählt haben soll. 

Leonardo da Vincis Abendmahl

Leonardo da Vincis Wandgemälde „Das Abendmahl“ zeigt Andreas, Bartholomäus, Jakobus den Älteren, Jakobus den Jüngeren, Johannes, Judas Ischariot, Matthäus, Petrus, Philippus, Simon Zelotes (Kananäus), Thaddäus und Thomas. Allerdings ist das eine Interpretation, die heute von Kunsthistorikern vielfach angezweifelt wird. Angeblich soll der Jünger zur Rechten Jesu, der an seiner Schulter lehnt, der als Johannes gelesen worden ist, doch eine Frau, nämlich Maria Magdalena sein. In der Aufzählung in der Apostelgeschichte wird Judas Ischariot, der nicht mehr bei den jetzt nur mehr 11 dabei sein konnte, nicht erwähnt. Jedoch nennt ihn Petrus in der Apostelgeschichte des Lukas einen, der zu ihnen gezählt worden sei und denselben Dienst geleistet habe.

wunder in kafarnaum

IN KAFARNAUM WAR’N DIE WUNDER VOLLBRACHT.

DER HERR ZU EINEM LAHMEN SPRACH:

„STEH AUF! NIMM DEINE BAHRE UND GEH UMHER!“

DANACH QUÄLTE DEN LAHMEN NICHTS MEHR.

EIN HAUPTMANN BAT VOLL GOTTVERTRAUEN:

„KANNST DU AUF MEINEN DIENER SCHAUEN?

>SAG’ NUR EIN WORT UND MEIN DIENER WIRD GESUND.<“
DES MENSCHEN GLAUBE WAR DER GENESUNG GRUND.

Inhalt

Jesus wirkte in Kafarnaum Heilungswunder an 2 Gelähmten. Es waren die Fernheilung des Dieners
eines Hauptmannes im römischen Heer und die spektakuläre Heilung eines seit vielen Jahren
Gelähmten, der durch das Hausdach zu ihm herabgelassen worden war.

Die Kinder übernehmen in diesen Szenen die Rollen Jesu, des Hauptmanns, des Volks, des
Gelähmten, seiner Träger und der Abdecker des Daches.

Da Jesus einen der Gelähmten von seinen Sünden freigesprochen hatte, klagten ihn einige
Schriftgelehrte der Gotteslästerung an. Er verteidigte sich: „Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen
und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen;“ so steht
es im Markusevangelium.

Wissenswertes

Mt 8,11–12 „Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak
und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; die aber, für die das Reich bestimmt war, werden
hinausgeworfen in die äußerste Finsternis; dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.“

Das sprach Jesus als er den Glauben des nichtjüdischen Hauptmanns bemerkte. Er war so viel größer
als der des Gottesvolkes. Jesus prophezeite hier das Heidenchristentum und gleichzeitig seine Nichtanerkennung als Messias durch viele Juden.

Der Hauptmann von Kafarnaum war entweder selbst ein Römer oder, das ist gewiss, ein Nichtjude bzw. Heide in römischem Militärdienst. Man kann ihn heute den ersten Heidenchristen nennen. Er anerkannte Jesu göttliche Kraft, unterlag aber nicht dem jüdischen Gesetz bzw. den Geboten. Niemand nannte damals die Jünger Jesu „Christen“. Das Wort gab es damals noch gar nicht. Es wurde erst einige Jahre später in Antiochia zum ersten Mal verwendet.

Die vier biblischen Evangelien weichen in Nuancen immer wieder voneinander ab oder scheinen sich sogar, in sich selbst zu widersprechen. In der Exegese wird dies darauf zurückgeführt, dass der Fokus der Berichterstattungen unterschiedlich gewesen ist oder bei Wiederholungen einzelner Passagen in demselben Evangelium unterschiedliche Perspektiven betont werden sollten. Dies tut lt. archäologischer Quellenkritik dem Wahrheitsgehalt dieser Zeugnisse keinen Abbruch, da sie letztendlich in den Wesentlichkeiten übereinstimmen. Es wird sogar als Kriterium für die Authentizität der Evangelien angesehen.

noahs arche

ALS DER HERR DIE WELT VERSTIEß,
ACHTE ER AM LEBEN LIEß.

NOAH WAR EIN GUTER MANN,

DER AUF RECHTE WERKE SANN.

GOTT HIEß IHN, DIE ARCHE BAU
’N.
NOAH TAT’S IN GOTTVERTRAU’N.

VIERZIG TAG
’ DAS WASSER FLOSS,
DOCH DANACH DIE FREUD’ WAR GROß.

TIER WIE MENSCH DIE ERD
’ BETRAT
UND DER HERR DER WELT VERGAB.

Inhalt

Als Gott fast alles Leben auf der Erde durch die Sintflut vernichtete, ließ er Noah, seine 3 Söhne, Sem, Ham und Jafet, sowie ihre 4 Ehefrauen am Leben. Er befahl Noah, eine Arche zu bauen und sich und seine Familie vor den Wassern zu retten. Auch sollte er von allen Tieren mindestens 1 Paar mitnehmen. Gott wollte die Menschen bestrafen, aber nicht alles Leben auf der Erde auslöschen.

Die Kinder spielen Noah und seine Familie sowie die Tiere, wenn sie die Arche betreten und verlassen. Sie bauen zu 8 die Arche. Das gesamte Publikum spielt den großen Regen, Wolken und Sturm. Die Taube und den Raben, die nach dem Regen ausfliegen, spielen Kinder und Noah, der den Altar baut und dem Herrn ein Brandopfer darbringt, auch. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, schickte Noah 3 Mal eine Taube aus, um zu prüfen, ob die Wasser weit genug zurückgetreten wären. Nachdem sie nicht mehr zurückgekommen war, schickte er einen Raben aus. Dieser trocknete mit seinen großen Schwingen die Restfeuchtigkeit. Nachdem er in die Arche zurückgekehrt war, stiegen alle aus, die Tiere verteilten sich auf der Erde, Noah baute einen Altar und brachte dem Herrn ein Opfer dar.

Wissenswertes

Die Sintflut steht in Genesis 6,1–9,17. Die für die Vorstellung wichtigsten Verse sind hier zitiert.

Gen 6,3 Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit hundertzwanzig Jahre betragen.
Gen 6,8 Nur Noach fand Gnade in den Augen des Herrn.
Gen 6,9 Das ist die Geschlechterfolge nach Noach: Noach war ein gerechter, untadeliger Mann unter seinen Zeitgenossen; er ging seinen Weg mit Gott.
Gen 6,10 Noach zeugte drei Söhne, Sem, Ham und Jafet.
Gen 6,11 Die Erde aber war in Gottes Augen verdorben, sie war voller Gewalttat.
Gen 6,12 Gott sah sich die Erde an: Sie war verdorben, denn alle Wesen aus Fleisch auf der Erde lebten verdorben.
Gen 7,6 Noach war sechshundert Jahre alt, als die Flut über die Erde kam.
Gen 7,7 Noach ging also mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne in die Arche, bevor das Wasser der Flut kam.
Gen 7,11 im sechshundertsten Lebensjahr Noachs, am siebzehnten Tag des zweiten Monats. An diesem Tag brachen alle Quellen der gewaltigen Urflut auf und die Schleusen des Himmels öffneten sich.
Gen 8,20 Dann baute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln und brachte auf dem Altar Brandopfer dar.
Gen 8,21 … Ich will die Erde wegen des Menschen nicht noch einmal verfluchen; denn das Trachten des Menschen ist böse von Jugend an. Ich will künftig nicht mehr alles Lebendige vernichten, wie ich es getan habe.
Gen 8,22 So lange die Erde besteht, / sollen nicht aufhören / Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, / Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Gen 9,12 Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch.
Gen 9,13 Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
Gen 9,17 Das ist das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch, das auf der Erde ist.

mariae berufung

DASS IHR DER ENGEL GABRIEL ERSCHIEN, MARIA GANZ UND GAR NICHT GLEICH GEFIEL.

SIE FÜRCHTETE SICH SO SEHR, DENN ES SPRACH ZU IHR DER HERR.

DES ZWEIFELS VOLL NAHM SIE DAS LOS UND SPRACH SODANN: „MEIN HERZ PREIST GOTT.“

VOLL DEMUT KLANG IHR GLORIA, DEM SOHN ZU FOLGEN DREIßIG JAHR.

Inhalt

Der Engel Gabriel erscheint eines Tages Maria, die mit Josef verlobt ist. Er verkündet ihr, dass sie Jesus vom Heiligen Geist empfangen und das Kind der Sohn Gottes sein werde.

Die Kinder spielen, die Bewohner von Nazaret, den Engel Gabriel, Maria, Josef, den Heiligen Geist und Elisabet, Marias Cousine/Tante.
Maria besucht ihre Cousine/Tante Elisabet, die im 6. Monat mit Johannes, dem Täufer, schwanger ist.
Auf diesem anstrengenden Weg begleitet das gesamte Publikum Maria als Wetter. Alle, die möchten, spielen die Sonne, die heiß auf Maria niederbrennt.
Spät in der Nacht bei Elisabet angekommen, erkennt diese, dass Maria mit dem Sohn Gottes schwanger ist. Maria betet daraufhin das berühmte Magnificat.
Spielt der/die Erzähler/in die Szene, spricht er/sie Lk 1,46–55 komplett. Spielt diese Passage ein Kind, sagt es dem/der Erzähler/in nach: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. … Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“ Während Maria bei Elisabet ist, erscheint Gabriel Josef im Traum und sagt ihm, dass er Maria bei sich behalten solle, da das Kind, das sie erwartet, von keinem anderen Menschenmann wäre, sondern vom Heiligen Geist. Maria werde den Sohn Gottes gebären und Josef solle ihn Jesus nennen.

Im Abschlussgespräch erklärt der/die Erzähler/in, wer mit dem Knecht Israel gemeint ist, was die Begriffe Knecht, Magd, Dienst, Heimsuchung, erkennen u. a. in der Bibel bedeuten.

Wissenswertes

Magnificat

Lk 1,46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,
Lk 1,47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Lk 1,48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Lk 1,49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig.
Lk 1,50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten.
Lk 1,51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
Lk 1,52 er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen.
Lk 1,53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen.
Lk 1,54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen,
Lk 1,55 das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

johannes evangelista

VOM FISCHERNETZE HER BERUFEN ZU WAHRHEIT UND ZU LICHT, WICH ER ALS KLÜGSTER JÜNGER JESU VON SEINER SEITE NICHT.

VERBANNT SCHRIEB ER IN PATMOS DES HERR’N FROHE BOTSCHAFT NIEDER.

ERLANGT DER VERSTORB’NE ADLER BEI GOTT SEINE KRAFT WIEDER?

Inhalt

Nachdem der/die Erzähler/in die Kinder begrüßt und ihnen ihre Plätze zugewiesen hat, hat er/sie sich vorgestellt und das Gespräch über Johannes Evangelista (J. E.) und die Offenbarung begonnen. Sie machen eine gedankliche Zeitreise von 2000 Jahren, indem alle mit geschlossenen Augen von 10 – 1 hinunter zählen und jede Ziffer für 200 Jahre steht. In der Vergangenheit angekommen, spielt jeweils 1 Kind das Licht der Welt, J. E. und Johannes, den Täufer (J. T.). Die Pharisäer und Tempeldiener, gespielt von mehreren Kindern, unterziehen J. T. der Befragung, wer er sei. Danach erklärt der/die Erzähler/in die messianischen Wunder, was Lepra wäre, warum Aussätzige bis heute so heißen, und dass Jesus sie geheilt hätte, ebenso Blindgeborene und Besessene. Die Auferweckung der Toten wird wieder gemeinsam gespielt, auch die Prüfung der Geister, von der J. E. berichtet hat. Danach verlassen alle die Vergangenheit, zählen von 1 – 10, kommen im Hier und Jetzt an, zählen weiter und stellen J. Es. Vision von Gottes Thron und den huldigenden Ältesten dar.

Im Abschlussgespräch wird alles besprochen, was bis dahin unklar geblieben ist.

Wissenswertes

Darstellungen der biblischen Evangelisten

Die Evangelisten werden im Tetramorph als vier andere Lebewesen dargestellt oder zusammen mit diesen Symbolen, Matthäus, der Mensch oder Engel, Markus, der Löwe, Lukas, der Stier und Johannes der Adler. Johannes, der Lieblingsjünger, heißt zusammen mit seinem Bruder Jakobus Donnersohn und in den orthodoxen Kirchen der Theologe. Seine Schriften werden damit als besonders tiefsinnig gewürdigt. Lukas wird auch der Arzt genannt, da ihn Paulus als geliebter Arzt im Kolosserbrief anschreibt. Matthäus wird Levi, der Zöllner, genannt, da er, bevor er sich Jesus angeschlossen hat, Zöllner gewesen ist. Markus ist der Begleiter, weil er oft mit Petrus oder Paulus zusammen unterwegs gewesen ist.

Unterscheidung der Wunder

Allgemeine Wunder: Das 1. war lt. Johannesevangelium die Wandlung von Wasser in Wein bei der Hochzeit in Kana. Johannes nannte es das 1. Zeichen.

Messianische Wunder: Das 1. war die Heilung eines Leprakranken. Die jüdischen Lehrer der Antike meinten, es gäbe 4 ganz spezifische Wunder, die nur der Messias wirken könnte. Dazu gehörten: Die Heilung von Aussätzigen und Blindgeborenen, das Austreiben stummer Dämonen und die Auferweckung von Toten nach drei Tagen.

Die 7 Gaben des Heiligen Geistes

Um das Wesen des Heiligen Geistes zu beschreiben, spricht Johannes von 7 Geistern, die auch die 7 Gaben des Heiligen Geistes (Jes. 11,2) genannt werden.

Geist des HERRN: Die Gegenwart Gottes selbst
Geist der Weisheit: Die Fähigkeit, göttliche Wahrheiten zu erkennen
Geist des Verstandes (Einsicht): Tiefes Verständnis für Zusammenhänge
Geist des Rates: Klugheit und Führung in Entscheidungen
Geist der Stärke (Kraft): Mut und Ausdauer im Glauben
Geist der Erkenntnis: Wissen über Gottes Willen und Wesen
Geist der Furcht des HERRN (Gottesfurcht): Ehrfurcht und heiliger Respekt vor Gott.

In der katholischen Tradition wird oft die Frömmigkeit als 7. Gabe ergänzt, um die Zahl 7 zu vervollständigen, wenn „Geist des Herrn“ als die Quelle aller Gaben verstanden wird.

Anders interpretiert sind die 7 Geister, die 7 Fackeln vor Gottes Thron, sie sind seine Engelfürsten, die Erzengel, die er als Boten aussendet. In der Bibel sind Michael, Raphael und Gabriel namentlich genannt. Als Erzengel wird nur Michael bezeichnet. Die anderen Namen stammen aus apokryphen Schriften, wie dem Buch Henoch in der jüdischen Tradition. Sie heißen Uriel, Raguel, Sariel, Remiel. Über Michael, Raphael und Gabriel herrscht Einigkeit in den christlichen und jüdischen Traditionen. Die anderen Namen variieren je nach Religionsrichtung.

jesu tod und auferstehung

JESUS HAT ES AM KREUZ VOLLBRACHT.
SEIN TOD SCHAFFTE FINSTERSTE NACHT.


DER KÖNIG LAG IM GRAB ZUR RUH.
DEN SÜNDENPFUHL SPERRTE ER ZU.


DER HERR HIELT TREU, WAS ER VERSPRACH,
BIS HELL DAS LICHT DEN STEIN DURCHBRACH.

Inhalt

Die Kinder sind in der 2. Szene Jesus, die Soldaten, der Hauptmann, das Volk und die große Finsternis. Jesus bekommt den mit Essigwasser getränkten Schwamm, der auf einen Ysopzweig gesteckt ist. In dem Augenblick, als Jesus sein Leben aushaucht, zerreißt der Vorhang im Tempel.

Die Kinder spielen die Frauen, die Jesus schon lang von Galiläa gefolgt sind, den toten Jesus im Grab,
den Stein vor dem Grab, die beiden Engel, Maria Magdalena, Maria, die Mutter von Jakobus und
Josef, Maria Salome, die Frau von Zebedäus und Mutter von Jakobus und Johannes, sowie die drei
Frauen am Grab nach der Auferstehung. Auch die Rollen von Josef, der Jesus in seinem eigenen Felsengrab begräbt, den Priestern und Pharisäern, die von Pontius Pilatus Grabwächter verlangen, den Grabwächtern und Pontius Pilatus übernehmen Kinder aus dem Publikum. Zuletzt treffen einander der auferstandene Jesus und die 11 Apostel, wie es die Engel den Frauen gesagt haben, in Galiläa. Die Apostel erhalten von Jesus den Auftrag, alle Menschen auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen.

Wissenswertes

Aus dem Matthäusevangelium

Mt 27,46. 54; 28,5–6 „Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani? das heißt: Mein
Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ / „Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm
zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr
und sagten: Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!“ / „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den
Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“

Erklärungen zu Johannes Berichterstattung der Vorgänge bei der Kreuzigung und danach

Johannes erwähnt ausdrücklich, dass der mit Essigwasser (Posca, Alltagsgetränk der Soldaten, oder verdorbener Wein) getränkte Schwamm an einem Ysopzweig gereicht worden ist. Damit stellt er die Verbindung zum Alten Testament her. In Exodus befahl Gott, die Türpfosten mit dem Blut von Lämmern zu bestreichen und dafür Ysopzweige zu verwenden. Johannes stellt dadurch Jesus als das wahre, alternativlose Passahlamm dar. Das Blut der Lämmer rettete das Leben der Israeliten, Jesu Blut rettet die Menschheit.

Erklärungen zu den Unterschieden dieser Berichterstattungen in den Evangelien

Die Anzahl der Frauen und Engel am Grab variiert in den Evangelien, ebenso wie die Texte, die die Engel und in einem Fall Maria Magdalena sprechen. Das wird mit der Tatsache der unterschiedlichen Schwerpunktlegungen der Evangelisten erklärt.

In morkie gibt es eine Mischung dreier Evangelien. Markus berichtet von den im Inhalt erwähnten drei
Frauen. Johannes schreibt über 2 Engel in weißen Gewändern. Der zitierte Text ist von Matthäus.

Die Vermischung soll deutlich zeigen, dass es nicht so sehr darauf ankommt, wie viele Frauen, Männer oder Engel am Grab gewesen sind, sondern vielmehr darauf, dass das Grab wirklich leer gewesen ist, dass Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist, sich aber noch eine Zeit auf der Erde aufgehalten hat.

jesu taufe

DER HERR BLICKT HINAB ZUM JORDANSTROM.
GOTT SEGNET SEINEN GELIEBTEN SOHN.

DER GEIST SCHWEBT WIE EINE TAUBE NIEDER UND ENGEL SINGEN LOBPREISLIEDER.

Inhalt

Der/die Erzähler/in erklärt, wer die biblischen Evangelisten waren, und dass er/sie sich in der Vorstellung nach Matthäus richten werde. Nach der Beschreibung des Aussehens und der Lebensweise von Johannes, spielt 1 Kind den schweigenden Täufer in der Wüste. Danach erklärt der/die Erzähler/in das Sprichwort vom „Rufer in der Wüste“ und seinen Bedeutungswandel im Laufe der Zeit. 1 Kind spielt den Rufer in der Wüste.

Die nächste Szene bezieht das gesamte Publikum mit ein. Alle, die möchten, kommen zu Johannes. Sie spielen das Volk Israel oder Pharisäer und Sadduzäer. Alle stehen um Johannes herum. Er tritt vor und ruft die Priester zu sich, um ihnen die Leviten zu lesen. Danach setzen sich die Priester wieder auf ihre Plätze. Einige andere aus dem Publikum kommen und spielen den Fluss Jordan. Johannes tauft das Volk Israel. Zuletzt kommt Jesus zu ihm. Johannes tauft ihn. Jesus steigt aus dem Wasser, die Taube setzt sich auf seine Schulter und es ertönt Gottes Stimme.

Das Abschlussgespräch dient der Klärung offener Fragen und der Besprechung unterschiedlicher
Ansichten.

Wissenswertes

Matthäusevangelium – Johannes der Täufer

Mt 3,2–3 „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. … Bereitet dem Herrn den Weg! / Ebnet ihm
die Straßen.“

Johannes zürnt den Priestern

Mt 3,7. 10 „Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen:
Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?“
… „Jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“

Ankündigung von Jesu Ankunft und seine Taufe

Mt 3,11. 13. 15–17 „Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr.“… Er wird euch mit
dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ / „Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu
Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.“ / „… Lass es nur zu! Denn nur so können wir die
Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen. … und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich
herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: <Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.>“ 

Beschreibung von Johannes Aussehen und Lebensweise

Johannes trug einen Kamelhaarmantel direkt über seinem dünnen Hemd. Er war sehr rau und kratzte ihn unentwegt. Sein Gürtel war eine einfache, geknotete Lederschnur. Er schnitt niemals sein Haar. Seine Kleidung war ärmlich, seine Haartracht ungepflegt. Er wollte den Priestern in ihren reich mit Broschen und Spangen geschmückten Gewändern und mit ihren aufwendigen Frisuren damit zeigen, dass der Herr in die Herzen sieht und nicht auf Äußerlichkeiten achtet.
Seine Nahrung waren Heuschrecken und Honig. Das zeigt uns seine Askese. Aber weit darüber hinaus sollen die Heuschrecken an die 10 Plagen Ägyptens und damit an Gottes Macht erinnern. Der Honig ist das Symbol für das ewige Leben und die Fülle göttlicher Gaben.
Johannes war eine wandelnde Heilige Schrift und eine stete Mahnung an die Sadduzäer und Pharisäer.
Sein katholischer Feiertag ist der 24. Juni, er steht als Sommerheiliger dem Winterheiligen Johannes Evangelista, dessen katholischer Gedenktag der 27. Dezember ist, gegenüber.

jesu geburt und kindheit

IN DER KRIPPE, DIE TIERFUTTER BARG,
LAG DAS JESUSKINDLEIN, KLEIN UND ZART.

DIE HIRTEN UND DIE DREI WEISEN KAMEN,

DEN HEILAND ZU PREISEN.

IM TEMPEL SAß DER KNABE BALD,
MEISTERN RED
’ UND ANTWORT STAND.

Inhalt

Die Kinder spielen den Beamten, der die Menschen des römischen Reichs in die Steuerlisten einträgt, und das darum streitende Volk, wer zuerst an die Reihe kommen müsse. Danach stellen sie die bekannte Herbergssuche und die Szene im Stall dar. Am 8. Tag, so schildert es der/die Erzähler/in, wurde Jesus beschnitten und erhielt seinen Rufnamen. Nach 40 Tagen reiste die heilige Familie nach Jerusalem und ging in den Tempel. Dort legten Hanna und Simeon ihre Zeugnisse ab, dass Jesus der Messias wäre.

Als Jesus 12 Jahre war, ging er in den Tempel. Er sprach sehr verständig mit den Lehrern. Als seine Eltern, die ihn verzweifelt gesucht hatten, Jesus nach 3 Tagen dort fanden, waren sie glücklich, dass er wohlbehalten war, machten ihm aber Vorwürfe, weil er fortgelaufen war.

Wie nach jeder Vorstellung gibt es das Abschlussgespräch mit dem/der Erzähler/in.

Wissenswertes

Lk 2,1. 3 „In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten
einzutragen. / Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.“

Zeugnisse Simeons und Hannas

Lk 2, 29–32 „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, / wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn
meine Augen haben das Heil gesehen, / das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die
Heiden erleuchtet, / und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“

Lk 2, 36–38 „Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem
Stamm Ascher. …; / nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. … / In diesem Augenblick nun
trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems
warteten.“

Jesus im Tempel in Jerusalem

Lk 2,42 „Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch
entsprach.“

Bedeutungen einiger Namen Jesu

Aramäisch: Jeschua, hebräisch: Jehoschua. Es ist ein Funktionsname. Er bedeutet „Gott rettet“ oder
„Der Herr ist Hilfe“. Ein Engel hat ihn Josef und Maria angewiesen.

Immanuel ist der verheißene Name des Messias. Immanu heißt mit uns, El Gott in Hebräisch. Der
Prophet Jesaja weissagte ihn im Alten Testament. Er ist einer der zahlreichen Titel oder Seinsnamen
Jesu. Er beschreibt das Wesen Jesu. In ihm ist Gott leibhaftig bei den Menschen.

Maschiach, Messias, Christus, bedeutet in Hebräisch und Griechisch der Gesalbte. Es war ein Titel für
Menschen, die durch rituelle Ölsalbungen in göttliche Ämter erhoben worden sind. Es sind Könige,
Priester, Propheten und hohe Beamte gewesen. Erst später entwickelte sich die Hoffnung auf den
einen Gesalbten, der als Retter kommen werde, wie in den Psalmen und bei Daniel zu lesen ist.

Jes 61,1 „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat.“ Diese Stelle zitiert Jesus in
Lk 4, 18–19, um seinen Auftrag zu erklären.

Die Urchristen

Die 70 bis 120 Menschen, die Jünger Jesu gewesen und mit ihm gegangen sind, haben sich weder Gemeinde noch Christen genannt. Die Gemeindebildung erfolgte nach Christi Himmelfahrt; genauso wie die  Bezeichnung Christen für Juden, die an Jesus Christus als den Messias glaubten. Sie wurde zum ersten Mal in Antiochia verwendet.

gottes versprechen

DER HERR GAB ISRAEL ZEHN GEBOTE IN SEINER GNADE.

IN DER STIFTSHÜTTE LAGEN SIE RECHT, IN DER BUNDESLADE.

ZWÖLF STÄMME BEWAHRTEN SIE GETREU
BEI NACHT UND AM TAGE.

ZEHN GEBOTE MACHEN UNSERE WELT FREUDIG, FREI UND FROH,
WENN MENSCHENHERZEN BRENNEN FÜR GOTTES FRIEDEN LICHTERLOH.

Inhalt

Der/die Erzähler/in sinniert als König Salomo verkleidet über den Tempelbau. Als ihm einfällt, dass er viele Arbeiter braucht, legt er die Salomo Kleidung ab. Darunter kommt der/die Erzähler/in zum Vorschein. Er/sie holt die Tempelbauer und die Kinder, die den Tempel spielen, auf die Spielfläche. Sie stellen alles mit großen Tüchern dar. Nachdem der Tempel steht, feiern die Darsteller mit dem
Publikum ein fröhliches Fest mit Gebet und Lobpreisgesang.

Danach bauen alle zusammen die Bundeslade, legen die 10 Gebote hinein, verschließen die Lade und tragen sie feierlich zum Tempel. Die Vorstellung endet mit Salomos Traum, den der/die Erzähler/in spielt.

Im Abschlussgespräch haben alle die Möglichkeit, Fragen zu stellen und anzumerken, wenn jemand
etwas nicht verstanden hat. Gemeinsam sucht und findet ihr Antworten und Erklärungen oder
sprecht über unterschiedliche Auffassungen der Inhalte.

Wissenswertes

Das 2. Buch der Chronik soll, ohne dass es dafür eindeutige Beweise gibt, der Priester und Schriftgelehrte Esra geschrieben haben

2. Chr 13–14 „Wenn ich den Himmel verschließe und kein Regen fällt oder wenn ich der Heuschrecke
gebiete, das Land kahl zu fressen, wenn ich die Pest in mein Volk sende / und mein Volk, über das
mein Name ausgerufen ist, sich demütigt und betet, mich sucht und von seinen schlechten Wegen
umkehrt, dann höre ich es im Himmel. Ich verzeihe seine Sünde und bringe seinem Land Heilung.“
2. Chr 19–20 „Doch wenn ihr euch von mir abwendet und meine Gesetze und Gebote, die ich euch
gegeben habe, übertretet, wenn ihr euch anschickt, andere Götter zu verehren und euch vor ihnen
niederzuwerfen, / dann werde ich euch aus meinem Land vertreiben, das ich euch gegeben habe.
Dieses Haus, das ich meinem Namen geweiht habe, werde ich aus meinem Angesicht wegschaffen
und zum Gespött und zum Hohn unter allen Völkern machen.“